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Das Qualifying-Format der Formel E ist wohl eines der intensivsten und unerbittlichsten im modernen Motorsport. Vor den Läufen 7 und 8 der ABB FIA Formel E-Weltmeisterschaft 2025/26 auf dem Flughafen Tempelhof in Berlin ist es entscheidend, die Feinheiten dieser hochspannenden Session zu verstehen.
Nach zwei Freien Trainings ist das Qualifying die erste echte Wettbewerbssitzung eines Formel-E-Rennwochenendes. Das Format dauert etwa eine Stunde und ist darauf ausgelegt, das Drama zu maximieren, kleinste Fehler zu bestrafen und absolute Präzision zu belohnen.

Die Session beginnt mit der Gruppenphase, in der das 20 Autos umfassende Feld in zwei Gruppen zu je 10 Fahrern aufgeteilt wird. Diese Einteilung richtet sich strikt nach dem aktuellen WM-Stand der Fahrer.
Mit einer Leistung von 300 kW haben die Fahrer ein hektisches 10-Minuten-Zeitfenster, um ihre Referenzrundenzeiten zu setzen. Verkehrsmanagement und die Vorbereitung der Reifen sind hier entscheidend. Nur die vier schnellsten Fahrer jeder Gruppe überstehen das Ausscheiden und ziehen in die K.-o.-Phase ein, während der Rest auf die mathematische Formel zur Startaufstellung angewiesen ist.

Die acht verbliebenen Fahrer ziehen in die Duell-Phase ein, ein K.-o.-System, das den Druck auf einer einzelnen Runde neu definiert.
Im Viertelfinale treten die Konkurrenten in einer einzigen fliegenden Runde direkt gegeneinander an. Die Leistung wird auf maximal 350 kW erhöht, und – was für die GEN3-Evo-Ära entscheidend ist – die Autos nutzen Allradantrieb. Diese 15-minütige Viertelfinalphase reduziert das Feld auf die vier Schnellsten, die dann ins Halbfinale einziehen.
Das Halbfinale folgt exakt demselben gnadenlosen Protokoll. Die zwei schnellsten Fahrer auf der Strecke sichern sich ihren Platz im nervenaufreibenden Finale.
Der Sieger dieses finalen Showdowns holt sich die prestigeträchtige Julius Baer Pole Position, während der Zweitplatzierte den zweiten Startplatz belegt. Die Halbfinalisten belegen die Plätze drei und vier, und die Viertelfinalisten sortieren sich auf den Plätzen fünf bis acht ein, basierend auf ihren jeweiligen Rundenzeiten aus den Duellen.
Während die Serie durch die aktuelle Saison navigiert, setzt die Formel E auf den Gen4-Hype inmitten eines spannenden Gen3-Evo-Titelkampfs, doch der unmittelbare Fokus liegt darauf, dieses komplexe Qualifying-System zu meistern.

Für diejenigen, die es nicht aus der Gruppenphase geschafft haben, werden die Startpositionen durch den Erfolg des jeweils schnellsten Fahrers ihrer Gruppe bestimmt.
Die Fünft- bis Zehntplatzierten aus der Gruppe des Polesitters belegen die ungeraden Startplätze (neunter, elfter, dreizehnter usw.). Umgekehrt werden die entsprechenden Fahrer aus der anderen Gruppe den geraden Startplätzen (zehnter, zwölfter, vierzehnter usw.) zugewiesen. Wenn beispielsweise der Polesitter aus Gruppe 1 stammt, startet der Fünftplatzierte aus Gruppe 1 als Neunter, während der Fünftplatzierte aus Gruppe 2 als Zehnter startet.
Seit seiner Einführung in Saison 8 hat dieses Format immer wieder für unvergessliche Momente und unvorhersehbare Startaufstellungen gesorgt.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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