Wird geladen

Argentiniens Präsident Javier Milei hat erklärt, dass das Land bereit sei, die Formel-1-Weltmeisterschaft wieder auszurichten. Damit befeuert er die Aussicht auf eine Rückkehr in den Rennkalender nach mehr als zwei Jahrzehnten Abwesenheit.
Milei äußerte sich dazu bei der Eröffnung des FIA American Congress in Buenos Aires, wo er die Motorsporttradition des Landes sowie die anhaltende Begeisterung für Autos und den Rennsport hervorhob.
„Der Automovil Club Argentino hat einen enormen Beitrag zum nationalen Motorsport geleistet, und Argentinien ist ein Land, das Autos liebt“, sagte Milei. „Die argentinische Leidenschaft für den Rennsport ist zeitlos.“
Anschließend sprach er eine direkte Einladung aus, sich eine Rückkehr der Formel 1 an der Seite der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) vorzustellen.
„Argentinien verfügt über alle notwendigen Voraussetzungen, um die Formel 1 und die Rallye-Weltmeisterschaft wieder in seinem Kalender willkommen zu heißen“, so Milei. „Wir haben die Tradition. Wir haben die Fahrer. Und wir entwickeln nun wieder die institutionelle Seriosität, die diese Kategorien fordern, bevor sie sich für ein Land entscheiden. Wir haben absolut alles.“
Die aktuelle Verbindung Argentiniens zur Formel 1 wird von Franco Colapinto angeführt, der vor zwei Jahren in die Serie einstieg und damit der erste argentinische Fahrer in der Meisterschaft seit 2001 wurde. Alpine hat seinen Vertrag kürzlich verlängert, sodass er auch im nächsten Jahr für das Team fahren wird.
Colapintos Popularität ist ein deutlicher Gradmesser für das Interesse des Landes an hochklassigem Formelsport. Als er im April eine Demonstrationsfahrt in Buenos Aires absolvierte, strömten Hunderttausende Fans herbei.
Sein Profil stand zudem im Mittelpunkt aktueller Diskussionen über die FIA-Regelhüter. Letzte Woche verurteilte der Weltverband die Anfeindungen gegen seine Stewards, nachdem Anhänger von Colapinto die sozialen Medien mit Beschwerden über zwei Strafen aus dem vorangegangenen Rennen überflutet hatten. Die FIA nannte Colapinto dabei nicht namentlich. Alpine bestätigt Franco Colapinto für die Formel-1-Saison 2027
Argentinien war zuletzt 1998 Gastgeber der Weltmeisterschaft. Die Formel-1-Geschichte des Landes begann in den 1950er Jahren, als Juan Manuel Fangio seinen Heim-Grand-Prix viermal gewann und auf dem Weg zu seinen damals rekordverdächtigen fünf Weltmeistertiteln war.
Alle 20 argentinischen Grands Prix fanden auf dem Autodromo de Buenos Aires Oscar y Juan Galvez statt. Ein Vorschlag zur Modernisierung der Strecke, um sie auf Formel-1-Standard zu bringen, kam 2017 auf, wurde jedoch nicht weiterverfolgt.
Mileis Äußerungen sind daher eher als Einladung denn als bestätigtes Rennprojekt zu verstehen. Eine Rückkehr würde voraussetzen, dass sich die von ihm genannten Bedingungen in einen tragfähigen Austragungsort und eine Kalendervereinbarung übersetzen lassen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.