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Abgesehen von der Ankunft eines neuen Konstrukteurs und zwei zurückkehrenden Fahrern wirkte das Formel-1-Feld 2026 zu Saisonbeginn weitgehend vertraut. Doch die sogenannte „Silly Season“ im Fahrerlager könnte vor ihrer turbulentesten Phase seit Jahren stehen – mehr als die Hälfte des Feldes hat zum Dezember keinen gültigen Vertrag mehr.
Hier ist eine vollständige Übersicht über den aktuellen Status jedes Fahrers.
McLaren hat seine Hausaufgaben gemacht. Lando Norris, dessen Vertrag im Januar 2024 bekannt gegeben wurde, ist nach aktuellem Stand mindestens bis 2027 an das Team gebunden, wobei die damals gewählte Formulierung „langfristig“ sogar über 2026 hinausweist. Oscar Piastri ist sogar noch besser abgesichert, nachdem er im März 2025 eine „Mehrjahresverlängerung“ unterzeichnet hat, die voraussichtlich bis mindestens 2028 läuft.
Bei Ferrari ist die Lage ähnlich gefestigt – und historisch bedeutsam. Der Vertrag von Charles Leclerc, der vor dem Großen Preis von Monaco bekannt gegeben wurde, verlängerte eine bestehende Vereinbarung bis 2029, was ihn zum am längsten unter Vertrag stehenden Ferrari-Fahrer der Moderne macht und seine Laufzeit über 2030 hinaus verlängert. Lewis Hamilton bestätigte unterdessen beim kürzlich ausgetragenen Kanada-GP, dass er sich mindestens bis Ende 2027 an die Scuderia gebunden hat.
Max Verstappen ist nominell bis 2028 an Red Bull gebunden, doch dieser Vertrag enthält leistungsbezogene Ausstiegsklauseln – und der vierfache Weltmeister hat explizit erklärt, dass er die F1 für 2027 verlassen wird, falls geplante Änderungen am neuen Reglement blockiert werden. Seine Zukunft wirft einen langen Schatten auf den restlichen Fahrermarkt.
Ein beträchtlicher Teil des Feldes ist nur bis zum Ende der laufenden Saison unter Vertrag, was einen dynamischen und potenziell explosiven Transfermarkt schafft.
Kimi Antonelli bei Mercedes ist einer der faszinierendsten Fälle. Der Teenager wurde erst im Oktober letzten Jahres offiziell für 2026 bestätigt, und obwohl seine Leistungen außergewöhnlich waren, läuft sein Vertrag technisch gesehen nach dieser Saison aus. Sein Teamkollege George Russell ist Berichten zufolge bis 2027 unter Vertrag, wobei die Formulierung seiner Vereinbarung jedoch Spielraum für Veränderungen lassen soll.
Bei Red Bull wurde Isack Hadjar nur für 2026 bestätigt. Er hat sich in seiner Debütsaison im Vergleich zu Verstappen recht gut geschlagen, auch wenn die Form des Autos ein limitierender Faktor war.
Williams hat sowohl Alex Albon als auch Carlos Sainz unter Verträgen, die zum Saisonende auslaufen – Albons „Mehrjahresvertrag“ aus dem Jahr 2024 deckt mindestens 2026 ab, während Sainz mit einer „Zweijahresvereinbarung mit Verlängerungsoptionen“ kam. Diese Optionalität wird bereits auf die Probe gestellt: Sainz' Management hat Gespräche mit Red Bull aufgenommen, da Williams' schwierige Saison 2026 Fragen über seine mittelfristige Zukunft aufwirft.
Racing Bulls hat Liam Lawson und den Rookie Arvid Lindblad – der bei seinem Debüt in Australien punktete und beim Sprint in Kanada nachlegte – nur für 2026 als Fahrer präsentiert.
Die Verträge von Fernando Alonso und Lance Stroll bei Aston Martin laufen ebenfalls nur bis zum Ende dieser Saison, was das erste Jahr der Werks-Partnerschaft mit Honda zu einer spannenden Angelegenheit macht.
Bei Haas sind sowohl Ollie Bearman als auch Esteban Ocon zum Jahresende vertragslos – und die Situation dort ist besonders volatil. Teamchef Ayao Komatsu musste kürzlich Spekulationen über einen Zerwürfnis mit Ocon während der Saison öffentlich zurückweisen, obwohl Yuki Tsunoda als Favorit für seine Nachfolge im Jahr 2027 gehandelt wird.
Pierre Gasly von Alpine ist nach einer Vertragsverlängerung während der Saison bis 2028 gebunden, während Franco Colapinto – dessen Form zu Saisonbeginn unter anderem einen siebten Platz in Miami und einen Karrierebestwert als Sechster in Kanada umfasst – nur für 2026 unter Vertrag steht. Der leitende Berater Flavio Briatore hat angedeutet, dass Colapinto auf dem richtigen Weg ist, um zu bleiben, wünscht sich aber auch Flexibilität, falls das Verstappen-Mercedes-Szenario eintreten und den Markt aufmischen sollte.
Audi hat sowohl Nico Hülkenberg als auch Gabriel Bortoleto mit „Mehrjahresverträgen“ ausgestattet. Hülkenbergs Vereinbarung deckt 2025 und 2026 ab, wobei angeblich auch 2027 im Gespräch ist.
Schließlich hat Cadillac – der neue Einsteiger der Saison – sowohl Sergio Perez als auch Valtteri Bottas mit „Mehrjahresverträgen“ bis 2027 ausgestattet. Perez war bisher der beeindruckendere der beiden, obwohl Berichte, die Bottas mit einem vorzeitigen Aus in Verbindung bringen, unbegründet zu sein scheinen.
Da so viele Cockpits zur Disposition stehen, versprechen die kommenden Monate, zu den folgenreichsten in der jüngeren F1-Geschichte zu gehören.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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