Honda baut Führung für F1-Motor 2026 nach Aston-Martin-Krise um

Honda leitet geplanten Wechsel im F1-Motorenprogramm ein
Honda vollzieht einen Führungswechsel in der Entwicklung seines Formel-1-Motors, um sich frühzeitig auf das neue technische Reglement für 2026 und die Folgejahre auszurichten.
Tetsushi Kakuda, der die Entwicklung der Honda-Power-Unit für die F1-Saison 2026 bislang leitete, wird ab Anfang des kommenden Monats von seinem bisherigen Stellvertreter Yoichiro Fukao abgelöst. Honda bezeichnete diesen Schritt als „geplanten Übergang“.
Beide Ingenieure blicken auf eine mehr als zwei Jahrzehnte lange Laufbahn in Hondas Motorsportabteilung zurück, in der sie sowohl in der Formel 1 als auch in der MotoGP tätig waren. Laut Herstellerangaben soll die Umstrukturierung dazu dienen, zu einem frühen Zeitpunkt des neuen Reglementzyklus eine noch schlagkräftigere Entwicklungsbasis aufzubauen.
„Mit Blick auf die Einführung des neuen Reglements 2026 und die ab 2027 erwarteten weiteren Regeländerungen will Honda eine robuste Entwicklungsstruktur schaffen. Durch den frühzeitigen Übergang in die neue Führung wollen wir eine hochgradig konkurrenzfähige Power Unit bereitstellen“, teilte Honda in einer offiziellen Stellungnahme mit.

Partnerschaft mit Aston Martin unter erheblichem Druck
Der Personalwechsel an der Spitze fällt in eine sportlich komplizierte Premierensaison für das Gespann Honda und Aston Martin. Das anhaltende Formtief zählt zu den dominanten Schlagzeilen der Saison 2026: Nach mageren drei Zählern liegt die Werksallianz in der Konstrukteurswertung lediglich vor Neueinsteiger Cadillac.
Zwar brachten Updates an Chassis und Triebwerk rund um die Sommerpause kleinere Lichtblicke, die erhoffte Trendwende blieb jedoch aus. Vor allem die Fahrbarkeit bereitet weiterhin große Sorgen und erhöht den Erfolgsdruck auf Hondas Entwicklungsabteilung spürbar.
FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem traf sich bereits mit Aston-Martin-Eigentümer Lawrence Stroll, um über mögliche Hilfestellungen für Honda zu beraten – darunter auch etwaige Zugeständnisse bei der Weiterentwicklung. Dieser Schritt verdeutlicht die Dimension der Hürden, vor denen der Motorenhersteller und sein britisches Werksteam stehen.
Beim Großen Preis von Spanien musste Lance Stroll das Rennen vorzeitig aufgeben, während Fernando Alonso das Ziel als 17. mit zwei Runden Rückstand überquerte. Alonso klagte im Anschluss über ein „extrem schwaches“ Triebwerk sowie eine mangelhafte Ladedruckkontrolle, wenngleich ein früher Karosserieschaden seine Rundenzeiten zusätzlich beeinträchtigte. Den Ursachen seines Frusts widmet sich auch der Beitrag Alonso warnt FIA-Präsident: „F1 kann so nicht weitermachen“.
Krack dämpft Erwartungen an Power-Unit-Fortschritte
Angesprochen auf die Entwicklungsfortschritte der Ausbaustufe nach den jüngsten drei Rennwochenenden räumte Aston Martins leitender Streckeningenieur Mike Krack ein, dass Leistungszuwächse beim Antriebsmotor deutlich mehr Geduld erfordern als Verbesserungen am Chassis.
„Wir sitzen alle im selben Boot“, betonte Krack. Er verwies darauf, dass Honda und Aston Martin schon mehrere Probleme gemeinsam bewältigt hätten und man nun Schritt für Schritt vorankommen müsse. Für das unter starkem Erfolgsdruck stehende Bündnis soll Hondas interne Neuausrichtung daher nachhaltigen Schwung entfachen – ein Wunder über Nacht verspricht sie indes nicht.
