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Franco Colapinto verließ den Großen Preis von Italien zwar mit Platz neun und WM-Punkten für Alpine, doch das Rennergebnis bot kaum Trost, nachdem sich eine echte Podestchance in Sekundenschnelle in Luft aufgelöst hatte.
Von Startplatz sieben ins Rennen gegangen, machte der Alpine-Pilot bereits beim Start Boden gut, als Lewis Hamilton nach einer Kollision mit Charles Leclerc weit zurückgeworfen wurde. Leclercs Abflug am Ende der zweiten Runde spülte Colapinto noch weiter nach vorn, ehe er auch noch Oscar Piastri überholte. Kurz darauf musste das Rennen mit roten Flaggen unterbrochen werden.
Beim Neustart lauerte Colapinto auf Position vier und attackierte sofort Max Verstappen. Mit einem Manöver vor der ersten Schikane schob er sich kurzzeitig auf den dritten Rang, doch Verstappen konterte auf dem Weg zur Variante della Roggia und eroberte die Position zurück.
Nur wenige Meter später folgte der entscheidende Rückschlag: Colapinto verlor im Streckenabschnitt Lesmo die Kontrolle über seinen Boliden, rutschte durch das Kiesbett und fiel auf den 16. Rang zurück.
„Ich hatte eine riesige Chance und habe sie vergeben. Ich bin wirklich unglaublich traurig darüber“, gestand Colapinto nach dem Rennen gegenüber ESPN Argentina. „Es hätte ein fantastisches Rennen werden können, aber das war ein schwerer Fehler.“
Trotz des schmerzhaften Rückschlags war die anschließende Aufholjagd beachtlich. Colapinto berichtete, dass das Auto stark beschädigt worden war und er anfangs sogar ein vorzeitiges Aus befürchtet hatte. Das Team passte den Wagen mit den vorhandenen Einstellungen an, drosselte diverse Öffnungen und nahm dafür etwas mehr Luftwiderstand in Kauf, sodass er sich schließlich doch noch in die Punkte kämpfen konnte.
Sein Alpine-Teamkollege Pierre Gasly, der von der Pole-Position gestartet war und das Ziel auf Platz sieben sah, unterstrich, wie anspruchsvoll es war, im Kampf um das Podest mitzuhalten. Gaslys Startplatz eins hatte das Wochenende zuvor bereits entscheidend geprägt, wie auch unser Bericht über seine erste Formel-1-Pole in Monza zeigte.
Colapintos Enttäuschung linderte das allerdings kaum. Er betonte, Alpine hätte deutlich mehr Punkte mitnehmen müssen, und entschuldigte sich bei der Mannschaft – mit dem Versprechen, in Madrid eine bessere Leistung abzuliefern.
Auch seinem Duell mit Verstappen maß der Argentinier keine allzu große Bedeutung bei. Im Cockpit spiele es letztlich keine Rolle, wer neben einem fahre. Dennoch verdeutlichte der Zweikampf, was an diesem Tag möglich gewesen wäre.
„Rad an Rad mit den Top-Teams und Spitzenautos zu kämpfen, ist für uns normalerweise nicht drin“, resümierte Colapinto. „Eine solche Gelegenheit dann so herzuschenken, tut einfach extrem weh.“

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.