WEC-Zukunft: FIA und ACO dementieren Trennungsgerüchte

Die FIA und der Automobile Club de l’Ouest (ACO) haben bekräftigt, dass ihre Partnerschaft zur Vermarktung der Langstrecken-Weltmeisterschaft bis Ende 2027 uneingeschränkt fortbesteht, und damit Berichte über eine bevorstehende Trennung zurückgewiesen.
Die Klarstellung folgt auf einen Bericht des Fachmagazins Auto Motor und Sport, in dem spekuliert wurde, dass beide Organisationen mangels Einigung bereits 2027 getrennte Wege gehen könnten. Dem Bericht zufolge hätte die FIA eine Ausschreibung für einen neuen Promoter in Erwägung ziehen können – ein Schritt, der die legendären 24 Stunden von Le Mans ausgeschlossen hätte, da dieses Event alleiniges Eigentum des ACO ist und von ihm ausgerichtet wird.

FIA bekräftigt Bekenntnis zum bestehenden Abkommen
In ihrer Reaktion stellte die FIA klar, dass der aktuelle Promoter-Vertrag mit dem ACO bis einschließlich 2027 gültig ist und bereits Gespräche über eine darüber hinausgehende Verlängerung der Zusammenarbeit laufen.
„Die FIA World Endurance Championship verzeichnet seit der Einführung des Hypercar- und LMGT3-Reglements ein kontinuierliches Wachstum und gastiert in dieser Saison in sieben Ländern“, erklärte die FIA in einer Stellungnahme gegenüber Motorsport.com. „Dieser Erfolg ist das Resultat einer engen Zusammenarbeit zwischen Fahrern, Teams, Herstellern, der FIA, dem ACO, dem Promoter LMEM und den Millionen Fans weltweit. Die FIA und der ACO führen ihre Gespräche über eine Verlängerung des Promoter-Vertrags fort. Die aktuelle Vereinbarung mit dem ACO bleibt bis Ende 2027 in Kraft.“
Auch die Meisterschaft selbst bestätigte, dass die Verhandlungen ausschließlich darauf abzielen, die Zusammenarbeit über 2027 hinaus zu verlängern. Die WEC betonte, dass die Gespräche planmäßig in einem „konstruktiven Geist“ und mit gemeinsamen langfristigen Zielen voranschreiten.

Stabilität im historischen Sportwagen-Boom
Die WEC wurde 2012 von der FIA und dem ACO gemeinsam ins Leben gerufen – rund zwei Jahrzehnte nach dem Ende der ursprünglichen Sportwagen-Weltmeisterschaft im Jahr 1993. Während die ACO-Tochtergesellschaft Le Mans Endurance Management (LMEM) als Promoter fungiert, übernimmt die FIA die sportliche Hoheit und vergibt die Weltmeistertitel.
Die Serie erlebt derzeit einen enormen Aufschwung, getragen von der Konvergenz der LMDh- und LMH-Reglements mit der IMSA sowie den beschlossenen Hypercar-Regeln für 2030. Darüber hinaus hat der FIA-Weltrat für Motorsport bereits einen Neun-Rennen-Kalender für 2027 verabschiedet, der neben dem traditionellen Finale in Bahrain auch die Rückkehr von Silverstone vorsieht.

Diese Kalenderstabilität fällt in eine Phase großen Interesses im Motorsport, zu der auch Spekulationen über Gaststarts aktiver F1-Piloten bei den 24 Stunden von Le Mans gehören. Vor diesem Hintergrund setzen FIA und ACO alles daran, ihre gemeinsame Ausrichtung auf der führenden Langstrecken-Bühne langfristig zu sichern.
