Wird geladen
Wird geladen

Ferrari ist mit einem fokussierten, aber ungewöhnlichen Entwicklungsprogramm zum Großen Preis von Österreich angereist. Die Scuderia setzt damit die Verfeinerungsphase fort, die mit dem großen aerodynamischen Update in Barcelona begonnen hatte.
Das Team hat für Spielberg vier aktualisierte Komponenten gemeldet, doch nur eine davon wird für die wettbewerbsorientierten Sessions am Auto verbleiben. Der überarbeitete Frontflügel ist das einzige Upgrade in Rennspezifikation, während der modifizierte Unterboden, neue Spiegelhalterungen und ein verändertes RV-Heckteil im freien Training ausschließlich als Korrelationstools dienen.
Die wichtigste Änderung ist eine aktualisierte Frontflügel-Endplatte, eine Weiterentwicklung der Geometrie, die Ferrari bereits beim letzten Rennen eingeführt hatte. Das Team hat die Anordnung der Diveplanes und der Fußplatten-Flügel verfeinert und baut damit auf der aerodynamischen Richtung auf, die mit der Barcelona-Spezifikation eingeschlagen wurde.
Ferraris erklärtes Ziel ist es, die an der Fahrzeugfront erzeugten Strömungsstrukturen zu stabilisieren, den lokalen Anpressdruck zu erhöhen und sicherzustellen, dass der Flügel den Unterboden und den Seitenkasten-Unterschnitt weiterhin mit konstantem Luftstrom versorgt. Praktisch gesehen ist dies die einzige Komponente in Spielberg, die direkt die Leistung im Qualifying und im Rennen beeinflussen soll.
Der Fokus auf aerodynamische Konsistenz kommt für das Team während eines anspruchsvollen Österreich-Wochenendes, an dem Charles Leclerc bereits gewarnt hat, dass Ferrari in Spielberg vor einer schwierigen Ausgangslage steht. Dieser breitere Kontext wurde in unserem Bericht über Leclercs Sorgen beim Österreich-GP unterstrichen, in dem sowohl die Geschwindigkeit auf den Geraden als auch die Kurven-Performance als Hauptprobleme hervorgehoben wurden.
Die anderen Updates sind Teil einer umfassenderen Datensammlung. Ferraris modifizierter Unterboden umfasst optimierte vordere Elemente und ein vereinfachtes, einzelnes vertikales Element, wodurch die Ingenieure das Verhalten auf der Strecke mit den Vorhersagen aus dem Windkanal und der CFD-Simulation vergleichen können.
Die überarbeitete Spiegelhalterung folgt der gleichen Logik. Sie ist kürzer und anders mit dem Seitenkasten verbunden; sie wurde eingesetzt, um zu bewerten, wie sich kleine strukturelle Änderungen auf den Luftstrom um den oberen Seitenkasten und den Cockpitbereich auswirken. Weder der Unterboden noch die Spiegelhalterung sind für einen Einsatz über das freie Training hinaus geplant.
Das bedeutendste experimentelle Teil ist die modifizierte RV-Heck- und Auspuffbaugruppe. Ferrari fuhr eine Konfiguration ohne das zentrale RV-Heckelement, wobei Dino Beganovic es im ersten freien Training am Steuer von Charles Leclercs Auto evaluierte.
Dieser Test ist von besonderer Relevanz, da das zusätzliche Winglet über dem Auspuff – das als innovative Ferrari-Lösung beschrieben wird, die lokalen Anpressdruck erzeugt und die Anströmung des Heckflügels verbessert – ab 2027 verboten sein wird. Der Verzicht darauf bietet Ferrari eine kontrollierte Gelegenheit, die aerodynamischen und motorseitigen Konsequenzen dieser Entfernung zu bewerten.
Obwohl das Flügelchen einen messbaren aerodynamischen Vorteil bietet, wird angenommen, dass es den Gegendruck reduziert und möglicherweise die Motorleistung beeinträchtigt. Ferraris überarbeitete Überlappung zwischen dem Auspuffauslass und seiner Halterung ist daher darauf ausgelegt, innerhalb des Reglements mehr lokalen Anpressdruck zu erzielen und gleichzeitig Erkenntnisse für zukünftige Layouts zu liefern.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare
Seien Sie der Erste, der Ihre Gedanken teilt!
Beiträge werden geladen...