Coulthard kritisiert Leclerc: Formel 1 ist kein Picknick

Der ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard hat öffentlich hinterfragt, ob Ferrari-Star Charles Leclerc an Grand-Prix-Wochenenden mit der nötigen Ernsthaftigkeit zu Werke geht. Seiner Ansicht nach könnte das persönliche Umfeld des Monegassen im Fahrerlager fĂŒr zu viel Ablenkung sorgen.
Coulthard Ă€uĂerte Bedenken hinsichtlich der regelmĂ€Ăigen Anwesenheit von Leclercs Ehefrau Alexandra Saint Mleux sowie seines Hundes Leo bei zahlreichen Rennwochenenden in dieser Saison. Leclerc und Saint Mleux hatten im Februar geheiratet; das Paar erwartet derzeit sein erstes Kind.
Entourage im Fahrerlager unter Beobachtung
Im Podcast Up to Speed legte Coulthard dem Ferrari-Piloten nahe, sich wieder stÀrker auf das Wesentliche auf der Rennstrecke zu konzentrieren, anstatt an seinem Image abseits des Cockpits zu feilen.
âDa ist Charles Leclerc: Er ist seit etlichen Jahren dabei, rasend schnell und das absolute AushĂ€ngeschild eines Rennfahrersâ, betonte Coulthard. âEr sieht gut aus, inszeniert das Familienleben, Nachwuchs ist unterwegs, der Hund lĂ€uft durchs Paddock⊠Meiner Meinung nach ist das ehrlich gesagt alles ein bisschen zu viel. Das ist schlieĂlich kein gemĂŒtliches Wochenend-Picknick.
âWir reden hier von einem Grand Prix â das ist ein knallhartes GeschĂ€ft und nicht ungefĂ€hrlich. Aber vielleicht spricht da auch einfach die Ă€ltere Generation aus mir.â

Zwar bringen auch andere Fahrer regelmĂ€Ăig Partner oder Familienmitglieder an die Rennstrecke â darunter George Russell, Oscar Piastri, Carlos Sainz, WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli und Max Verstappen â und auch Leclercs enger Freund Pierre Gasly hat seinen Hund gelegentlich dabei. Dennoch geht Coulthard der Trubel rund um den Monegassen zu weit.
Formkurve und Duell mit Lewis Hamilton
Leclercs bisherige Saison brachte ihm zwar einen Rennsieg und vier Podiumsplatzierungen ein, wurde jedoch immer wieder durch kostspielige Patzer in Barcelona, Monaco und Italien getrĂŒbt. Trotz des geretteten Upgrade-Motors nach seinem Monza-Unfall belegt Leclerc in der Fahrer-Weltmeisterschaft derzeit nur den fĂŒnften Rang â mit 24 ZĂ€hlern RĂŒckstand auf seinen Teamkollegen Lewis Hamilton.
Coulthard stellte klar, dass der 28-jĂ€hrige Leclerc dem 41-jĂ€hrigen Hamilton keineswegs hinterherhinken sollte, zumal sich der Monegasse theoretisch in der absoluten BlĂŒtephase seiner Karriere befindet.
Zwar begegnen sich die beiden Ferrari-Piloten im Qualifying-Duell (7:7) sowie bei den gemeinsamen ZielankĂŒnften (5:5) auf Augenhöhe, doch stellt diese ausgeglichene teaminterne Dynamik eine deutliche Kehrtwende im Vergleich zum Vorjahr dar, als Leclerc das Geschehen klar dominierte. Bei aktuell 185 Grand-Prix-Starts steht Leclerc kurz davor, im kommenden Jahr die 200er-Marke zu knacken. Im Laufe seiner Karriere feierte er bislang neun Siege â und ĂŒbertrifft damit die gemeinsame Ausbeute seiner Ferrari-Teamkollegen Sebastian Vettel, Sainz und Hamilton (sechs Siege).
