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Nyck de Vries sicherte sich einen überraschenden Sieg im zweiten Rennen des Tokyo E-Prix-Double-Headers, nachdem wechselhafte Wetterbedingungen den Reifendruck erneut zum entscheidenden Faktor machten.
Das Rennen verlief nach einem ähnlichen Muster wie der zweite Shanghai E-Prix. Regenfälle vor dem Start stellten die Teams vor eine schwierige Entscheidung: Setzt man auf eine Regen-Abstimmung oder pokert man bei abtrocknender Strecke auf einen Reifendruck für trockene oder intermediäre Bedingungen? Als die Strecke unweigerlich abtrocknete, arbeiteten sich die Fahrer, die die aggressivere Strategie gewählt hatten, durch das Feld nach vorne.
De Vries war der größte Profiteur. Das Ergebnis bescherte ihm seinen zweiten Saisonsieg und unterstrich, wie schnell sich die Wettbewerbsordnung durch eine einzige strategische Entscheidung bei unbeständigen Bedingungen verändern kann.
Die bemerkenswerteste Leistung des Rennens zeigte Jake Dennis. Der ehemalige Tokyo E-Prix-Pole-Setter startete von Platz 18, entschied sich ebenfalls für das Reifendruck-Glücksspiel und startete eine späte Aufholjagd durch das Feld.
Dennis kam schließlich als Dritter ins Ziel und verwandelte eine der schwierigsten Startpositionen in ein wichtiges Meisterschaftsergebnis. Seine Aufholjagd brachte ihn an die Spitze der Gesamtwertung, während das zuvor führende Duo Mitch Evans und Pascal Wehrlein einen enttäuschenden Nachmittag erlebte.
Sowohl Evans als auch Wehrlein rutschten nach einem schwierigen Rennen in der Tabelle ab und belegten die Plätze 15 bzw. 17. Sie liegen nun auf den Plätzen zwei und drei der Meisterschaft, womit Dennis nach dem Tokyo-Double-Header den klarsten Aufwärtstrend vorweisen kann.
An einem traurigen Wochenende für Citroën nach dem Tod von Teamchef Cyril Blais lieferte Nick Cassidy mit dem zweiten Platz ein herausragendes Ergebnis. Sein Podiumsplatz war ein wichtiger sportlicher Lichtblick bei einer schwierigen Veranstaltung für das Team.
Der amtierende Weltmeister Oliver Rowland entschied sich ebenfalls für ein Intermediate-Setup und wurde Vierter, während Jean-Eric Vergne die Top Fünf komplettierte.
Eine Massenkarambolage sorgte zwei Runden vor Schluss für eine späte rote Flagge. Der anschließende Ein-Runden-Sprint brachte jedoch keine weitere Wende mehr, und das Feld fuhr bis ins Ziel am Limit. De Vries rettete den Sieg ins Ziel, während Dennis seinen bemerkenswerten Aufstieg vom Ende des Feldes mit einem Podiumsplatz und der Meisterschaftsführung krönte.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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