Wird geladen

Die FIA hat bestätigt, dass das Konzept eines drehbaren Heckflügels in der Formel 1 nach einer umfassenden Sicherheitsprüfung legal bleibt. Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur hatte der Lösung schnell den Spitznamen „Macarena-Flügel“ verpasst.
Ferrari war das erste Team, das die Konstruktion bei den Wintertests zeigte, und überraschte damit mehrere Rivalen, darunter McLaren. Red Bull hatte bereits an einer eigenen Lösung gearbeitet. Technikdirektor Pierre Wache betonte jedoch, dass das Konzept nicht von Ferrari inspiriert worden sei. Die beiden Systeme sind nicht identisch: Der Flügel von Red Bull dreht sich in die entgegengesetzte Richtung und folgt einem anderen Konstruktionsansatz.
Red Bull konnte sein System zum Saisonstart noch nicht vollständig einsatzbereit machen und führte es schließlich am Rennwochenende in Miami ein. Ferrari und Red Bull setzten ihre jeweiligen Konstruktionen zunächst problemlos ein. Größere Aufmerksamkeit erhielt das Konzept jedoch, nachdem Max Verstappen in Spielberg und Silverstone hintereinander Unfälle hatte.

Daraufhin forderte die FIA von beiden Teams zusätzliche Informationen an. Die Anfrage richtete sich nicht speziell gegen Ferrari. Der Weltverband wollte beide Teams gleich behandeln, da sie zu diesem Zeitpunkt die einzigen Rennställe waren, die diese Technologie einsetzten. Zudem benötigte die FIA ein klareres Verständnis der Systeme, da immer mehr Teams eigene Varianten entwickelten. McLaren hat einen drehbaren Heckflügel getestet und plant, ihn bei einem der ersten Rennwochenenden nach der Sommerpause einzusetzen.
Nikolas Tombazis, der FIA-Direktor für den Formelsport, erklärte, dass für den Weltverband zunächst die Sicherheit der Konstruktionen entscheidend gewesen sei. Die Prüfung beschränkte sich nicht auf die vorgeschriebene Schließzeit. Untersucht wurde auch, was unmittelbar danach geschieht, da sich der Luftstrom nicht sofort wieder an den Flügel anlegt, sobald dieser geschlossen ist.

„Vor allem wollten wir sicherstellen, dass niemals das Risiko eines beispielsweise hydraulischen Defekts besteht – also dass der Flügel geöffnet bleibt und nicht wieder in eine geschlossene Position zurückkehren kann“, sagte Tombazis. Die FIA wollte außerdem gewährleisten, dass sich der Flügel schnell und nicht langsam bewegt, da das Fahrzeug dadurch aus dem Gleichgewicht geraten könnte.
Die FIA hält das Gesamtkonzept nun für akzeptabel. Red Bull nahm nach Gesprächen mit dem Weltverband jedoch zusätzliche Arbeiten vor. Tombazis sagte, das Team sei nicht formell daran gehindert worden, den Flügel einzusetzen. Die Technikabteilung habe aber erkannt, dass weiterer Entwicklungsaufwand nötig sei. Die Unfälle bildeten dabei einen Teil des größeren Gesamtzusammenhangs.
Die Arbeiten betrafen mechanische Probleme, die Wache identifiziert hatte. Red Bull kehrte deshalb in Belgien vorübergehend zu einer konventionellen Spezifikation zurück, bevor Verstappen und Isack Hadjar den drehbaren Flügel in Ungarn erneut verwendeten. Die Entscheidung lässt eine breitere Einführung des Konzepts zu, während die Formel-1-Teams weiter nach Leistungsgewinnen suchen. Wie groß die Herausforderungen für Red Bull sind, zeigt auch der schwierige Saisonverlauf 2026 sowie Verstappens Forderung, die Schwächen des RB22 dringend zu beheben.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.