McLaren pausiert H-Wing in Madrid: Comeback in Baku geplant

McLaren wird sein rotierendes H-Wing-Konzept für den Großen Preis von Spanien an diesem Wochenende in Madrid vorerst auf Eis legen. Das System soll stattdessen später in der Saison auf dem Highspeed-Stadtkurs von Baku zurückkehren.
Das Team aus Woking entwickelte eine eigene Interpretation des rotierenden Formel-1-Heckflügels, nachdem Ferrari bei den Wintertests erstmals ein ähnliches Konzept erprobt hatte. Der Mechanismus rotiert um 180 Grad zwischen dem Kurven-Modus („Corner Mode“) und dem Geraden-Modus („Straight Mode“), wobei die Einstellung für die Geraden den Luftwiderstand spürbar senken soll.
McLarens System, intern als „H-Wing“ bekannt, feierte nach Verzögerungen bei der Einführung sein Debüt im freien Training beim Großen Preis von Ungarn. Nach weiteren Tests in Zandvoort folgte am vergangenen Wochenende beim Großen Preis von Italien schließlich der erste Renneinsatz. In Monza funktionierte das System wie erhofft und verhalf dem Boliden zu einer besseren aerodynamischen Effizienz auf den langen Geraden.

Vor der McLaren-Technikabteilung steht nun nicht mehr die Frage, ob das Konzept funktioniert, sondern auf welchen Strecken es genügend Performance bringt, um zusätzlichen Fertigungsaufwand zu rechtfertigen. Das Team wird den H-Wing vorerst auf seinem Low-Drag-Heckflügel belassen, anstatt den Mechanismus nachträglich an bestehende High-Downforce-Pakete anzupassen.
Kein H-Wing für Madrids High-Downforce-Konfiguration
Der neue Madring-Kurs in Madrid verlangt nach deutlich mehr Abtrieb. McLaren plant daher, den in Zandvoort eingeführten Heckflügel einzusetzen. Diese Spezifikation verfügt über stark geschwungene Endplatten, verzichtet jedoch auf den rotierenden Aktuator.
Angesichts begrenzter Produktionskapazitäten entschied sich McLaren für eine beschleunigte Entwicklung des H-Wings für Monza, da der potenzielle Vorteil durch reduzierten Luftwiderstand dort als deutlich größer eingestuft wurde als auf kurvenreicheren Kursen. Infolgedessen fertigte das Team keine Zandvoort-Version mit integriertem Rotationssystem an.

Die Monza-Spezifikation soll in Baku ihr Comeback geben – einer weiteren Strecke, auf der Topspeed und aerodynamische Effizienz den entscheidenden Unterschied machen. Für spätere Rennen plant McLaren zudem eine Weiterentwicklung mit hohem Abtrieb, die von Grund auf um den rotierenden Heckflügel-Aktuator herum konstruiert wird.
Ein Name mit McLaren-Historie
Die Bezeichnung „H-Wing“ bezieht sich auf den Buchstaben „H“ im Etihad-Logo auf dem Heckflügel des MCL40. Dieser Buchstabe liegt genau auf der Mittellinie, an der auch der Aktuator für den Straight Mode montiert ist. Damit setzt McLaren eine Firmentradition fort: Schon der berühmte F-Schacht („F-Duct“) von 2010 verdankte seinen Namen dem Vodafone-Schriftzug nahe der damaligen Einbauposition.
McLaren reist nach den Triumphen von Lando Norris auf dem Hungaroring und in Zandvoort als Mitfavorit nach Madrid. Alle sportlichen und technischen Hintergründe zum neuen Austragungsort finden Sie in unserer Vorschau auf den Großen Preis von Spanien 2026.
Auch die Racing Bulls, die in Monza ebenfalls einen eigenen rotierenden Heckflügel präsentiert hatten, dürften das System in Madrid vorerst in der Box lassen, da es nicht zur Charakteristik der Strecke passt. Eine Rückkehr des Flügels ist für einen späteren Zeitpunkt der Saison geplant.
