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Berichte über eine größere Umstrukturierung in der Formel 1 nahmen in dieser Woche Fahrt auf. Demnach soll Gianpiero Lambiase einem lukrativen Deal zugestimmt haben, Red Bull zu verlassen und 2028 zu McLaren zu wechseln. Erste Spekulationen deuteten darauf hin, dass der britisch-italienische Ingenieur als künftiger Nachfolger von Teamchef Andrea Stella aufgebaut werde – doch Insider bei McLaren weisen diese Darstellung entschieden zurück.
Vielmehr geht es bei dem Schritt um Verstärkung – nicht um einen Ersatz.
Erste Berichte aus niederländischen Medien hatten nahegelegt, dass Lambiase ab 2028 zu McLaren wechseln werde. Gleichzeitig wurde spekuliert, Stella habe bereits einen Vorvertrag bei Ferrari unterschrieben. Stella, der zwischen 2000 und 2014 bei Ferrari tätig war, bevor er 2015 zu McLaren kam, führt das Team aus Woking seit Dezember 2022, nachdem er Andreas Seidl als Teamchef abgelöst hatte.
Unter Stellas Führung sicherte sich McLaren die Konstrukteurs-Weltmeisterschaften 2024 und 2025 sowie den Fahrertitel 2025.
Laut BBC Sport haben jedoch „hochrangige Insider“ sowohl bei McLaren als auch bei Red Bull intern bestätigt, dass Lambiase für 2028 einen Teamwechsel plant – zugleich bestritten sie, dass seine Verpflichtung mit einer möglichen Rückkehr Stellas zu Ferrari zusammenhängt.
Insider bei McLaren betonen, dass Lambiase verpflichtet wird, um Stella zu unterstützen, nicht um ihn zu ersetzen.
Der 45-Jährige ist derzeit Red Bulls Head of Racing und Renningenieur von Max Verstappen. Bei McLaren soll er die Struktur der Renneinsätze weiter stärken. Ziel ist es, Stella mehr Freiraum zu verschaffen, damit er sich stärker auf übergeordnete Führungsaufgaben konzentrieren kann.

Bei McLaren ist man überzeugt, dass die zunehmende Komplexität der modernen Teamchef-Rolle in der Formel 1 zusätzliche Unterstützung auf höchster Ebene erfordert. Stella agiert faktisch in einer Doppelfunktion – als Teamchef und de facto auch als Technischer Direktor.
Lambiase soll sich daher vor allem auf den Rennbetrieb und die Abläufe an der Strecke konzentrieren und Stella an Rennwochenenden entlasten. Laut The Race wird sich seine Rolle in erster Linie darauf konzentrieren, diese operative Belastung zu reduzieren.
Intern herrscht bei McLaren die klare Überzeugung, dass Lambiases „Erfahrung und Talent“ einen bedeutenden Mehrwert für die künftige Teamstruktur darstellen werden.

Trotz einer grundsätzlichen Einigung könnte McLaren sich gedulden müssen.
Red Bull wird Lambiase voraussichtlich bis Ende 2027 an seinen bestehenden Vertrag binden. Anschließend dürfte er zunächst eine sogenannte „Gardening Leave“-Phase absolvieren, bevor er 2028 offiziell zu McLaren stößt. Möglich bleibt jedoch eine einvernehmliche vorzeitige Freigabe, die den Wechsel beschleunigen könnte.
Auch Motorsport.com berichtet, es könne „nicht ausgeschlossen werden“, dass Lambiase Red Bull bereits Ende 2026 verlässt und das gesamte Jahr 2027 in der Gardening Leave verbringt.
Stella hingegen soll Berichten zufolge noch bis Ende der Saison 2030 bei McLaren unter Vertrag stehen – ein Detail, das Spekulationen über einen bevorstehenden Führungswechsel zusätzlich den Wind aus den Segeln nimmt.

Lambiase ist seit seinem Wechsel 2015 eine Schlüsselfigur bei Red Bull und begann dort als Renningenieur von Daniil Kvyat. Diese Position behielt er auch, als Max Verstappen 2016 ins Team kam. Zu Beginn der Saison 2025 übernahm er zusätzlich die Rolle des Head of Racing.
Sein geplanter Abschied wirft zwangsläufig Fragen über Verstappens langfristige Zukunft auf.
Verstappen hatte zuvor angedeutet, seine Karriere in der Formel 1 aufgrund seiner Unzufriedenheit mit den neuen Motorenregeln möglicherweise bereits Ende 2026 zu beenden. Zudem enthält sein Vertrag eine Ausstiegsklausel.
Der Niederländer dürfte gute Chancen haben, sein Red-Bull-Abkommen bis 2028 vorzeitig aufzulösen, da die Klausel greift, falls er zur Sommerpause 2026 nicht unter den Top zwei der Fahrerwertung liegt. Nach aktuellen Prognosen müsste Red Bull eine deutliche Leistungssteigerung zeigen, um dieses Szenario zu verhindern.
Ob Lambiases bevorstehender Abschied Verstappens Überlegungen beeinflusst, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: McLarens Schritt dient der Stärkung einer bereits erfolgreichen Führungsstruktur – nicht ihrer Demontage.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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