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Der Entwicklungskampf rückt in Zandvoort wieder in den Mittelpunkt, wo Ferrari und McLaren zum Wiederbeginn der Saison bedeutende Upgrades einführen werden. Die Strecke wird ein unmittelbarer Test dafür sein, ob beide Teams ihre jüngsten Fortschritte in Leistung gegen Mercedes ummünzen können.
Ferraris wichtigste Neuerung ist ein neuer Unterboden für den SF-26, eine Weiterentwicklung der Version, die im Juni in Barcelona eingeführt wurde. Das Ziel ist klar: mehr Abtrieb durch die Karosserie zu erzeugen und gleichzeitig die allgemeine Performance des Autos zu verbessern.
Dieser zweite Aspekt ist besonders wichtig. Ferrari möchte, dass der SF-26 auch auf kurvenreicheren Strecken konkurrenzfähig bleibt, wo lange Geraden und reine Höchstgeschwindigkeit weniger entscheidend sind. Zandvoort stellt daher eine direkte Überprüfung dar, ob der neueste Unterboden diese Anforderung erfüllt.

Das Upgrade war Berichten zufolge ursprünglich nicht für den Großen Preis der Niederlande geplant. Die Analysen der Grands Prix in Österreich und Großbritannien – Strecken mit nahezu gegensätzlichen Charakteristiken – zeigten jedoch weitere Verbesserungsmöglichkeiten auf. Auf dem Red Bull Ring konnte der SF-26, teilweise aufgrund der gewählten Abstimmung, nicht an die Leistung anknüpfen, die er zwei Wochen zuvor in Barcelona gezeigt hatte.
Ferrari reagierte darauf, indem das Team den Unterboden modifizierte und die benötigten Teile noch vor der obligatorischen zweiwöchigen Sommerpause in die Produktion gab. Die Geschwindigkeit dieses Prozesses dürfte die Einschätzung der Konkurrenzteams bezüglich Ferraris Entwicklungs- und Produktionskapazitäten weiter stärken.
Der Unterboden ist nur der erste Schritt in Ferraris umfassenderem Entwicklungsprogramm für die zweite Saisonhälfte. Die aktualisierte Antriebseinheit soll wie geplant beim Großen Preis von Monza im Rahmen des zweiten ADUO-Fensters eingeführt werden.

Die bedeutendste Änderung ist eine Turbine mit größerem Durchmesser, die die Leistung des Verbrennungsmotors auf den Geraden verbessern soll. Der genaue Gewinn bei maximaler Drehzahl ist schwer zu beziffern, und es wird nicht erwartet, dass das Upgrade den Rückstand auf Mercedes HPP und Red Bull Powertrains sofort eliminiert. Darauf wird Ferrari bis 2027 warten müssen.
Dennoch wird das Vertrauen in Maranello als hoch beschrieben. Die bisher gesammelten Daten deuten darauf hin, dass die Kombination aus aerodynamischen Fortschritten und einem schrumpfenden Rückstand bei der Motorleistung Ferrari eine solide Basis bieten könnte, um Mercedes in der zweiten Saisonhälfte herauszufordern. Das umfassendere Bild der Upgrades in Zandvoort wird hier behandelt.

Auch McLaren wird einen neuen Unterboden für den MCL40 mitbringen und damit das Entwicklungspaket vervollständigen, das in Ungarn eingeführt wurde, wo das Team zum ersten Mal in diesem Jahr gewann.
Der Rennstall aus Woking hat die Schwächen des Autos identifiziert, obwohl einige davon in Designentscheidungen begründet sind, die während der Saison nicht mehr geändert werden können. Der kurze Radstand macht den MCL40 beispielsweise sehr empfindlich gegenüber Abstimmungsänderungen und erschwert die Suche nach der richtigen Balance.
McLaren ist dennoch davon überzeugt, dass die neueste Entwicklungsrichtung endlich das Potenzial des Autos freisetzen kann – ein Potenzial, das während eines Großteils der ersten Saisonhälfte weitgehend ungenutzt blieb. Zandvoort wird zeigen, ob dieser Glaube dem komprimierten Zeitfenster eines Sprint-Wochenendes standhalten kann.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.