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Der Große Preis von Österreich verlief für Ferrari alles andere als nach Plan. Was als vielversprechendes Wochenende begann, endete in einer Enttäuschung. Jamie Chadwick, Expertin bei Sky Sports Formula 1, identifizierte eine eingeschränkte Höchstgeschwindigkeit auf den Geraden sowie mögliche Überhitzungsprobleme als Hauptgründe für das ernüchternde Ergebnis von Lewis Hamilton und Charles Leclerc.
Das Team aus Maranello reiste mit dem Ziel an den Red Bull Ring, auf dem neuen Upgrade-Paket und dem Schwung von Hamiltons Sieg beim Großen Preis von Spanien aufzubauen. Das Qualifying schien diese Ambitionen zunächst zu bestätigen: Leclerc sicherte sich den zweiten, Hamilton den dritten Startplatz. Doch diese gute Ausgangslage konnte im Rennen nicht in Performance umgemünzt werden: Hamilton kam als Fünfter ins Ziel, während Leclerc auf den achten Platz zurückfiel.
Der Kontrast zum Samstag war eklatant, besonders nachdem Leclerc noch kurz zuvor die Reaktion von Ferrari nach dem starken Qualifying gelobt hatte – ein Thema, das wir bereits in unserem Bericht über Leclercs starke Reaktion nach dem Qualifying in Österreich beleuchtet haben.
In der Analyse nach dem Rennen bei Sky Sports F1 erklärte Chadwick, dass Ferraris Rennen durch mehrere gleichzeitig auftretende Probleme beeinträchtigt wurde. Den Anfang machte eine strategische Entscheidung, die nicht den erhofften Aufschwung brachte.
„Sie haben beim Strategie-Poker alles auf eine Karte gesetzt, aber es hat nicht wirklich funktioniert. Nachdem Hamilton während des virtuellen Safety-Cars auf die [harten] Reifen gewechselt hatte, hätte man eigentlich erwarten können, dass er mehr Boden gutmacht, als er es letztlich tat“, so Chadwick.
Für Chadwick lag das Problem jedoch nicht allein bei der Reifenwahl. Auf dem Red Bull Ring kann ein Mangel an Effizienz auf den Geraden schnell zu einer rennentscheidenden Schwäche werden, besonders wenn das Auto im Verkehr feststeckt.
„Die Geschwindigkeit auf den Geraden hat einen großen Einfluss, da man nicht so leicht überholen kann und hinter anderen Autos feststeckt. Es kamen einige Probleme zusammen. Aber zu Beginn des Rennens war Lewis direkt dran und hat Druck auf Russell ausgeübt“, fügte sie hinzu.

Chadwick gab zu, dass sie vom Ausmaß des Leistungsabfalls bei Ferrari überrascht war. Sie deutete an, dass Überhitzungsprobleme eine entscheidende Rolle dabei gespielt haben könnten, dass Hamilton und Leclerc ihre anfängliche Wettbewerbsfähigkeit nicht halten konnten.
„Ich war überrascht, wie stark sie zurückgefallen sind, aber Überhitzungsprobleme könnten der Grund sein, der sie wirklich ausgebremst hat“, sagte sie.
Auch Ferrari-Teamchef Fred Vasseur äußerte sich nach dem Rennen ungewohnt direkt und erklärte gegenüber Sky Sports, dass das Rennen dem Team schon früh aus der Hand geglitten sei.
„Wir hatten nicht das Tempo, um mit Mercedes und Max Verstappen zu kämpfen. Wir haben in den ersten Runden zu stark gepusht und mussten dann die Strategie ändern. Alles lief in die falsche Richtung. Das ist eine gute Lektion“, so Vasseur.
George Russell gewann den Großen Preis von Österreich von der Pole-Position aus, gefolgt von Max Verstappen auf dem zweiten und dem WM-Führenden Kimi Antonelli auf dem dritten Platz. Das Ergebnis hat auch die Fahrerwertung neu geordnet: Antonelli führt mit 171 Punkten, Russell rückt mit 131 Punkten auf den zweiten Platz vor, während Hamilton mit 125 Punkten auf dem dritten Rang liegt.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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