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Mehrere Fahrer besetzten während Max Verstappens Zeit bei Red Bull den zweiten Platz im Team. Für die meisten fiel der Vergleich ernüchternd aus. Verstappens Maßstab ist eine der größten Herausforderungen des Red-Bull-Programms – und die aktuellen Zahlen liefern einen ersten Hinweis darauf, dass Isack Hadjar damit besser zurechtkommen könnte als viele seiner Vorgänger.
Hadjar rückte zu Beginn der Saison 2026 auf, nachdem er im Jahr zuvor bei Racing Bulls eine beeindruckende Rookie-Saison absolviert hatte. Auch in seinem zweiten Jahr zieht der Franzose mit starken Leistungen Aufmerksamkeit auf sich. Das ermöglicht einen datenbasierten Vergleich mit Verstappens jüngsten Teamkollegen.
Das Bild ist noch nicht vollständig: Die Saison 2026 umfasst bislang erst elf Rennen, die zweite Hälfte steht noch bevor. Trotzdem gehören Hadjars Rückstände im Qualifying und in der Weltmeisterschaft derzeit zu den geringsten unter Verstappens Red-Bull-Teamkollegen.

Der erste Vergleich betrachtet die durchschnittliche Qualifying-Differenz. Untersucht wird Hadjars Leistung gegenüber Verstappen in den bisherigen Rennen der Saison 2026. Anschließend wird sie den Werten von Verstappens Red-Bull-Teamkollegen seit 2017 gegenübergestellt. Dieser Startpunkt ist im Datensatz bedeutsam, weil 2017 Verstappens erste vollständige Saison im Team war.
Um die Werte vergleichbar zu machen, wurden die Rundenzeiten auf 90 Sekunden normiert. So konnten längere oder kürzere Rundenzeiten die Größe der Abstände nicht verzerren. Das Ergebnis ermöglicht einen klareren Blick auf die relative Qualifying-Leistung in den verschiedenen Saisons.
Die Zahlen zeigen, dass Hadjar Verstappen seit Daniel Ricciardo am nächsten gekommen ist. Hadjars aktueller durchschnittlicher Rückstand beträgt etwas mehr als 0,1 Sekunden. Damit liegt er deutlich vor den Fahrern, die zwischen Ricciardos Red-Bull-Jahren und dem Beginn der Saison 2026 im zweiten Cockpit saßen.

Ricciardo setzte 2017 den stärksten Qualifying-Maßstab des Vergleichs. Seine durchschnittliche Differenz zu Verstappen lag damals bei etwa fünf Hundertstelsekunden. Das ist bis heute der kleinste Abstand im Datensatz. Hadjar hat diesen Wert noch nicht erreicht, seine aktuelle Leistung hebt ihn jedoch klar von den meisten jüngeren Teamkollegen Verstappens ab.
Noch ermutigender wird der Vergleich für Hadjar, wenn Ricciardos zweite Saison betrachtet wird. 2018 wuchs Ricciardos durchschnittlicher Rückstand auf knapp 0,2 Sekunden. Hadjars aktuelle Differenz ist kleiner. Der Franzose war Verstappen über eine einzelne schnelle Runde bislang also näher als Ricciardo in dessen zweiter gemeinsamer Saison mit dem Niederländer.
Das macht den Vergleich noch nicht endgültig. Hadjar muss die restliche Saison 2026 erst absolvieren, und sein Durchschnittswert kann sich im weiteren Verlauf verändern. Die frühen Daten liefern jedoch eine starke Ausgangslage: Unter Verstappens Teamkollegen seit 2017 weist bislang nur Ricciardos Saison 2017 einen geringeren durchschnittlichen Qualifying-Abstand auf.

Wie groß die Leistung ist, zeigt der Blick auf die Rückstände anderer Fahrer. Yuki Tsunoda hatte 2025 mit etwas mehr als 0,6 Sekunden die größte durchschnittliche Differenz des Vergleichs. Alex Albon lag 2020 ebenso wie Sergio Perez 2023 im Schnitt mehr als eine halbe Sekunde hinter Verstappen.
Pierre Gasly hatte 2019 mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Seine durchschnittliche Differenz betrug rund 0,5 Sekunden und entsprach damit Albon. Gasly bestritt in jener Saison zwölf Rennen für Red Bull, bevor er im direkten Tausch mit Albon zum damaligen Toro-Rosso-Team zurückkehrte.
Der Abstand zwischen Hadjars aktuellem Wert und diesen größeren Rückständen ist erheblich. Etwas mehr als eine Zehntelsekunde bedeutet einen deutlich engeren Qualifying-Vergleich als die Abstände von einer halben Sekunde oder mehr, die in mehreren anderen Saisons zu beobachten waren. Deshalb fällt Hadjars Saisonstart statistisch so positiv aus, obwohl die komplette Saison noch nicht beendet ist.
Weitere Hintergründe zur großen Aufmerksamkeit rund um Verstappen und Red Bull liefert Laurent Mekies’ Einschätzung, Verstappen und Red Bull seien eine „untrennbare Einheit“. Dieser Kontext macht die Leistung jedes Teamkollegen besonders aufschlussreich: Je näher der zweite Fahrer an Verstappen herankommt, desto bemerkenswerter ist das Ergebnis im jüngeren Red-Bull-Vergleich.

Das Qualifying-Tempo erzählt nur einen Teil der Geschichte. Als zweiter Maßstab dient der Punkteabstand zwischen Verstappen und seinem Teamkollegen. Auch hier gehört Hadjar derzeit zu den Fahrern, die dem Niederländer am nächsten kommen.
Nach elf Rennen der Saison 2026 liegt Hadjar 41 Punkte hinter Verstappen. Das ist bereits ein beachtlicher Rückstand, im Vergleich zu mehreren jüngeren Red-Bull-Paarungen jedoch ein relativ kleiner. Der Vergleich bleibt vorläufig, weil die Saison noch nicht beendet ist. Die verbleibenden Rennen können den Abstand sowohl verkleinern als auch vergrößern.
Die bisherigen Zahlen unterscheiden sich dennoch deutlich von den Abständen der vergangenen Jahre. Der größte Rückstand des Vergleichs entstand 2025, als Verstappen die Saison 388 Punkte vor Tsunoda beendete. Auch 2023 war die Differenz mit 290 Punkten Vorsprung auf Perez enorm.

Perez’ Saison 2023 braucht in diesem Zusammenhang eine wichtige Einordnung. Obwohl Verstappen die Meisterschaft deutlich vor ihm beendete, war Perez als Zweiter weiterhin sein engster Verfolger in der Gesamtwertung. Das unterstreicht die Stärke von Red Bull in jener Saison und zeigt zugleich, wie schwierig es selbst im dominanten Schwesterauto war, mit Verstappens Punkteausbeute mitzuhalten.
Ricciardo ist der einzige Fahrer im Vergleich, der als Red-Bull-Teamkollege in einer Saison mehr Punkte als Verstappen erzielte. Das gelang 2017: Ricciardo beendete die Saison mit 200 Punkten, Verstappen kam auf 168. Der Australier lag damit 32 Punkte vorne.
2018 änderte sich das Bild, als Verstappen mehr Punkte als Ricciardo sammelte. Dennoch blieb Ricciardos Rückstand der bislang kleinste in einer abgeschlossenen Saison: Er lag am Jahresende 79 Punkte hinter seinem Teamkollegen.

Diese 79 Punkte sind der Maßstab für Hadjar über eine komplette Saison. Sein aktueller Rückstand beträgt nach elf Rennen lediglich 41 Punkte. Damit besteht die Möglichkeit, dass er die Saison 2026 mit einer geringeren Differenz beendet als Ricciardo 2018. Ob es dazu kommt, hängt vom weiteren Saisonverlauf ab – die aktuelle Entwicklung gibt Hadjar jedoch ein realistisches statistisches Ziel.
Zusammengenommen zeichnen die Qualifying- und Punktedaten ein konsistentes Bild. Hadjar profitiert nicht nur in einer einzelnen Kategorie. Sein durchschnittlicher Rückstand im Qualifying beträgt etwas mehr als eine Zehntelsekunde, während seine Differenz in der Weltmeisterschaft nach elf Rennen bei 41 Punkten liegt.
Damit liegt er in den relevanten Vergleichen näher an Verstappen als Gasly, Albon, Perez und Tsunoda. Zugleich ist er in Reichweite der beiden Ricciardo-Maßstäbe: Aktuell liegt er hinter Ricciardos Qualifying-Leistung von 2017, aber vor dessen Qualifying-Differenz von 2018. Sein Punkteabstand ist zudem noch geringer als Ricciardos Rückstand von 79 Punkten in jener abgeschlossenen Saison.
Die Unterscheidung zwischen den beiden Messgrößen ist wichtig. Ein geringer Qualifying-Abstand zeigt, dass Hadjar Verstappens Tempo über eine einzelne Runde annähernd mitgehen konnte. Der Punktevergleich zeigt anschließend, wie sich dieses relative Tempo nach elf Rennen in der Meisterschaft niedergeschlagen hat. Beide Ergebnisse weisen in dieselbe Richtung: Hadjars Einstieg bei Red Bull ist statistisch stärker als der der meisten jüngeren Teamkollegen.

Diese Schlussfolgerung sollte nicht übertrieben werden. Hadjars Saison ist noch nicht beendet, und die verfügbaren Zahlen decken nur die ersten elf Rennen ab. Außerdem erstreckt sich der Vergleich mit den früheren Fahrern über unterschiedliche Saisons. Die Werte zeigen daher vor allem die Größe der Abstände und unterstellen nicht, dass alle Kampagnen unter identischen Bedingungen stattfanden.
Dennoch ist die frühe Evidenz deutlich genug, um Hadjars Leistung hervorzuheben. Red Bulls zweites Cockpit erwies sich im Vergleich mit Verstappen als schwierige Aufgabe. Mehrere Fahrer lagen im Qualifying am Saisonende mehr als eine halbe Sekunde zurück und sammelten Hunderte Punkte weniger. Hadjars aktuelle Werte sind in beiden Kategorien deutlich besser.
Die wichtigste Einschränkung ist zugleich die offensichtlichste: In der Saison 2026 ist noch ein langer Weg zu gehen. Hadjars Rückstand von 41 Punkten kann sich bis zum Saisonende erheblich verändern, und auch seine durchschnittliche Qualifying-Differenz kann sich mit jeder weiteren Session verschieben.
Deshalb muss das endgültige Urteil warten. Die aktuellen Zahlen sind vielversprechend, aber noch nicht abschließend. Sie zeigen, dass Hadjar seine Red-Bull-Karriere näher an Verstappen begonnen hat als die Mehrheit der untersuchten Fahrer. Wo er in der Rangliste abgeschlossener Saisons landen wird, steht jedoch noch nicht fest.

Für den Moment hat der Franzose jedoch eine Position erreicht, die nur wenige von Verstappens Teamkollegen geschafft haben. Sein Qualifying-Rückstand beträgt etwas mehr als 0,1 Sekunden, seine Punktedifferenz nach elf Rennen 41 Zähler – und beide Werte fallen im Vergleich zur jüngeren Red-Bull-Historie positiv aus. Sollte Hadjar dieses Niveau in der zweiten Saisonhälfte halten, hat er eine echte Chance, über eine komplette Saison einen neuen Maßstab für den kleinsten Punkteabstand zu Verstappen zu setzen.
Die Statistik liefert damit ein nüchternes, aber deutliches Urteil: Hadjar hat Ricciardos beste Red-Bull-Saison noch nicht erreicht, sich aber seit dessen Kampagne 2017 als Verstappens engster Teamkollege etabliert. Die verbleibenden Rennen werden zeigen, ob aus diesem vielversprechenden Auftakt eine der stärksten Leistungen auf dem zweiten Red-Bull-Sitz in der Verstappen-Ära wird.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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