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Marcin Budkowski hat Ferraris „Kniffe“ bei der Formel-1-Antriebseinheit als einen zentralen Schwerpunkt ausgemacht, nachdem er die Leitung von Cadillacs schwieriger Debütsaison übernommen hat.
Das von General Motors unterstützte Team erlebte eine herausfordernde erste Saisonhälfte. Nach elf Rennen haben weder Sergio Perez noch Valtteri Bottas einen WM-Punkt geholt. Die Upgrades von Aston Martin beim Großen Preis von Ungarn ließen Cadillac vor der Sommerpause zudem mit dem langsamsten Gesamtpaket im Feld zurück.
Budkowski löst Graeme Lowdon als Teamchef ab. Sein erstes Rennen in dieser Funktion steht am kommenden Wochenende beim Großen Preis der Niederlande an. Seine Ankunft folgt auf Cadillacs Verpflichtung des früheren Alpine- und FIA-Verantwortlichen, während das Team seine Entwicklungsarbeit und operative Ausrichtung stärken will.
Cadillac tritt derzeit als Ferrari-Kundenteam an und dürfte diese Rolle mindestens bis 2028 behalten. Budkowski betonte, dass Cadillac gemäß Reglement dieselbe Hardware und denselben Motor wie Ferrari erhält. Gleichzeitig erklärte er, dass technische Gleichheit auf dem Papier nicht automatisch gleiche Leistungen auf der Strecke garantiere.
Als Beispiel verwies er auf McLarens Erfahrungen mit Mercedes. McLaren hatte zu Saisonbeginn öffentlich kritisiert, vom Motorenpartner nicht alle Informationen über die Antriebseinheiten für 2026 zu erhalten. Trotzdem gewann das Team anschließend den Großen Preis von Ungarn. Für Budkowski zeigte das, welches Leistungspotenzial ein tieferes Verständnis des Energiemanagements freisetzen kann.
„Auch beim Verständnis der Feinheiten des Energiemanagements steckt noch viel Leistungspotenzial. Genau das kann einen Leistungsunterschied ausmachen“, sagte Budkowski gegenüber Medien, darunter Motorsport Week.
Budkowski bezeichnete den Ferrari-Motor als konkurrenzfähig und erwartet, dass er durch die ADUO-Upgrades noch stärker wird. Allerdings will er klären, ob Cadillac das Paket bereits vollständig ausschöpft. Dazu gehört auch die Untersuchung, wie Ferrari die Antriebseinheit auf der Strecke einsetzt.
„Die Beziehung ist wichtig. Aber es wird immer einen Bereich geben, in dem der Lieferant nicht unbedingt alle Kniffe teilt, mit denen sich die maximale Leistung herausholen lässt“, sagte er.
Budkowski stellte klar, dass er dies nicht als Kritik an Ferrari versteht. Die Aufgabe des Lieferanten bestehe darin, den bestmöglichen Motor bereitzustellen; Cadillacs Aufgabe sei es, ihn so effektiv wie möglich zu nutzen. Diese Unterscheidung steht nun im Mittelpunkt seiner ersten Herausforderung als Teamchef, während Cadillac weiter auf die ersten Formel-1-Punkte wartet.
Passend dazu: Bottas sieht trotz des punktlosen Starts Fortschritte bei Cadillac.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.