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Der chinesische Autogigant BYD hat am Wochenende des Großen Preises von Monaco seine Prüfung eines möglichen künftigen Engagements in der Formel 1 fortgesetzt. Dabei fanden Gespräche auf höchster Ebene mit wichtigen Vertretern sowohl des Formula One Management als auch der FIA statt.
BYD-Vizepräsidentin Stella Li traf sich am Freitag mit Formel-1-CEO Stefano Domenicali, bevor sie am Samstag Gespräche mit FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem führte. Die Treffen unterstreichen, wie ernst BYDs Interesse inzwischen im Fahrerlager genommen wird – auch wenn der Weg des Unternehmens in die Meisterschaft noch längst nicht feststeht.
Auch Christian Horner könnte im größeren Zusammenhang weiterhin eine Rolle spielen. Li hatte sich bereits zuvor mit dem ehemaligen Red-Bull-Teamchef getroffen, um mögliche F1-Chancen zu besprechen. Motorsport Week zufolge war Horner beim Monaco E-Prix im vergangenen Monat vor allem wegen der in jener Woche stattfindenden „Build Your Dreams“-Veranstaltung vor Ort.
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BYDs Interesse wird dem Vernehmen nach ernst genommen. Offen bleibt jedoch, wie schnell sich der Hersteller angesichts seiner bislang begrenzten Motorsporterfahrung in der Formel 1 etablieren könnte. Einige hochrangige Akteure gehen davon aus, dass das Unternehmen weiterhin vor allem Informationen sammelt. Andere meinen, es könne noch Jahre dauern, bis BYD über die nötige Infrastruktur verfügt, um einen vollständigen F1-Betrieb aufzubauen.
Li hat öffentlich bestätigt, dass die Formel 1 für BYD attraktiv ist, und die Meisterschaft als Plattform beschrieben, die auf Energie, Emotion und Kultur beruht.
„Ich denke, Formel 1 ist reine Energie, die emotionale Verbindung zu den Menschen – und dann ist da die Kultur“, sagte sie. „Für BYD gilt: Wir sind ein Technologieführer.“
Spekulationen brachten BYD mit einer möglichen Übernahme eines bestehenden Teams in Verbindung, darunter der 24-Prozent-Anteil an Alpine, der derzeit Otro Capital gehört. Li deutete jedoch an, dass sich das Unternehmen nicht ausschließlich auf Teambesitz konzentriert.
„Wir suchen nach jeder Möglichkeit, um zu sehen, ob BYD-Technologie der FIA helfen kann, ob sie allen anderen Teams helfen kann“, sagte sie. „Unser zweites Ziel als BYD ist, hier auch eine Marke aufzubauen. Das ist also der Rahmen.“
BYDs Sondierungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die FIA über die künftige Motorenausrichtung nachdenkt, die nach 2030 eine geringere Elektrifizierung vorsehen könnte. Li sagte, BYD versuche weiterhin zu verstehen, welche Richtung eingeschlagen werde. Zugleich betonte sie, dass auch Verbrennungsmotoren Fachwissen erfordern, das für das Unternehmen relevant sei.
„Selbst wenn man einen Verbrennungsmotor einsetzen will, braucht man die beste Materialwissenschaft – und darin ist BYD sehr stark“, sagte sie.
Die Formel E mag auf den ersten Blick gut zur Elektrofahrzeugstrategie von BYD passen. Derzeit wird jedoch nicht davon ausgegangen, dass der Hersteller einen Einstieg in die vollelektrische Serie prüft.
Die Gespräche mit Domenicali und Ben Sulayem dürften fortgesetzt werden, während BYD seine langfristigen Optionen abwägt. Ein neues FIA-Interessensbekundungsverfahren für potenzielle F1-Bewerber wird kurzfristig nicht erwartet.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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