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Flavio Briatore ist überzeugt, dass die Formel 1 ihre Kostenobergrenze umfassender gestalten muss, damit kleinere Teams erfolgreicher mit den etablierten Spitzenmannschaften konkurrieren können.
Der Berater der Alpine-Führung kritisiert, dass die aktuellen Regeln nicht genügend Ausgaben abdecken, die über die Wettbewerbsfähigkeit eines Rennstalls entscheiden. Im Mittelpunkt seiner Kritik steht die Lücke zwischen der offiziell genannten Obergrenze und jenen Kosten, die weiterhin außerhalb des Budgets liegen.
Die Formel 1 führte 2021 erstmals eine Kostenobergrenze ein. Nach den finanziellen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie wurde das ursprünglich geplante Limit von 175 Millionen US-Dollar auf 145 Millionen Dollar gesenkt. Ziel war es, die finanzstärksten Teams daran zu hindern, ihre Rivalen einfach zu überbieten, und zugleich eine nachhaltigere sowie ausgeglichenere Meisterschaft zu schaffen.
Das Reglement hat dieses erste Ziel im Großen und Ganzen erreicht. Die Teams arbeiten inzwischen innerhalb eines klar definierten Limits und müssen sich Finanzprüfungen der FIA unterziehen. Allerdings hat die Obergrenze nie sämtliche Ausgabenbereiche umfasst.
Fahrergehälter sind weiterhin ausgenommen. Gleiches gilt für die Gehälter der drei bestbezahlten Mitarbeiter eines Teams sowie für mehrere weitere Kostenpunkte. Dadurch können die größten Rennställe beträchtliche Ressourcen außerhalb der offiziell ausgewiesenen Budgetgrenze einsetzen.
Max Verstappen soll bei Red Bull schätzungsweise rund 70 Millionen US-Dollar pro Saison verdienen, während für Lewis Hamiltons Paket bei Ferrari etwa 60 Millionen Dollar genannt wurden. Würden Fahrergehälter einbezogen, würden allein diese beiden Zahlungen einen erheblichen Anteil des aktuellen Kostenlimits ausmachen.
Briatore glaubt außerdem, dass die Ära der Kostenobergrenze einige Vorteile bewahrt hat, die bereits vor Einführung der Regeln aufgebaut wurden. Teams mit etablierten Fabriken, einer ausgereiften Infrastruktur, erfahrenem Personal und umfangreichem geistigem Eigentum starteten in das neue Finanzreglement mit jahrelangen Investitionen im Rücken. Für kleinere Rennställe entstand dadurch eine schwer zu schließende Leistungslücke. Wie stark die Teamstruktur die Wettbewerbsfähigkeit beeinflusst, zeigt auch Rob Smedleys Einschätzung zu den aktuellen Grenzen von Haas.
Die Kostenobergrenze für die Teams wurde inzwischen auf 215 Millionen US-Dollar angehoben. Damit werden zusätzliche Ausgaben berücksichtigt, die mit der umfassenden technischen Neuausrichtung der Formel 1 verbunden sind. Briatore, der seit den 1980er-Jahren in der Formel 1 aktiv ist, hält diese Anpassung jedoch nicht für ausreichend.
„Wir haben eine Budgetlücke, aber wir müssen entschiedener handeln“, sagte er am Rennwochenende des Großen Preises von Ungarn gegenüber ausgewählten Medien. „Die Budgetobergrenze war zwar eine sehr gute Idee, aber irgendwann müssen wir sie deutlich strenger gestalten – und die Fahrer einbeziehen.“
Er ergänzte, dass die Formel 1 weitere Ausgaben berücksichtigen müsse, die derzeit außerhalb der Obergrenze liegen, um kleineren Teams eine echte Wettbewerbschance zu geben. Sein Vorschlag würde die Finanzregeln deutlich ausweiten. Das Grundprinzip ist jedoch eindeutig: Eine Kostenobergrenze kann die Kräfte nur dann ausgleichen, wenn sie einen größeren Teil des Geldes erfasst, das die Teams tatsächlich ausgeben können.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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