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Die Formel E kehrt diese Woche für die Runden 12 und 13 der ABB FIA Formel E-Weltmeisterschaft 2025/26 nach Shanghai zurück und setzt damit die ereignisreiche China-Tournee nach dem kürzlich ausgetragenen Sanya E-Prix fort. China bleibt ein bedeutender Standort für die Meisterschaft, nachdem dort 2014 das erste Rennen der Formel E stattfand. Shanghai steht nun im Mittelpunkt eines Double-Headers, der das Kräfteverhältnis vor der entscheidenden Saisonphase weiter schärfen könnte.
Der Shanghai International Circuit ist bereits die dritte Saison in Folge Gastgeber der Formel E. Dabei nutzt die Meisterschaft eine verkürzte, 3,051 km lange Version der Strecke im Uhrzeigersinn. Das von Hermann Tilke entworfene Layout erinnert an das chinesische Schriftzeichen „上“ – was so viel wie „nach oben“ bedeutet – und kombiniert Hochgeschwindigkeitsabschnitte mit engeren Kurven. Für die Formel E ist diese Mischung entscheidend: Sie sollte Überholmöglichkeiten schaffen und die Teams gleichzeitig dazu zwingen, an zwei aufeinanderfolgenden Renntagen ein Gleichgewicht zwischen Renntempo, Energieverbrauch und Streckenposition zu finden.
Nach dem Einzelrennen in Sanya kehrt Shanghai zum Double-Header-Format zurück, wobei das erste Rennen mit PIT BOOST ausgetragen wird. Der obligatorische Boxenstopp während des Rennens gewährt den Fahrzeugen einen 30-sekündigen Energieschub von 600 kW in der Boxengasse, was 10 % Energie bzw. 3,85 kWh entspricht.
Der Stopp muss innerhalb eines von der FIA definierten Ladezustandsfensters erfolgen, das in der Regel zwischen 40 % und 60 % liegt. Das macht das Timing entscheidend. Die Teams können ihre Strategie je nachdem variieren, wie aggressiv der jeweilige Fahrer in der Anfangsphase Energie verbraucht, was ein weiteres strategisches Element zu einem Wochenende hinzufügt, das bereits durch zwei Rennen in kurzer Folge geprägt ist.
Der ATTACK MODE bleibt auch bei PIT BOOST-Rennen verfügbar, allerdings wird sich seine Nutzung in Saison 12 ändern: Es gibt nur noch eine Aktivierung pro PIT BOOST-Rennen, ohne die Verpflichtung, das gesamte Kontingent vor dem Ziel aufzubrauchen.
Seit Sanya hat die FIA zwei wichtige Entwicklungen für die nächste Ära der Formel E genehmigt: den Kalender für 2026/27 und ein überarbeitetes Rennwochenende-Format für Double-Header. Der Kalender umfasst 21 Rennen in 13 Städten, darunter neue Veranstaltungen in Austin, Zandvoort und Brands Hatch, während bekannte Austragungsorte wie Dschidda, Mexiko-Stadt, Madrid, São Paulo und Tokio zurückkehren.
Die GEN4-Ära wird ein geteiltes Format einführen: einen klassischen E-Prix und ein kürzeres „E-PrixUnleashed“-Rennen. Das neue Sprint-Event soll die uneingeschränkte Leistung des GEN4-Autos hervorheben und unterstreicht das wachsende Interesse an der nächsten technischen Ära der Formel E, die bereits für Aufsehen in der Motorsportwelt gesorgt hat – etwa durch Berichte über Fernando Alonsos Interesse an der Formel E.
Die ersten 11 Runden waren geprägt von Unvorhersehbarkeit und einer breiten Palette an Siegern. Jake Dennis gewann den Auftakt in São Paulo und kehrte in Sanya auf die Siegerstraße zurück, wo er sich mit der Pole-Position und der maximalen Punktzahl auf den fünften Platz der Gesamtwertung verbesserte. Nick Cassidy sicherte Citroën Racing den ersten Sieg in einem Einsitzer in Mexiko-Stadt, während auch Mitch Evans, Pascal Wehrlein, Antonio Felix da Costa, Nico Müller, Nyck de Vries und Oliver Rowland bereits ganz oben auf dem Podium standen.
Shanghai wird nun zum nächsten Brennpunkt. Da Tokio und London noch ausstehen, bietet dieser Double-Header nicht nur Punkte, sondern auch Momentum – und in einer so offenen Saison könnte sich das als ebenso wertvoll erweisen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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