Pirelli nominiert C2, C3 und C4 für Sepangs Formel-1-Rückkehr

Nach dem dramatischen Rennen in Aserbaidschan reisen die Formel-1-Teams und -Fahrer zum Sepang International Circuit, wo der verschobene Große Preis von Bahrain ausgetragen wird. Pirelli hat für die Rückkehr der malaysischen Strecke in den Kalender nach neun Jahren eine vergleichsweise aggressive Reifenauswahl bestätigt.
C2, C3 und C4 eröffnen strategische Spielräume
Pirelli bringt die harte C2-Mischung, die mediumharte C3 und die weiche C4 mit. Jeder Fahrer erhält zwei Sätze der harten, drei Sätze der mediumharten und acht Sätze der weichen Reifen. Dazu kommen grüne Intermediates und blaue Regenreifen für den Fall, dass die Bedingungen es erfordern. Für die Fahrer, die es in Q3 schaffen, ist ein zusätzlicher Satz weicher Reifen reserviert. Bei einem trockenen Rennen müssen die Fahrer mindestens zwei verschiedene Slick-Mischungen verwenden.
Die Auswahl fällt weicher aus als die konservativere, härtere Dreierkombination, für die sich Pirelli hätte entscheiden können. Laut Reifenhersteller soll sie den Teams mehr strategische Möglichkeiten bieten und den Zeitunterschied zwischen Ein- und Zwei-Stopp-Strategien verringern. Damit rücken das Reifenverhalten und die Leistung über den gesamten Stint in den Mittelpunkt. Die Vorschau von Pirelli auf den Reifenverschleiß in Barcelona zeigt ebenfalls, wie stark die Wahl der Mischungen die Strategie beeinflussen kann.

Pirelli stuft Sepang als Strecke mit mittlerer Reifenbelastung ein, vergleichbar mit Spa-Francorchamps und Shanghai. Der raue Asphalt ist in etwa so abrasiv wie in Bahrain, doch die Strecke hat ihre eigenen Besonderheiten. Die Temperaturen dürften eine zentrale Rolle spielen: Thermischer Abbau gilt als wichtige Variable, und die Temperatur der Reifen an beiden Achsen im Griff zu behalten, zählt zu den größten Herausforderungen für die Teams.
Streckenentwicklung und wenige Vergleichsdaten
Am Freitag dürfte der Grip zunächst gering sein und sich im Laufe des Wochenendes mit der Weiterentwicklung der Strecke verbessern. Pirelli zufolge wurde der Belag zwischen den Kurven 6 und 12 – auch im Bereich von Kurve 9 – im Jahr 2023 erneuert. Ab Anfang September wurden weitere Arbeiten zur Nivellierung und Reinigung durchgeführt, um Unebenheiten im Asphalt zu beseitigen und den Zustand der Strecke zu verbessern. Trotz dieser Maßnahmen ergab eine aktuelle Einschätzung der Pirelli-Ingenieure, dass die allgemeinen Eigenschaften des Belags denen von 2017 sehr ähnlich sind.
Auch mit Blick auf die aktuelle Fahrzeuggeneration haben die Teams nur wenige aussagekräftige Daten. Deshalb kommt dem Training am Freitag zusätzliche Bedeutung zu: Die Fahrer müssen eine Strecke kennenlernen, die viele bislang nur aus dem Simulator kennen, während die Teams die Fahrzeugbalance abstimmen und das Reifenverhalten einschätzen.
Da die weichere Auswahl Ein- und Zwei-Stopp-Strategien näher zusammenbringen soll, könnten die ersten Trainings besonders wertvoll sein. Dort lässt sich herausfinden, wie schnell C2, C3 und C4 unter den Bedingungen in Sepang abbauen.
