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Carlos Sainz macht es unmissverständlich klar: Williams muss sich in allen Bereichen steigern, wenn das Team 2026 weiter vorne mitkämpfen will.
Der Rennstall aus Grove hat einen schwierigen Saisonauftakt erlebt und bislang nur einmal gepunktet – dank Sainz’ neunten Platzes beim Großen Preis von China, ein Ergebnis, das er selbst als „kleinen Sieg“ bezeichnete. Diese bescheidene Ausbeute verdeutlicht, wie groß die bevorstehende Aufgabe ist.
Bereits die Vorsaison verlief holprig. Das Testprogramm von Williams wurde durch Verzögerungen und Produktionsprobleme rund um den neuen FW48 beeinträchtigt, der nach dem umfassenden 2026er-Reglement entwickelt wurde. Beim Shakedown in Barcelona im Januar fehlte das Team auffällig, konnte jedoch bei den Tests in Bahrain Boden gutmachen und absolvierte dort die drittmeisten Runden aller Teams.
Trotz der frühen Rückschläge gab es auch positive Ansätze. Alex Albon betonte mehrfach, das Team „wird es schaffen“, und beide Fahrer konnten einem schwierigen Gesamtpaket vereinzelt Positives abgewinnen. Die Realität bleibt jedoch ernüchternd: Der Einzug in Q2 ist zu einem Kraftakt geworden. Albon gelang dies in Australien, Sainz in Japan – vereinzelte Lichtblicke in einem ansonsten steinigen Kampf.

Im Kern von Williams’ Schwierigkeiten steht ein grundlegendes Problem: Der FW48 ist zu schwer.
„Ganz ehrlich, wir müssen viel Gewicht einsparen, das ist kein Geheimnis“, gab Sainz zu. „Wäre es ein gutes Auto, wenn wir das Gewicht reduzieren? Ich denke, wir können es deutlich besser machen.“
Der Spanier verwies dabei direkt auf die anfänglichen Produktionsprobleme als entscheidenden Faktor.
„Abgesehen vom Gewicht glaube ich, dass dieses Team das Potenzial hat, ein deutlich besseres Auto zu konstruieren und zu bauen, als wir es bisher getan haben. Zu Beginn des Jahres hatten wir viele Probleme in der Produktion, die die Fertigung des Autos verzögert haben. Dadurch wurde das Auto schwerer als erwartet.“
Die zusätzliche Masse hat es Williams erschwert, den Abstand zu den direkten Konkurrenten im Mittelfeld wie Haas, Alpine, Audi und Racing Bulls zu verkleinern. Zudem konnten die Fahrer die durchaus vorhandenen Stärken des Pakets nicht voll ausschöpfen.

Sainz stellt jedoch klar, dass es mit ein paar eingesparten Kilogramm nicht getan ist.
„Die Realität ist, dass wir uns alle deutlich steigern können, und als Team werden wir nicht nur Gewicht aus dem Auto nehmen. Wir müssen mehr Abtrieb generieren und eine bessere Balance finden – das sind die Ziele für dieses Jahr.“
Mit anderen Worten: Der Sanierungsplan ist vielschichtig. Gewicht reduzieren, Abtrieb erhöhen und die Gesamtbalance verbessern – es geht nicht um kleine Korrekturen, sondern um strukturelle Maßnahmen, die den Kurs von Williams unter dem neuen Reglement maßgeblich bestimmen werden.

Sainz entschied sich trotz anderer Angebote für Williams, nachdem ihn Teamchef James Vowles mit seiner langfristigen Vision überzeugt hatte, den Rennstall wieder an die Spitze zu führen. Zwar sorgte die vergangene Saison mit Platz fünf in der Konstrukteurswertung – deutlich vor Racing Bulls und gekrönt von zwei Podestplätzen durch Sainz – für Aufbruchsstimmung, doch das diesjährige Auto blieb bislang hinter den Erwartungen zurück.
Die anstehende Pause bietet eine wertvolle Gelegenheit. Zwar ist die Windkanalzeit von Williams aufgrund des fünften Platzes im Vorjahr im Vergleich zu Teams wie Alpine begrenzt, dennoch besteht Spielraum, die Schwächen gezielt anzugehen. Entscheidend ist zudem die Überzeugung, dass sich das Leistungspotenzial der Mercedes-Antriebseinheit besser ausschöpfen lässt, sobald die Probleme am Chassis gelöst sind.
Die Botschaft von Sainz ist klar und sachlich: Die Voraussetzungen für Fortschritte sind vorhanden – doch die Umsetzung muss sich deutlich verbessern, wenn Williams 2026 den Schritt zu echter Wettbewerbsfähigkeit schaffen will.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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