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Die Frage kursierte seit Tagen in den sozialen Medien: Könnte Kimi Antonelli der nächste Formel-1-Fahrer werden, der auf der Nordschleife antritt? Die Antwort lautet, zumindest vorerst, ein klares Nein – und sie kommt direkt von seinem Arbeitgeber.
In einem aktuellen Video äußerte der 19-jährige Mercedes-Pilot den Wunsch, die DMSB Nordschleife Permit (DPN) zu erwerben, und erklärte, er wolle dies „bis Ende des Jahres“ erreichen. Der Clip verbreitete sich schnell im Internet und befeuerte Spekulationen, dass der junge Italiener in die Fußstapfen von Max Verstappen treten und seinen eigenen Auftritt in der legendären „Grünen Hölle“ absolvieren könnte.
Doch Mercedes-Teamchef Bradley Lord war kategorisch, als er während des diesjährigen 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring auf das Thema angesprochen wurde. „Nein“, sagte er gegenüber Nitro, ohne eine Sekunde zu zögern. „Ich habe mit ihm darüber gesprochen. Ich glaube, er hat es eher als Scherz gemeint“, erklärte Lord, bevor er mit einem Grinsen hinzufügte, dass Antonelli es vielleicht „nach vier Weltmeisterschaften versuchen“ könne.
Der gezielte Verweis auf Verstappen war bezeichnend. Lord deutete an, dass der amtierende Champion „dank seiner Erfahrung vielleicht etwas mehr Spielraum hat“ als Antonelli – ein klares Zeichen dafür, dass Mercedes die Nordschleifen-Ambitionen seines jungen Wunderkindes als ein Thema für ein anderes Jahrzehnt betrachtet, nicht für eine weitere Saison.
Das Timing der Diskussion ist nicht ohne Ironie. Verstappen hatte gerade sein Debüt beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gegeben und fuhr an der Seite seiner Teamkollegen Daniel Juncadella, Jules Gounon und Lucas Auer im Mercedes von Verstappen.com Racing. Das Team gehörte über weite Strecken des Rennens zu den Spitzenreitern, doch ein Defekt am Antriebsstrang in den letzten Stunden beendete ihre Siegträume auf grausame Weise.
Der Kontrast zwischen Verstappens Situation und der von Antonelli ist krass. Während der vierfache Weltmeister auf jahrelange Motorsport-Erfahrung zurückgreifen kann – einschließlich mehrerer Einsätze auf der Nordschleife –, befindet sich Antonelli erst in seiner ersten Formel-1-Saison. Und nach allem, was man hört, ist dieses Debüt schlichtweg außergewöhnlich.
Für den Moment war Lord nachdrücklich: Antonellis voller Fokus muss auf der Formel 1 bleiben. Der Teenager hat diese Priorität eindrucksvoll gerechtfertigt. Nach vier Saisonrennen führt er die Fahrerwertung nach drei aufeinanderfolgenden Grand-Prix-Siegen an und hat einen Vorsprung von 20 Punkten auf seinen Teamkollegen George Russell. Mercedes führt derweil mit 180 Punkten die Konstrukteurswertung an und hat bisher jedes Saisonrennen gewonnen.
In diesem Kontext muss die Nordschleife warten. Wenn man als Teenager eine Formel-1-Weltmeisterschaft anführt, wird kein Teamchef – egal wie verständnisvoll – Abstecher in die Grüne Hölle genehmigen. Die Permit kann also erst einmal auf der Wunschliste bleiben.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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