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Das physische Erbe von Christian Horner bei Red Bull Racing wird still und leise abgebaut. Berichten zufolge hat der Rennstall aus Milton Keynes zahlreiche Hinweise und Fotos seines ehemaligen Teamchefs aus der Formel-1-Fabrik entfernt, was ein deutliches Zeichen fĂŒr den Wandel in der Ăra nach Horner ist.
Horner, der im vergangenen Juli nach einer zwei Jahrzehnte wĂ€hrenden Herrschaft an der Spitze unsanft entlassen wurde, leitete eine Ăra immensen Erfolgs. Unter seiner FĂŒhrung sicherte sich Red Bull 124 Rennsiege, vier Fahrer-Titel und vier Konstrukteurs-Meisterschaften. Doch trotz dieser glĂ€nzenden Bilanz wurde Horner vor seiner Entlassung zu einer zunehmend spaltenden Figur innerhalb der Organisation. Seine Amtszeit endete schlieĂlich, nachdem er den RĂŒckhalt der österreichischen EigentĂŒmer von Red Bull verloren hatte und in einen hochkarĂ€tigen Konflikt mit Jos Verstappen, dem Vater des Superstar-Fahrers des Teams, Max Verstappen, geraten war.

Das AusmaĂ von Horners Tilgung von den FabrikwĂ€nden wurde durch Tom Cary vom Telegraph ans Licht gebracht, der kĂŒrzlich die Red-Bull-Anlage besuchte. Cary berichtete, dass der ehemalige Teamchef nun durch seine "auffĂ€llige Abwesenheit" glĂ€nze, und merkte an, dass er wĂ€hrend seines Rundgangs nur ein einziges Foto des Briten entdeckte.
Eine Quelle aus dem Team bestĂ€tigte gegenĂŒber Cary, dass Fotos von Horner tatsĂ€chlich systematisch aus dem HauptgebĂ€ude auf dem Campus in Milton Keynes entfernt wurden. Die wohl symboltrĂ€chtigste Ănderung fand im Veranstaltungsbereich von Red Bull statt. Eine markante Wand zeigte zuvor ein Zitat von Horner, das besagte, dass die Arbeit fĂŒr Red Bull "nicht nur ein Job, sondern eine Lebenseinstellung" sei. Diese Inschrift wurde nun entfernt und durch ein Bild des viermaligen Weltmeisters Verstappen ersetzt. Es bleibt unklar, wer innerhalb der Organisation genau die Anweisung fĂŒr diese Entfernungen erteilt hat.

Die Situation stellt einen heiklen Balanceakt fĂŒr Red Bull dar. WĂ€hrend das Team verstĂ€ndlicherweise vorsichtig damit ist, Horners unbestreitbare BeitrĂ€ge zu ihrem historischen Erfolg komplett auszuradieren, gibt es ein klares internes Mandat, nach vorne zu blicken und sicherzustellen, dass die aktuelle FĂŒhrung, namentlich Laurent Mekies, nicht durch den langen Schatten seines VorgĂ€ngers untergraben wird. Interessanterweise Ă€uĂerte sich McLaren-CEO Zak Brown kĂŒrzlich zu dem Drama und erklĂ€rte, er fĂ€nde es "groĂartig", wenn Horner in das Fahrerlager der Formel 1 zurĂŒckkehren wĂŒrde.

WĂ€hrend mehrere Horner-Loyalisten das Team im letzten Jahr verlieĂen â entweder unmittelbar nach seiner Entlassung oder in den darauffolgenden Monaten â, ist eine Fraktion seiner UnterstĂŒtzer immer noch fest in den Betrieb in Milton Keynes eingebettet.
Diese LoyalitĂ€t zeigt sich besonders in der Abteilung Red Bull Powertrains (RBPT). Ein Mitglied der Motorenabteilung sagte dem Telegraph, dass Horner "alle Anerkennung" fĂŒr den Erfolg des brandneuen Antriebsprojekts verdiene. Gleich beim ersten Versuch ist es RBPT gelungen, das zu bauen, was auf dem aktuellen Formel-1-Grid wie der zweitbeste Motor aussieht.

WĂ€hrend Red Bull zu Beginn der neuen Reglement-Ăra der F1 zweifellos zu kĂ€mpfen hatte, ist der Antrieb selbst nicht der Schuldige. Stattdessen scheint das aktuelle Leistungsdefizit des Teams im Chassis begrĂŒndet zu sein â ein Problem, das sie aktiv zu lösen versuchen, wĂ€hrend die Aufholjagd mit radikalen Upgrades beginnt.
WĂ€hrend Red Bull diese komplexe Ăbergangsphase durchlĂ€uft, dient die physische Entfernung von Horners Bild als deutliche Erinnerung daran, wie schnell das Fahrerlager selbst seine erfolgreichsten Architekten hinter sich lĂ€sst.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist MitbegrĂŒnder von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugĂ€nglich, anschaulich und leicht verstĂ€ndlich macht.
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