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Ferrari hat bereits die zweite Entwicklungsstufe seiner Antriebseinheit im Rahmen des ADUO-Mechanismus geplant. Ein neu konstruierter Turbolader wird für die Zeit nach der Sommerpause erwartet, während das Team weiterhin versucht, den Rückstand auf Mercedes zu verringern.
Nach dem ersten ADUO-Checkpunkt in Montreal erhielt Ferrari für diese Saison zwei Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Motors. Die technische Bewertung der FIA ergab, dass der Leistungsrückstand gegenüber dem Verbrennungsmotor von Red Bull-Ford mehr als 4 % beträgt. Während die Messungen der FIA Red Bull als aktuellen Maßstab für die Antriebseinheit sehen, wird diese Einschätzung vom Team bestritten.
Ferraris unmittelbarer Fokus liegt auf Österreich, wo die erste Runde der ADUO-Modifikationen darauf abzielt, die Lücke zu Mercedes zu schließen – das von den meisten Beobachtern außerhalb des FIA-Prozesses als der wahre Referenzpunkt angesehen wird. Dieser Kontext steht auch in direktem Zusammenhang mit Ferraris breiteren Ambitionen in Österreich, deren Simulationserwartungen wir in unserem Bericht über Ferraris Österreich-Upgrade und den Titelkampf mit Mercedes beleuchtet haben.
Das erste ADUO-Paket konzentriert sich auf Änderungen am Brennraum, einschließlich der Verwendung eines Zylinderkopfs aus einer Stahllegierung. Diese Materialwahl ermöglicht es den Ferrari-Ingenieuren, Druck- und Temperaturbereiche zu erschließen, die mit einem herkömmlichen Motor aus einer Aluminiumlegierung nicht möglich wären.
Ferrari setzt für Österreich zudem verstärkt auf sein „Hot Engine“-Konzept, indem die Betriebstemperatur der Zylinder während der Verbrennung von derzeit 100 °C auf 110 °C angehoben wird. Theoretisch verbessern höhere Temperaturen die Effizienz, insbesondere in Kombination mit einem Shell-Kraftstoff, der einen höheren Brennwert aufweist. Der beabsichtigte Effekt ist, mehr Partikel zu verbrennen, weniger Restemissionen zu erzeugen und die vom Motor erzeugte mechanische Arbeit zu erhöhen.
Es gibt auch einen Vorteil beim Packaging: Höhere Betriebstemperaturen können kleinere Kühler ermöglichen, da die Differenz zwischen erhitztem und gekühltem Motorkühlmittel geringer ausfällt.
Es wird erwartet, dass Ferraris zweiter ADUO-Credit in einen neu gestalteten Turbolader investiert wird, der voraussichtlich in Zandvoort oder Monza zum Einsatz kommt. Der Durchmesser des Impellers soll unverändert bleiben, aber die Anzahl und der Winkel der Schaufeln werden sich unterscheiden; zudem sind Materialentwicklungen zu erwarten.
Zu Saisonbeginn hatte sich Ferrari bewusst für einen kleinen Turbolader entschieden, um das Turboloch nach dem Wegfall der MGU-H zu reduzieren. Diese Wahl sollte insbesondere bei Rennstarts einen Vorteil bieten. Das Fünf-Sekunden-Startverfahren der FIA hat diesen Vorteil jedoch effektiv neutralisiert, da es jedem Hersteller aus Sicherheitsgründen genügend Zeit gibt, den Turbolader hochzufahren und so stehende Autos in der Startaufstellung zu vermeiden.
Mercedes und Honda werden keine ADUO-Motoren einführen, während Ferrari versucht, dem frühen Schritt von Audi in Barcelona zu folgen, um mehr Leistungsspielraum zu gewinnen. Ferraris Paket in Barcelona hatte bereits gezeigt, dass das Team den Leistungsrückstand des 067/6-Motors gegenüber Mercedes durch eine effizientere Aerodynamik mit geringerem Luftwiderstand ausgleichen konnte, wobei der kolportierte Rückstand von 25 PS in der intensiven spanischen Hitze weniger sichtbar war.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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