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Ferrari-Teamchef Fred Vasseur hat bestätigt, dass das erste große Upgrade-Paket der Scuderia in der Saison 2026 nun beim Miami Grand Prix debütieren wird. Grund dafür sind die Änderungen im Rennkalender infolge der anhaltenden Krise im Nahen Osten.
Ursprünglich als sechster Lauf am ersten Maiwochenende geplant, wurde Miami vorgezogen und ist nun das vierte Rennen der Saison, nachdem der Große Preis von Bahrain und der Große Preis von Saudi-Arabien abgesagt wurden. Die beiden Veranstaltungen fielen dem anhaltenden Krieg zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran zum Opfer.
Die Umstrukturierung hat eine ungewöhnliche Lücke im Kalender geschaffen: Erstmals seit 2020 findet im April kein Grand Prix statt. Dadurch fehlt den Teams das gewohnte Zeitfenster, um bereits beim Großen Preis von Japan in Suzuka am kommenden Wochenende umfangreiche Entwicklungspakete einzuführen.
Ursprünglich hatten viele Teams den Großen Preis von Bahrain in Sakhir als ersten wichtigen Meilenstein der Saison für Updates ins Auge gefasst. Die Strecke gilt als bestens bekannt – nicht zuletzt, weil dort zwei der drei Vorsaisontests stattfanden – und bot sich daher als logischer Ort für größere technische Neuerungen an.
Mit der Streichung von Bahrain aus dem Kalender wurden diese Pakete jedoch verschoben.
Vasseur ist überzeugt, dass diese Verzögerung nicht nur Ferrari betrifft, sondern das gesamte Feld.
„Niemand kann heute sagen, wie die Situation in Bahrain und Dschidda gewesen wäre – wir alle entwickeln unsere Autos derzeit intensiv weiter“, erklärte Vasseur gegenüber Medienvertretern, darunter RacingNews365.
Zugleich machte er deutlich, dass Zurückhaltung zu Saisonbeginn ohnehin Teil der finanziellen Strategie war.
„Ich glaube nicht, dass man in Melbourne, Shanghai oder Japan neue Teile gesehen hätte – schon allein wegen der Budgetobergrenze.“
„Ich denke, alle hatten ein großes Upgrade für Bahrain vorgesehen, und das wird nun auf Miami verschoben.“
Doch selbst Miami bringt Herausforderungen mit sich. Sowohl der Miami Grand Prix als auch der Große Preis von Kanada sind als Sprint-Wochenenden angesetzt. Das verkürzt die Trainingszeit erheblich und erschwert die Bewertung umfangreicher Upgrades.
Im Anschluss folgt Monaco – traditionell eine Strecke, auf der sich neue Teile nur schwer objektiv beurteilen lassen. Das nächste klassische Rennwochenende mit ausreichend Trainingszeit für eine gründliche Analyse ist daher der Große Preis von Barcelona-Katalonien Mitte Juni.
Trotz des komprimierten und ungewöhnlichen Kalenders richtet Vasseur den Fokus klar auf die eigene Arbeit, anstatt über die Strategien der Konkurrenz zu spekulieren.
„Ich kann nicht vorhersehen, welches Paket Mercedes, Red Bull, McLaren oder wir bringen werden – wir konzentrieren uns auf uns selbst.“
„Lasst uns bis Miami alles herausholen. Wir haben jetzt auch mehr Zeit, um weiterzuentwickeln und zusätzliche Performance nach Miami zu bringen. Das gilt für uns, aber genauso für unsere Wettbewerber.“
Im Ergebnis ist Miami damit zum neuen Leistungsmaßstab geworden – nicht nur für Ferrari, sondern möglicherweise für die gesamte Spitzengruppe –, während sich das Entwicklungsrennen 2026 an einen unerwartet veränderten Kalender anpassen muss.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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