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Liam Lawsons turbulente 2025-Saison bei Red Bull Racing dauerte nur zwei Rennwochenenden – eine demütigende Lektion darüber, wie gnadenlos dieser Sport sein kann und die seine F1-Karriere hätte komplett entgleisen lassen können. Doch mitten in Enttäuschung und Schock über seine Degradierung fand der Neuseeländer einen unerwarteten Verbündeten in seinem ehemaligen Teamkollegen: dem vierfachen Weltmeister Max Verstappen.
Im Gypsy Tales Podcast sprach Lawson darüber, welchen tiefen Eindruck Verstappens persönliche Unterstützung in einer der schwierigsten Phasen seiner Laufbahn hinterlassen hat. „Er ist als Mensch so, so nett. Er ist einfach ein richtig guter Kerl. Bei allem, was letztes Jahr mit Red Bull passiert ist, war er so gut zu mir, Mann“, erklärte Lawson. Diese Worte zeigen eine Seite Verstappens, über die selten gesprochen wird – nicht den kompromisslosen Kämpfer auf der Strecke, sondern den erfahrenen Profi, der jüngere Fahrer in der gnadenlosen Welt der Formel 1 an die Hand nimmt.

Als Lawson zu Red Bull kam, um Sergio Perez zu ersetzen, positionierte sich Verstappen sofort als Ansprechpartner – nicht als Rivale. „Bevor ich ins Team kam, als ich dann zum ersten Mal dabei war, war er super nett, und bei jeder Frage war er einfach hilfreich, wirklich hilfreich, und hat gern geholfen“, erinnerte sich Lawson. Diese kooperative Haltung beim Einstieg dürfte wertvolle technische Orientierung gegeben haben, während Lawson versuchte, sich an ein Auto zu gewöhnen, das stark auf Verstappens anspruchsvolle Vorlieben zugeschnitten ist.
Doch Verstappens Unterstützung ging weit über Tipps am Lenkrad hinaus. Auffällig: Verstappen hatte Red Bulls Entscheidung, Lawson nach den Rennen in Australien und Shanghai zu degradieren, öffentlich kritisiert – ein klares Zeichen seines Vertrauens in den 23-Jährigen trotz der katastrophalen Ergebnisse. Die Rückendeckung des amtierenden Champions war in einer ansonsten isolierenden Situation ein wichtiger moralischer Halt.

Am deutlichsten wurde Verstappens Großzügigkeit vielleicht außerhalb der F1-Blase. Nachdem Lawson nach Monaco gezogen war, bot Verstappen ganz praktische Hilfe an. „Er fliegt ziemlich oft nach Hause, und ich bin letztes Jahr gerade nach Monaco gezogen, und er meinte: ‚Komm einfach mit, wenn du mal eine Mitfahrgelegenheit brauchst.‘ Also er ist wirklich, wirklich ein netter Kerl“, erzählte Lawson. Solche Gesten wirken klein, haben aber großes Gewicht – gerade für einen jungen Fahrer, der sich in einer neuen Stadt zurechtfinden muss, während er gleichzeitig einen beruflichen Rückschlag verarbeitet.
Die Degradierung erwies sich am Ende als Wendepunkt. Zurück bei den Racing Bulls zeigte Lawson jene Widerstandskraft, die ihm schließlich seinen Platz für 2026 an der Seite des Rookie-Shootingstars Arvid Lindblad sicherte. Nach den absolvierten Vorsaisontests und mit dem Großen Preis von Australien am 6.–8. März vor Augen startet Lawson beflügelt in die neue Saison – getragen nicht nur von Leistungen zur Wiedergutmachung, sondern auch von echten menschlichen Verbindungen im Paddock, allen voran zu Verstappen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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