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Das Rennwochenende zum Großen Preis von Monaco 2026 begann auf die gewohnt dramatische Weise mit einem unterbrochenen, aber aufschlussreichen ersten freien Training auf dem legendären Circuit de Monaco. Bei warmem, sonnigem Wetter sorgte das FP1 für rote Flaggen, brenzlige Situationen an den Leitplanken und eine klare erste Botschaft: Ferrari ist in einer beeindruckenden Form im Fürstentum angekommen.
Charles Leclerc ließ keine Zeit verstreichen, um alle daran zu erinnern, warum Monaco sein Revier ist. Obwohl er früh die Leitplanken touchierte und einige Schrecksekunden im Bereich „Swimming Pool“ und „Antony Noghes“ überstand, legte der Monegasse eine beeindruckende Runde von 1:13,978 auf den Medium-Reifen hin und setzte sich an die Spitze. Es war ein selbstbewusster und entschlossener Auftritt, der Ferraris Stärke auf einem Kurs unterstrich, auf dem mechanischer Grip und der Mut des Fahrers mehr zählen als reine Motorleistung.

Lewis Hamilton komplettierte die Ferrari-Doppelführung mit nur 0,226 Sekunden Rückstand und wirkte im Verlauf der Session immer souveräner. Der siebenfache Weltmeister führte das Feld bereits früh auf den harten Reifen an und nahm diesen Schwung in die Runs auf den Medium-Reifen mit. Damit gelang Ferrari ein perfekter Start in ein Wochenende, für das die Erwartungen nach Leclercs kürzlicher Vertragsverlängerung ohnehin schon hoch sind.
Das Training verlief alles andere als reibungslos. Zwei rote Flaggen unterbrachen den Rhythmus der Session, zunächst für Isack Hadjar und später für Fernando Alonso. Hadjars Unfall im Bereich „Swimming Pool“ war ungewöhnlich: Der Red-Bull-Pilot verlor vor der Kurve das Heck und rutschte frontal in die Leitplanken. Glücklicherweise blieb er unverletzt, doch sein Training war damit vorzeitig beendet.

Alonsos Zwischenfall ereignete sich später, als sein Aston Martin am Ausgang des Tunnels seitlich ausbrach. Der Spanier konnte einen schwereren Einschlag zwar verhindern, touchierte aber dennoch die Leitplanken, verlor Teile seines Frontflügels und löste eine weitere Unterbrechung aus. Da gegen Ende nur noch wenig Zeit unter grüner Flagge blieb, waren viele Fahrer über die fehlenden sauberen Runden frustriert.
Max Verstappen beendete das FP1 auf dem dritten Platz, 0,513 Sekunden hinter Leclerc, obwohl seine Session alles andere als glatt lief. Frust am Funk über Probleme beim Herauslassen aus der Box und mangelndes Vertrauen bei den ersten Runs deuteten darauf hin, dass Red Bull hier noch Arbeit vor sich hat, um das volle Potenzial abzurufen.
Mercedes hingegen wirkte leise optimistisch. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli belegte den vierten Platz, knapp vor George Russell, und wirkte mit zunehmender Verbesserung der Streckenbedingungen immer sicherer. Antonelli führte die Session kurzzeitig auf Mediums an und fuhr sehr konzentriert – ein starker Kontrast zu seinem schwierigen Monaco-Wochenende im letzten Jahr.
Eine der bemerkenswertesten Geschichten des FP1 war die Leistung von Audi. Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto belegten die Plätze sieben und neun – beide in den Top Ten und, was entscheidend ist, ohne Zuverlässigkeitsprobleme. Nach einem schwierigen Saisonstart war dies ein sehr solides erstes Ausrufezeichen in Monaco.
McLaren hingegen ließ etwas Potenzial liegen. Lando Norris wurde Sechster und Oscar Piastri Achter; beide wurden durch Verkehr und die roten Flaggen behindert. Teamchef Zak Brown gab zu, dass die Ferraris stark aussähen, merkte aber an, dass McLaren zwar konkurrenzfähig sein sollte, aber noch Rundenzeit gefunden werden müsse.
An anderer Stelle erlebten die Racing Bulls eine chaotische Session. Liam Lawson touchierte die Leitplanken, war in einen Behinderungs-Zwischenfall verwickelt und wird zudem wegen des Verlassens der Boxengasse bei roter Ampel untersucht. Sowohl Lawson als auch Arvid Lindblad berichteten von Problemen mit der Lenkung, was dem Team viel Arbeit für die Nacht beschert.
Auch bei Haas war das FP1 angespannt, wobei die Funksprüche zwischen Esteban Ocon und Oliver Bearman die Frustration über Verkehr und beeinträchtigte Runden verdeutlichten.

Auch wenn das erste freie Training in Monaco immer mit Vorsicht zu genießen ist, lässt sich die Ferrari-Doppelführung nicht ignorieren. Leclerc wirkt auf heimischem Boden gelassen, Hamilton ist voll im Geschehen und die Konkurrenz ist bereits in der Verfolgerrolle. Da das Qualifying im Fürstentum wieder einmal entscheidend sein wird, hat das FP1 den Grundstein für ein faszinierendes Wochenende gelegt.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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