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Mercedes bereitet ein Motoren-Upgrade im Rahmen der ADUO-Regelung (Additional Development and Upgrade Opportunities) vor. Dieser Schritt könnte Ferraris schwindende Titelhoffnungen in der Formel-1-Saison 2026 weiter dämpfen.
Die Leistungsanalyse der FIA bezüglich der Verbrennungsmotoren ergab, dass Red Bull in dem für die ADUO-Einstufung maßgeblichen Bereich mehr als zwei Prozent vor den anderen Herstellern liegt. Mercedes steht daher in dieser Saison eine zulässige Weiterentwicklung der Power-Unit zu, eine weitere folgt 2027. Ferrari, Audi und Honda dürfen in beiden Jahren jeweils zwei Upgrades nachlegen, während Red Bull unter diesem Mechanismus vorerst keine Nachbesserungen vornehmen darf.
Ursprünglich hatte Mercedes angekündigt, die zusätzlichen Prüfstandsstunden und Entwicklungsspielräume lediglich zur Optimierung zu nutzen, ohne neue Hardware einzuführen. Dieser Standpunkt hat sich mittlerweile geändert: In den Werkshallen in Brixworth laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, um noch vor Saisonende ein Hardware-Update bereitzustellen. Zwar steht noch kein exakter Termin fest, die Spezifikation wird jedoch während des Triple-Headers mit Aserbaidschan, Malaysia und Singapur erwartet.
Das Timing könnte ideal mit einer absehbaren Startplatzstrafe von George Russell harmonieren, da der Brite mit seinem bisherigen Motorenkontingent kaum über die Runden kommen dürfte.
Mercedes hat das genaue Entwicklungsfeld offiziell noch nicht bestätigt, doch Kimi Antonellis Teilezuteilung in Monza liefert handfeste Anhaltspunkte. Obwohl der Italiener wegen einer Strafversetzung infolge eines Motorwechsels ohnehin von ganz hinten starten musste, tauschte Mercedes lediglich den Verbrennungsmotor, die Batterie sowie die Steuerelektronik aus. Turbolader, MGU-K, Auspuff und Nebenaggregate blieben unangetastet – obwohl ein kompletter Wechsel straffrei geblieben wäre.
Diese strategische Entscheidung deutet darauf hin, dass Mercedes jene Komponenten für einen späteren Zeitpunkt aufspart, um eine oder mehrere davon mit einem Update zu versehen. Der Turbolader gilt dabei als größter Hebel für Leistungszuwächse. Da Antonelli in Monza auf einen frischen Turbo verzichtete, würde seine erste neue Einheit ohne Grid-Strafe bleiben. Dies böte Mercedes die Möglichkeit, beide Piloten gleichzeitig mit dem ADUO-Schritt auszurüsten.
Ein neues Motoren-Upgrade muss zudem zeitgleich den Kundenteams angeboten werden. Entsprechend würden auch Alpine und Williams vom Mercedes-Fortschritt profitieren, wenngleich jedes Team den Einsatzzeitpunkt für seine Fahrer individuell staffeln kann.
Der Technologiesprung soll zeitlich mit einem umfassenden Aerodynamik-Upgrade zusammenfallen, das Mercedes für Anfang nächsten Monats beim Großen Preis von Malaysia plant. Zuletzt hatte das Team Ende Mai in Montreal ein großes Paket gebracht und nach einer zurückhaltenden Budgetverwaltung im Saisonverlauf weitere Neuerungen gezielt gestreckt.
Ferrari zündete in Monza bereits seine zweite erlaubte Ausbaustufe, bei der nach übereinstimmenden Berichten ein größerer Turbolader und grundlegende Konzeptanpassungen im Fokus standen. Das eklatante Topspeed-Defizit auf den Geraden blieb dennoch bestehen. Teamchef Fred Vasseur räumte ein, dass der Scuderia auf den Geraden durchgehend fast 10 km/h fehlten, während Lewis Hamilton die Beschleunigung des Mercedes schlicht als „atemberaubend“ einstufte.
Ferraris jüngster Schritt spiegelte sich bereits in Bearmans Urteil zum ADUO-2-Upgrade von Ferrari wider. Vasseur stellte klar, dass das Schließen der Lücke zu Mercedes ein langfristiges Projekt bleibt: Ein komplett neues Ferrari-Triebwerk ist für kommendes Jahr avisiert, ergänzt durch weitere ADUO-Möglichkeiten im Jahr 2027.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.