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Christian Horner darf gemäß der im letzten Sommer getroffenen Einigung in das Formel-1-Fahrerlager zurückkehren, doch sein Weg zurück in eine führende Rolle gestaltet sich zunehmend kompliziert. Es heißt, der ehemalige Red-Bull-Chef strebe mehr als nur eine Position als Teamchef an: Er möchte eine finanzielle Beteiligung an dem Rennstall, dem er sich anschließt.
Dieser Wunsch würde Horner die Art von Eigentümereinfluss verleihen, den er bei Red Bull nicht hatte, schränkt jedoch den Kreis der Möglichkeiten erheblich ein. Praktisch gesehen müsste jedes bestehende Team entweder eine echte Führungsvakanz haben oder über eine bestehende Machtstruktur verfügen, die bereit ist, Autorität abzugeben. Derzeit scheint beides nicht der Fall zu sein.
Der plausibelste Weg für ein Comeback schien Alpine zu sein. Laut der Daily Mail hat Horner Gespräche über den Kauf des 24-Prozent-Anteils geführt, der derzeit von Otro Capital gehalten wird. Diese hatten die Anteile 2023 erworben und suchen nun nach einem gewinnbringenden Verkauf.
Die Kosten für eine Investition in Alpine könnten Berichten zufolge bis zu 537 Millionen Pfund betragen, wobei der kürzlich abgeschlossene Gucci-Titelsponsoring-Deal zu einer höheren Bewertung beigetragen hat. Auch Mercedes soll mit Otro verhandelt haben, wobei die FIA jedoch unter Druck stehen soll, diese Vereinbarung aufgrund von Bedenken hinsichtlich der sportlichen Integrität zu blockieren.
Zak Browns Protestschreiben schien Horners Chancen zunächst zu verbessern, doch auch seine eigenen Gespräche sind mittlerweile ins Stocken geraten, obwohl es heißt, er verfüge über die nötige finanzielle Unterstützung, um einen Deal abzuschließen. Alpines allgemeine Position steht auch an anderer Stelle unter Beobachtung, unter anderem durch den laufenden regulatorischen Fokus im Rahmen des FIA-Überprüfungsverfahrens zu den Monaco-Strafen gegen Pierre Gasly.
Das Haupthindernis scheint Flavio Briatore zu sein. Der als Berater faktisch die Geschicke bei Alpine leitende Briatore gilt als nicht bereit, Horner „die Schlüssel“ zum Team zu überlassen. Obwohl den beiden ein gutes Verhältnis nachgesagt wird, möchte Briatore Berichten zufolge nicht in eine untergeordnete Rolle gedrängt werden.
Dies ist der Kern des Konflikts um Horners Comeback. Sein Reiz liegt in seiner Führungskompetenz, doch genau diese Anforderung macht es schwierig, ihn in eine bestehende Hierarchie einzugliedern.
Horner hat zudem vorsichtige Gespräche mit BYD über die Leitung eines potenziellen Formel-1-Einstiegs geführt – eine Möglichkeit, die mit der jüngsten Aufmerksamkeit rund um BYDs Formel-1-Interesse und Treffen in Monaco übereinstimmt. Ein solches Projekt könnte jedoch fünf Jahre bis zur Realisierung benötigen, was es eher zu einem langfristigen Weg als zu einer sofortigen Rückkehr macht.
Unter den aktuellen Teams soll Piero Ferrari zwar an Horner interessiert sein, doch der Vorsitzende John Elkann hält weiterhin an Fred Vasseur fest. Lawrence Stroll steht zwar in regelmäßigem Kontakt mit ihm, doch es ist unklar, ob Adrian Newey nach der angeblich angespannten Beziehung in seinen letzten Jahren bei Red Bull wieder mit seinem ehemaligen Kollegen zusammenarbeiten möchte.
Für den Moment mag Horner zwar berechtigt sein, zurückzukehren – doch den richtigen Sitz mit der entsprechenden Macht zu finden, erweist sich als weitaus schwieriger, als einfach nur das Fahrerlager wieder zu betreten.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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