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Red Bull kam mit einem der umfangreichsten Upgrade-Pakete, die nach der fünfwöchigen Pause zu sehen waren, nach Miami. Es wurde schnell deutlich, dass der RB22 eine Reihe signifikanter aerodynamischer Überarbeitungen erfahren hatte. Während mehrere Teams Neuerungen einführten, stach die Arbeit von Red Bull sowohl durch ihren Umfang als auch durch ihre Auswirkungen auf das Gesamtkonzept des Autos hervor.
Ein Großteil der anfänglichen Aufmerksamkeit konzentrierte sich auf den sogenannten „Macarena“-Flügel, doch die folgenreichsten Änderungen fanden an anderer Stelle statt. Die eigentliche Geschichte des Miami-Upgrades lag in den überarbeiteten Seitenkästen, die das radikalste Element des Pakets darstellten.
Das neue Design der Seitenkästen zeichnet sich durch eine neu profilierte Oberseite aus, die aggressiver abfällt und einen oberen Luftkanal integriert, der den Luftstrom in Richtung des Fahrzeughecks leitet. Dies markierte eine klare Abkehr von der ursprünglichen aerodynamischen Philosophie des RB22 und unterstrich die Bereitschaft von Red Bull, zentrale Aspekte des Autos zu überdenken.
Obwohl die Seitenkästen bereits beim Großen Preis von Japan teilweise überarbeitet worden waren, markierte Miami das Debüt der finalisierten Version dieses Konzepts.

Ein entscheidendes Merkmal der neuen Konfiguration ist der große Bereich mit erhöhtem Druck in Richtung des Fahrzeughecks. Während das Konzept gewisse Ähnlichkeiten mit dem von Aston Martin bei seinen 2024er- und 2025er-Boliden aufweist, sind die Seitenkästen des RB22 auf eine deutlich andere Weise integriert und sorgfältig an den bestehenden aerodynamischen Rahmen von Red Bull angepasst.
Diese Integration erforderte auch Änderungen unter der Karosserie. Die Aerodynamik des Autos deutet darauf hin, dass das interne Packaging modifiziert wurde, um die Effektivität der neuen Seitenkästen zu optimieren. In diesem Zuge wurde die Motorabdeckung extrem eng um die Antriebseinheit geformt.
Die heißen und feuchten Bedingungen in Miami machten diese Änderungen besonders sichtbar. Red Bull führte eine zusätzliche, gewölbte Kühlöffnung im Bereich der Antriebsquelle ein. Während ihre Hauptaufgabe eindeutig im Thermomanagement liegt, erfüllt die Öffnung auch einen sekundären aerodynamischen Zweck: Sie hilft dabei, den Luftstrom entlang der Karosserie und durch den Seitenkastenkanal in Richtung des Fahrzeughecks zu leiten.
Die Nutzung des warmen Luftstroms um den Auspuff hilft zudem dabei, die dünne Luftschicht zu kontrollieren, die über die hintere Karosserie strömt, was zur Erzeugung von zusätzlichem Abtrieb beiträgt.

Auf der Strecke wirkte der RB22 deutlich konkurrenzfähiger als bei den ersten Saisonrennen. Der Leistungsrückstand auf die führenden Teams in Bezug auf die reine Geschwindigkeit hat sich etwa halbiert – ein Fortschritt, der größtenteils auf die umfassende Überarbeitung der Seitenkästen zurückzuführen ist.
Diese Arbeit hat dazu beigetragen, ein Auto zu verbessern, das anfangs unter schwerwiegenden und nur schwer zu behebenden Balanceproblemen litt. Auch wenn noch nicht jedes Problem beseitigt ist, hat sich Red Bull nun auf eine klare und kohärente Entwicklungsrichtung festgelegt.
Sollte sich dieser Aufwärtstrend in den kommenden Rennen fortsetzen, könnte sich das Miami-Upgrade als Wendepunkt erweisen und Red Bull im weiteren Saisonverlauf wieder in den Kampf um Podestplätze und möglicherweise Siege bringen. Weitere technische Details zu diesen Entwicklungen finden Sie in unserer Analyse des umfangreichen Miami-Upgrade-Pakets von Red Bull.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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