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Vor dem Rennwochenende zum Großen Preis von Japan geriet Red Bull wegen des Gewichts seines RB22 – gefahren von Max Verstappen und Isack Hadjar – massiv in den Fokus.
Auslöser war China, wo ein aufmerksamer Fan nach dem Qualifying auf dem Shanghai International Circuit ein Bild von Hadjars Auto auf der FIA-Waage machte. Die Anzeige soll 716,5 kg gezeigt haben. Da Hadjar rund 65 kg wiegen soll und Verstappen etwa 72 kg, schien das Bild darauf hinzudeuten, dass die Kombination aus Auto und Fahrer bei Red Bull mehr als 20 Kilogramm über dem für diese Saison festgelegten Mindestgewicht von 768 kg liegen könnte.
Wäre das zutreffend, entspräche es einem erheblichen Performance-Nachteil. Doch die Realität ist differenzierter.
Nach Informationen von RacingNews365 kämpft Red Bull tatsächlich mit Übergewicht – jedoch nicht in dem Ausmaß, das das virale Bild vermuten ließ.

Das Mehrgewicht soll sich im Bereich von neun bis zehn Kilogramm bewegen – nicht bei 20. Doch selbst diese Zahl bedarf einer Einordnung. Mehrere Faktoren beeinflussen den Wert auf der Waage, darunter das jeweilige Setup sowie sogar die Anzahl der Sensoren, die zu einem bestimmten Zeitpunkt am Auto montiert sind.
Dennoch sind 10 Kilogramm in der Formel 1 alles andere als unerheblich. Die Auswirkungen sind messbar – und kostspielig. In Performance umgerechnet entspricht dieser Nachteil rund zwei Zehntelsekunden pro Runde und beeinflusst zudem die Fahrzeugbalance – ein entscheidender Faktor, um konstant schnelle Rundenzeiten zu erzielen.
Zu Saisonbeginn blieb Red Bull trotz des Übergewichts konkurrenzfähig an der Spitze des Feldes. In den vergangenen Wochen hat sich das Kräfteverhältnis jedoch verschoben.
Während die Konkurrenz – auch durch Gewichtsreduktion – Fortschritte gemacht hat, ist Red Bull etwas zurückgefallen und findet sich nun eher im engen Mittelfeldkampf wieder, statt das Geschehen an der Spitze zu bestimmen. In einem dicht gedrängten Feld können selbst kleinste Nachteile spürbare Folgen haben.

Entlastung könnte jedoch in Sicht sein. Wie RacingNews365 weiter berichtet, arbeitet Red Bull an einem Update-Paket, das beim Großen Preis von Miami eingeführt werden soll.
Die neuen Komponenten sollen das Gewicht des RB22 reduzieren – mit dem Ziel von besseren Rundenzeiten und einer ausgewogeneren Fahrzeugbalance. Ursprünglich war das Paket für den Einsatz in Bahrain vorgesehen. Nach der Absage des Rennens wurde die Einführung jedoch verschoben.
Für Verstappen und Hadjar heißt es also noch etwas Geduld bewahren – doch die Erwartung ist klar: Ein leichterer RB22 könnte Red Bull den nötigen Impuls geben, um wieder konkurrenzfähig anzugreifen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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