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Franco Colapintos Zukunft in der Formel 1 bei Alpine wird zunehmend unsicher, da sich Leistungsdefizite, medialer Druck und die Vertragssituation in der Saison 2026 zuspitzen.
Seit er Jack Doohan sechs Rennen into 2025 ersetzt hat, tut sich Colapinto schwer, das Tempo seines Teamkollegen Pierre Gasly mitzugehen. 2026 ist der Kontrast noch deutlicher geworden. Gasly hat in dieser Saison bislang jedes Rennen in den Punkten beendet, während der 21-jährige Argentinier erst in Shanghai erstmals anschreiben konnte.

Das konstant größte Sorgenkind ist das Qualifying. Teaminterne Stimmen bei Alpine verweisen auf ein klares Defizit gegenüber Gasly, insbesondere über eine schnelle Runde. Diese Lücke wirkt sich direkt auf die Rennergebnisse aus. Gasly hat 2026 bis auf eine Ausnahme jedes Qualifying in Q3 erreicht, inklusive des China-Sprints, während Colapinto bislang noch nicht unter die Top 10 fahren konnte.
Sam Bird brachte das Kräfteverhältnis drastisch auf den Punkt und sagte, Colapinto werde von Gasly regelrecht „geschlachtet“, wobei sich der Franzose mit dem Mercedes-Antrieb einen klaren Vorteil erarbeitet habe.
Da Colapintos Vertrag Ende 2026 ausläuft, steigt der Druck spürbar. Guenther Steiner deutete an, dass Colapinto bei ausbleibender Leistungssteigerung sogar während der Saison gefährdet sein könnte.

Dabei geht es nicht nur um Rundenzeiten. Alpine beobachtet mit wachsender Sorge auch das öffentliche Narrativ rund um seinen jungen Fahrer – insbesondere, da die Qualifying-Probleme immer mehr die Diskussion bestimmen.
Journalist Scott Mitchell-Malm sprach dieses Thema im The Race F1 Podcast an und erklärte, wie das anhaltende Qualifying-Defizit zu einem strukturellen Problem für das Team werden könnte.
„Ich glaube einfach, aus Alpines Sicht kommt man langsam an den Punkt, an dem man zweifelt, ob sich dieses Qualifying-Defizit überhaupt noch ausmerzen lässt“, sagte er.
Mitchell-Malm betonte, dass die Startposition trotz veränderter Renndynamiken weiterhin entscheidend sei.
„Die Startposition ist immer noch extrem wichtig, die Position auf der Strecke ebenso“, fügte er hinzu. „Und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Geduld mit dem ‚Wenn nur dies oder jenes passiert wäre, wäre das Ergebnis etwas besser gewesen‘ aufgebraucht ist.“
Er verwies zudem auf Alpines Entscheidung, nach dem Japan-Rennen eine öffentliche Stellungnahme abzugeben, als Zeichen wachsender Besorgnis.
„Wenn das Team sich zu oft mit diesem massiven Narrativ rund um Colapinto beschäftigen muss, wird ihm das letztlich schaden – vor allem, wenn es zu einer nahezu 50:50-Entscheidung kommt, ob man ihn behält oder ersetzt.“

Während die Zweifel anhalten, werden bereits externe Alternativen diskutiert. Jon Noble brachte die Möglichkeit ins Spiel, dass Alpine einen Fahrer von Williams ins Visier nehmen könnte, wobei Alex Albon als realistischste Option gilt.
„Wenn man rein auf harte Ergebnisse schaut: Welches Team scheint aktuell Fortschritte zu machen?“ sagte Noble. „Welchen Motor will man im Rücken haben, welcher bietet Potenzial? Ich denke, Albon ergibt durchaus Sinn.“

Alpine verfügt zwar auch über interne Optionen, darunter Neuzugang Alex Dunne und Ersatzfahrer Paul Aron. Mitchell-Malm hält jedoch keinen der beiden für einen realistischen Ersatz, sollte Colapinto tatsächlich fallen gelassen werden.
„Ich glaube nicht, dass Alex Dunne oder Paul Aron eine mögliche Lücke füllen würden, falls man sich von Colapinto trennt“, erklärte er.
Während Aron aufgrund seiner Rolle als Ersatzfahrer sowie seiner Einsätze in FP1 und bei privaten Tests besser positioniert sei, würde Alpine laut Mitchell-Malm eher auf eine bewährte Lösung setzen.
„Dunne ist mir zu sehr ein Überraschungspaket“, ergänzte er. „Da ist unglaublich viel Talent vorhanden, aber er ist noch zu roh. Es besteht die Sorge, dass er die nötigen Lehren nicht schnell genug zieht.“

Für Colapinto wird die Rechnung immer klarer. Mit einem sichtbaren Qualifying-Rückstand, einem auslaufenden Vertrag und wachsender Aufmerksamkeit auf und neben der Strecke könnte der weitere Verlauf der Saison 2026 darüber entscheiden, ob seine Zeit bei Alpine fortgesetzt wird – oder abrupt endet.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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