Colton Herta hakt Formel 2 ab: Formel-1-Traum rückt in weite Ferne

Hertas Superlizenz-Jagd verliert an Schwung
Colton Herta hat unmissverständlich klargestellt, dass er keine weitere Saison in der Formel 2 verbringen möchte, während seine Hoffnungen auf die nötigen FIA-Superlizenzpunkte für eine künftige Chance in der Formel 1 weiter schwinden.
Cadillac hatte seinen Ersatzfahrer mit einer klaren Zielvorgabe in die F2 geholt: Er sollte das Jahr in den Top 10 abschließen und so die Punkte sammeln, die für ein Formel-1-Cockpit zwingend erforderlich sind. Vier Rennwochenenden vor Saisonende rangiert Herta jedoch unter den letzten Sechs der Gesamtwertung und konnte in lediglich einem seiner vergangenen elf Rennen punkten.
Das Wochenende in Monza unterstrich die Schwere der Aufgabe. Herta verunfallte im Training, qualifizierte sich lediglich für Startplatz 20 und strandete im Sprintrennen im Kiesbett. Die fehlende Fahrpraxis im 1. Freien Training des darauffolgenden Wochenendes erschwerte den ohnehin schon mühsamen Versuch, die dringend benötigten Zähler einzufahren, zusätzlich.

Dieser jüngste Rückschlag reiht sich in eine Saison ein, in der Hitech generell zu kämpfen hat. Hertas Teamkollege Ritomo Miyata belegt in der Meisterschaft lediglich Rang 12. Hertas Aussagen deuten jedoch darauf hin, dass ein Teamwechsel innerhalb der Formel 2 für ihn keine Option darstellt.
„Kein Interesse“ an weiterem Formel-2-Jahr
Auf die Frage des deutschen Magazins F1-Insider, ob es Neuigkeiten zu seiner Zukunft gebe, antwortete Herta: „Im Moment nicht. Und ich weiß auch nicht, wann es soweit sein wird.“
Als er auf einen Verbleib in der F2 angesprochen wurde, fand er deutlichere Worte: „Ich denke, wir müssen abwarten. Aber ich habe kein Interesse an einem weiteren Jahr in der Formel 2.“
Herta kündigte an, die Meisterschaft künftig von der Seitenlinie aus zu verfolgen. Für die Saison 2027 plant die Rennserie die Einführung eines neuen Fahrzeugs mit überarbeiteten Front- und Heckflügeln. Der US-Amerikaner betonte, die Formel 2 bereits seit rund einem Jahrzehnt zu verfolgen; seine eigenen Einsätze hätten den Respekt vor den Fahrern und dem extrem hohen Niveau im Feld noch weiter gesteigert.

Nach dem Rennwochenende in Monza richtet sich der Blick der Nachwuchsserie nun nach Spanien; mehr dazu lesen Sie in unserer Vorschau auf die Formel 2 in Madrid.
IndyCar bleibt willkommene Ausweichroute
Ein Wechsel in die Formel 1 im kommenden Jahr scheint selbst dann unwahrscheinlich, falls Herta die Superlizenz-Hürde noch meistern sollte. Bei Cadillac ist nicht mit einer Änderung der Fahrerpaarung zu rechnen, zudem stünden für ein freies Cockpit mutmaßlich stärkere Kandidaten bereit – darunter Yuki Tsunoda, der bereits Interesse signalisiert hat.
Vor einer Rückkehr in die IndyCar Series schreckt Herta derweil keineswegs zurück. Der neunfache Rennsieger zeigte sich von seiner Konkurrenzfähigkeit in den USA überzeugt und rechnet nicht damit, dass ihm die Umstellung auf das neue Fahrzeugkonzept ab 2028 Probleme bereiten würde.
„Ich glaube, es steht außer Frage, auf welchem Niveau ich in der IndyCar fahre“, sagte Herta. „Deshalb denke ich nicht, dass eine Rückkehr und die erneute Anpassung ein Problem wären.“
