Ferrari: Untersuchung nach Hamiltons Bremsdefekt in Madrid

Ferrari hat eine umfassende Untersuchung des Defekts an der Bremsanlage angekĂŒndigt, der Lewis Hamilton beim GroĂen Preis von Spanien auf dem Madring nach nur sechs Runden zur Aufgabe zwang.
Hamilton war von Platz vier ins Rennen gegangen und reiste mit einer beeindruckenden Serie an, bei der er in jedem Saisonrennen Punkte geholt hatte. Dieser Lauf fand jedoch ein abruptes Ende, als das Bremspedal beim Anbremsen von Kurve 5 durchsackte. Dadurch trug der Brite zu viel Schwung in die Kurve und touchierte leicht die Streckenbegrenzung.
Der siebenfache Formel-1-Weltmeister berichtete, dass sich das Pedal anschlieĂend wieder normal anfĂŒhlte, bevor es wenige Kurven spĂ€ter erneut nachgab. Ferrari versuchte noch, das Problem vom Kommandostand aus in den Griff zu bekommen, doch als der Defekt erneut auftrat, blieb dem Team keine andere Wahl, als das Auto abzustellen.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur erklÀrte, dass die genaue Ursache derzeit noch unklar sei.
âZum jetzigen Zeitpunkt wissen wir noch nicht genau, was den Defekt am Bremssystem ausgelöst hat, der ihn zur Aufgabe zwangâ, sagte Vasseur den Medienvertretern nach dem Rennen. âAber wir werden der Sache grĂŒndlich auf den Grund gehen.â
Er ergĂ€nzte: âDas Pedal fiel durch. Wir haben von der Boxenmauer aus versucht, das Problem zu beheben, aber dann trat es erneut auf.â

Ein langes oder durchsackendes Bremspedal deutet ĂŒblicherweise auf einen Verlust des hydraulischen Drucks hin. Ferrari kĂ€mpfte in dieser Saison bereits wiederholt mit Unstimmigkeiten beim BremsgefĂŒhl, wenngleich das Team bisher nicht bestĂ€tigen kann, ob diese Vorkommnisse mit dem Ausfall auf dem Madring zusammenhĂ€ngen. Diese Ungewissheit macht die Analyse umso dringlicher, da Hamiltons Ausfall eine heikle ZuverlĂ€ssigkeitsschwĂ€che in einer kritischen Saisonphase schonungslos offengelegt hat.
Leclerc betreibt Schadensbegrenzung fĂŒr Ferrari
Charles Leclerc rettete das Wochenende fĂŒr die Scuderia zumindest teilweise und ĂŒberquerte die Ziellinie als Vierter â 29,116 Sekunden hinter Rennsieger Kimi Antonelli und hauchdĂŒnne 0,713 Sekunden vor George Russell.
Ferrari wÀhlte bei der Bereifung eine geteilte Strategie: Ein Bolide startete auf den weichen, der andere auf den harten Pneus. Leclercs erster Stint entwickelte sich dabei zum zentralen taktischen Schachzug: Er fuhr fast 50 Runden lang auf der harten Mischung und hielt dabei eine konkurrenzfÀhige Pace.

Diese Entscheidung basierte auf der Spekulation ĂŒber eine Safety-Car-Phase oder eine Rennunterbrechung mit roter Flagge. Wie Vasseur darlegte, hĂ€tte eine rote Flagge die Chance eröffnet, um den Sieg mitzukĂ€mpfen, wĂ€hrend ein spĂ€tes Safety Car womöglich Rang drei eingebracht hĂ€tte. Zwar blieb jede Neutralisierung aus, doch Ferrari hielt das Risiko fĂŒr vertretbar â und Leclerc setzte den Plan souverĂ€n um. NĂ€here HintergrĂŒnde dazu liefert die Rennstrategie-Analyse zum Spanien-Grand-Prix.
In der Fahrer-Weltmeisterschaft belegt Hamilton mit 191 Punkten weiterhin Rang drei, wĂ€hrend Leclerc mit 167 ZĂ€hlern auf Platz fĂŒnf folgt. Der Fokus von Ferrari richtet sich nun auf das nĂ€chste Rennen in Aserbaidschan am Samstag, den 26. September. Bis dahin dĂŒrfte die Ursachenforschung zu Hamiltons Bremsdefekt fĂŒr die Ingenieure in Maranello oberste PrioritĂ€t haben.
