Tsolov muss warten: Lawson bleibt Favorit bei Racing Bulls

Tsolov eher als Ersatzfahrer statt direktem Aufstieg vorgesehen
Nikola Tsolov wird Liam Lawson bei Racing Bulls im kommenden Jahr aller Voraussicht nach nicht ablösen. Das berichtet die neuseeländische Tageszeitung The New Zealand Herald. Zwar gilt der Führende der Formel-2-Meisterschaft und Red-Bull-Junior als einer der Top-Kandidaten auf ein zukünftiges Cockpit, die kurzfristigen Pläne dürften jedoch deutlich vorsichtiger ausfallen.
Alan Permane bezeichnete Tsolov jüngst als den „nächsten in der Reihe“ für Racing Bulls. Dennoch gehen Quellen laut dem Bericht davon aus, dass dem Bulgaren für die kommende Saison eher die Rolle des Ersatzfahrers als ein Stammcockpit in der Formel 1 angeboten wird. Diese Aufgabe könnte er parallel mit Einsätzen in der japanischen Super Formula kombinieren.
Dieser Weg würde Red Bull eine weitere Gelegenheit bieten, Tsolov ohne überstürzte Entscheidungen genau zu beobachten. Der jüngste Sieg im Formel-2-Hauptrennen am Madring unterstreicht das enorme Interesse, das der Nachwuchsserie aktuell zuteilwird – eine Meisterschaft, die Tsolov derzeit anführt.

Lawsons Position scheint gefestigt
Die Spekulationen um Lawsons Zukunft nahmen zuletzt zu, während Rookie Arvid Lindblad knapp außerhalb der Top 10 in der Tabelle liegt. Dennoch dürfte Lawson vorerst im Sattel sitzen. Mit 59 Punkten aus 14 Rennen lieferte er solide Leistungen ab. Zudem zeigte sich die Red-Bull-Führung sehr zufrieden mit seinem Dreierpack als Ersatzmann für den verletzten Isack Hadjar.
Diese Einsätze als Vertretung könnten am Ende sogar schwerer wiegen als der Rest von Lawsons Saison bei Racing Bulls. Der direkte Quervergleich mit dem Red-Bull-Mutterteam ist von enormer Bedeutung, da der Nachwuchskader gezielt nach Fahrern sucht, die mit Max Verstappen mithalten können. Die Telemetrie und Daten aus Lawsons Renneinsätzen dürften daher eine entscheidende Referenz bei der Bewertung seiner Zukunft bilden.

Entscheidung vorerst vertagt
Red Bull könnte die Grundsatzentscheidung zwischen Lawson und Tsolov faktisch um weitere zwölf Monate aufschieben. Dies gäbe Tsolov wertvolle Zeit, um in der Super Formula wichtige Rennkilometer zu sammeln und sein Potenzial bei Formel-1-Tests unter Beweis zu stellen. Gleichzeitig könnte das Team ein umfangreiches Test- und FP1-Programm für ihn auf die Beine stellen.
Sollte er in Japan überzeugen und bei den F1-Einsätzen glänzen, stünden Tsolovs Chancen auf ein Stammcockpit für 2028 hervorragend. Lawson hingegen weckt zunehmend das Interesse konkurrierender Teams, weshalb ihm eine vertagte Entscheidung auch den Freiraum verschaffen könnte, anderweitig Verhandlungen aufzunehmen.
Vorerst lautet das unmissverständliche Signal jedoch: Red Bull betrachtet Tsolov zweifellos als Zukunftshoffnung – ein direkter Nachfolger für Lawson im nächsten Jahr wird er aber wohl noch nicht.
