
Wird geladen

Die kurzfristige Zusammenarbeit von Lewis Hamilton mit Carlo Santi bei Ferrari scheint sich dem Ende zuzuneigen. Mit der Wiederaufnahme der Saison in Miami könnte ein neuer Renningenieur an seine Seite treten.
Nachdem Ferrari den ursprünglich für 2025 vorgesehenen Renningenieur Riccardo Adami im Winter neu eingesetzt hatte, stellte die Scuderia Santi übergangsweise dem siebenmaligen Weltmeister zur Seite. Eine offizielle Bestätigung für eine dauerhafte Nachfolge steht zwar noch aus, doch Cedric Michel-Grosjean wurde nach seinem späten Wechsel von McLaren bereits in Ferrari-Kleidung gesichtet – dort arbeitete er zuvor mit Oscar Piastri zusammen.
Zu Saisonbeginn hieß es, Michel-Grosjean werde zunächst die Arbeit von Santi und Hamiltons Ingenieursteam beobachten, um sich mit den internen Abläufen bei Ferrari vertraut zu machen. Der Plan sah vor, dass er in Australien, China und Japan im Hintergrund mitläuft, bevor er die leitende Rolle übernimmt.
Ursprünglich deutete alles auf ein Debüt in Bahrain hin. Doch die Absage der anstehenden Rennen im Nahen Osten aufgrund regionaler Konflikte hat den Kalender durcheinandergebracht. Nun wird erwartet, dass Michel-Grosjean seine Zusammenarbeit mit Hamilton stattdessen in Miami beginnt.
Die Verzögerung könnte sich letztlich sogar als Vorteil für Ferrari erweisen. Sie verschafft Michel-Grosjean zusätzliche Zeit, sich in Maranello einzuarbeiten und vor dem ersten gemeinsamen Renneinsatz eine Vertrauensbasis mit Hamilton aufzubauen.
Hamiltons sechster Platz in Suzuka – ein Rennen, das er selbst als „schrecklich“ bezeichnete – machte sowohl die Herausforderungen als auch die Fortschritte seiner Anfangsphase bei Ferrari deutlich. Trotz seiner Unzufriedenheit am Sonntag fällt die Gesamtbilanz solide aus: 41 Punkte und Rang vier in der Weltmeisterschaft stehen für einen konstanten Saisonstart.
In Japan äußerte Hamilton wiederholt Bedenken hinsichtlich einer aus seiner Sicht unzureichenden Energiebereitstellung durch die Ferrari-Antriebseinheit. Sein Frust war über Funk deutlich hörbar und gipfelte in einem spitzen Wortwechsel:
„Ihr wollt, dass ich pushe? Ich verstehe nicht, was ich tun soll.“
Während der Safety-Car-Phase forderte er detaillierteres Feedback:
„Führt mich durch die Runde, in der ich schwach war … am Ende war ich deutlich besser. Wie war zum Beispiel die letzte Schikane?“
Diese Funksprüche geben einen klaren Einblick in Hamiltons Erwartungen. Er verlangt eine konstante, präzise und klar strukturierte Kommunikation – ein Arbeitsstil, auf den sich jeder Renningenieur schnell einstellen muss.
Auch wenn der Funkverkehr in Suzuka Spannungen vermuten ließ, gibt es keine Hinweise auf persönliche Differenzen mit Santi. Schließlich betreute der italienische Ingenieur in China Hamiltons erstes Ferrari-Podium in dieser Saison.
Michel-Grosjean bringt überzeugende Referenzen mit: Bei McLaren war er maßgeblich am Aufstieg Piastris zu einem der stärksten Fahrer im Feld beteiligt. Allerdings handelt es sich um seine erste Ernennung zum leitenden Renningenieur an der Boxenmauer.
Sollte Miami tatsächlich den Beginn eines neuen Kapitels markieren, dürfte das Funkprotokoll von Japan zur Pflichtlektüre werden. Entscheidend wird sein, zu verstehen, wie Hamilton Informationen verarbeitet – und in welcher Form er sie erwartet.
Die personelle Neuaufstellung im Ingenieurteam zu Saisonbeginn hat bei Ferrari naturgemäß für Aufmerksamkeit gesorgt. Nun, da sich der Zeitplan erneut verschiebt, richtet sich der Blick darauf, ob diese neu justierte Partnerschaft die Konstanz liefern kann, die Hamilton offensichtlich einfordert.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
Möchten Sie einen Kommentar hinzufügen? Laden Sie unsere App herunter, um an der Unterhaltung teilzunehmen!
Kommentare
Noch keine Kommentare
Seien Sie der Erste, der Ihre Gedanken teilt!