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Mercedes hat die Verhandlungen über den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung am Alpine-Formel-1-Team offiziell eingestellt. Eine erhebliche Diskrepanz bei der Bewertung des Teams erwies sich letztlich als unüberbrückbar.
Wie BBC Sport unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, forderte Otro Capital – die Investmentgruppe, die einen 24-prozentigen Anteil an dem in Enstone ansässigen Rennstall veräußern wollte – 720 Millionen US-Dollar (ca. 536 Millionen Pfund). Dies entsprach einer Gesamtbewertung des Teams von 3 Milliarden US-Dollar (ca. 2,2 Milliarden Pfund).
Mercedes hingegen hatte eine deutlich niedrigere Summe zwischen 2,2 und 2,4 Milliarden US-Dollar (ca. 1,6–1,8 Milliarden Pfund) angepeilt. Diese Lücke von mehreren hundert Millionen Dollar machte eine Einigung unmöglich. „Wir gehen davon aus, dass die Gespräche beendet sind“, so die Insider gegenüber BBC Sport.
Toto Wolff hatte dem Kauf grundsätzlich zugestimmt, was zu weitreichenden Spekulationen führte, dass Mercedes Alpine als effektives B-Team nutzen wolle, um das eigene Werksprogramm von Enstone aus zu ergänzen. Wolff hat sich bisher nicht öffentlich zu der Situation geäußert und war für eine Stellungnahme gegenüber BBC Sport nicht erreichbar.
Nachdem Mercedes nun aus dem Rennen ist, bleibt die Frage, wer den Anteil erwerben wird, völlig offen. Christian Horner galt zuvor als glaubwürdiger Kandidat, doch diese Gespräche scheinen in den letzten Monaten deutlich abgekühlt zu sein, und es ist ungewiss, ob sie wieder aufgenommen werden.
Die Ungewissheit kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für Alpine. Das Team bestätigte kürzlich einen aufsehenerregenden Titel-Sponsoring-Deal mit Gucci, durch den das Branding des ikonischen Modehauses ab der nächsten Saison auf den Autos zu sehen sein wird. Diese Partnerschaft hat ein klares kommerzielles Gewicht und hat maßgeblich dazu beigetragen, die hohe Bewertung von 3 Milliarden Dollar zu rechtfertigen, die Mercedes letztlich abschreckte.
Für Kenner der Alpine-Geschichte hat die Gucci-Verbindung eine gewisse poetische Resonanz. Der Rennstall aus Enstone trat in den 1980er und 1990er Jahren als Benetton an – eine weitere Verbindung zwischen Motorsport und der Welt der Mode und des Luxus. Der derzeitige Alpine-Executive-Advisor Flavio Briatore, der bereits während der Benetton-Ära als Teamchef fungierte, steht erneut im Zentrum der Neuausrichtung des Teams. Wie in unserem ausführlichen Bericht über Briatores Rolle und die internen Spannungen bei Renault dargelegt, verlief die Umstrukturierung von Alpine nicht ohne Kontroversen.
Die Renault Group behält die Mehrheitsbeteiligung an dem Team, das derzeit mit Mercedes-Antriebseinheiten fährt, nachdem das eigene Motorenentwicklungsprogramm eingestellt wurde. Wie sich die Eigentümerstruktur in Zukunft gestalten wird, bleibt eine der spannendsten Randnotizen der aktuellen F1-Landschaft.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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