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Die berühmte rosa Lackierung der Formel 1 begann mit einer Sponsoring-Chance, die Mercedes nicht nutzen wollte. Otmar Szafnauer, der während der rosa Ära die Teams Force India und später Racing Point mit Sitz in Silverstone leitete, hat nun enthüllt, wie der Vorstoß von Best Water Technology letztlich die Identität seines eigenen Teams veränderte.
Im Podcast High Performance Racing erklärte Szafnauer, dass sich BWT-Chef Andreas Weissenbacher für Rosa entschied, nachdem er eine Fachmesse für Wassertechnologie in Frankfurt besucht hatte. Fast alle konkurrierenden Filterhersteller setzten auf eine blaue Markenfarbe. Weissenbacher wollte deshalb einen Farbton, der BWT auf Anhieb unverwechselbar machen würde.
Das Unternehmen wandte sich zunächst an Mercedes, den damaligen amtierenden Weltmeister. Die Antwort fiel deutlich aus. „Der Mercedes-Vorstand sagte: ,Wir sind die Silberpfeile, nicht die rosa Pfeile‘“, erinnerte sich Szafnauer. Mercedes lehnte die Idee, zu den „rosa Pfeilen“ zu werden, letztlich ab.
Damit waren BWTs Formel-1-Ambitionen jedoch nicht beendet. Stattdessen verwies Mercedes-Teamchef Toto Wolff den Sponsor an Szafnauer. So entstand ein Kontakt, der das Erscheinungsbild der Weltmeisterschaft nachhaltig prägen sollte. Wolffs Rolle bei diesem Deal gehört zu den weiteren Geschichten rund um seine Führung bei Mercedes – ebenso wie seine jüngste Einschätzung des Teams.

Wolff verlangte keine finanzielle Beteiligung dafür, den Kontakt hergestellt zu haben. Szafnauer scherzte jedoch, er habe dem Mercedes-Chef als Dank ein Essen spendiert. Das eigentliche Risiko lag allerdings bei Szafnauer und seinem Team.
Nur zwei Wochen nach dem Gespräch mit Weissenbacher musste Szafnauer entscheiden, ob die Autos beim Saisonauftakt in Rosa antreten würden. Der Vertrag war noch nicht unterschrieben, und BWT hatte noch kein Geld überwiesen. Eine Änderung der Lackierung bedeutete außerdem, die indische Flagge zu entfernen. Damit wäre das Team ungeschützt gewesen, falls die zugesagte Unterstützung ausblieb.
„Ich habe alles auf eine Karte gesetzt“, sagte Szafnauer. Ihm war bewusst, dass Teambesitzer Vijay Mallya wenig begeistert gewesen wäre, wenn das Team mit rosa Autos, aber ohne Sponsorengeld erschienen wäre. Szafnauer vertraute Weissenbacher, traf die Entscheidung und setzte die Farbänderung um.
Das Wagnis zahlte sich aus. BWT hielt sein Wort und überwies das Geld – der Beginn einer der markantesten Lackierungen in der Formel 1. Was Mercedes als unvereinbar mit seiner silbernen Identität betrachtet hatte, wurde zum visuellen Markenzeichen von Force India und Racing Point. Zugleich zeigte sich: Im Sponsoring der Formel 1 kann eine mutige Absage andernorts den Weg zu einer noch unverwechselbareren Partnerschaft ebnen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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