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George Russell setzte seinen beeindruckenden Start in die Formel-1-Saison 2026 fort und stürmte beim Großen Preis von China zur Sprint-Pole. Damit führte er einen dominanten Mercedes-Doppelerfolg in der ersten Startreihe vor Kimi Antonelli an. Unter Flutlicht auf dem Shanghai International Circuit lieferte der WM-Führende im entscheidenden SQ3-Moment ab und lag am Ende mehr als sechs Zehntelsekunden vor dem nächstbesten Nicht-Mercedes – eine echte Machtdemonstration.
Mercedes reiste als Favorit nach China – und untermauerte diese Rolle im Sprint-Qualifying eindrucksvoll. Russells Bestzeit von 1:31,520 Minuten auf Soft-Reifen war unerreichbar: P1 mit 0,289 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege Antonelli und satten 0,621 Sekunden auf Lando Norris im drittplatzierten McLaren.

Der Brite hob sich das Beste bis zum Schluss auf. Nachdem Antonelli in den ersten beiden Sektoren zwischenzeitlich gleichgezogen hatte, zündete Russell im letzten Abschnitt eine überragende Runde und schuf klaren Abstand zwischen den beiden Silberpfeilen. Ein Schlüsselmoment in SQ3 – und ein weiteres Zeichen für das enorme Selbstvertrauen im Team aus Brackley.
Antonelli bewies einmal mehr Reife weit über sein Alter hinaus. Der Italiener kam bei seinem letzten Versuch noch näher heran, konnte Russells furiosen Schlusssektor jedoch nicht kopieren. Dennoch setzt ein Start aus der ersten Reihe seine starke Frühform in dieser Saison fort.
Hinter Mercedes machte McLaren im Vergleich zu Melbourne einen deutlichen Schritt nach vorn. Norris sicherte sich Platz drei und platzierte sich zwischen den Silberpfeilen und den Ferraris, während Oscar Piastri die Top fünf komplettierte.
„Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, P3 ist momentan das Maximum für uns“, sagte Norris. „Schön, beide Ferraris geschlagen zu haben, sie wirkten ziemlich stark. An diesem Wochenende fühlt sich vieles etwas leichter an.“
Piastri schlug in die gleiche Kerbe, betonte jedoch die Größe der Herausforderung. „Der Grip-Sprung von Medium auf Soft war ziemlich groß, aber der Abstand zu Mercedes ist immer noch beeindruckend … Sechs Zehntel im letzten Sektor sind schon eine Ansage.“

Lewis Hamilton führte Ferrari mit Platz vier an und lag komfortabel vor Charles Leclerc auf Rang sechs. Die Scuderia wirkte in SQ2 auf Medium-Reifen konkurrenzfähig, doch auf Soft fehlte im entscheidenden SQ3-Durchgang der letzte Punch – insbesondere im Vergleich zu Russells außergewöhnlichem Schlusssektor.
Für die größte Überraschung sorgte wohl das fehlende Tempo von Red Bull. Max Verstappen kam nicht über Rang acht hinaus und lag mehr als 1,7 Sekunden hinter der Pole-Zeit, während Teamkollege Isack Hadjar die Top 10 abrundete.

Zuverlässigkeitsfragen rund um das Red-Bull-Ford-Powertrains-Paket stehen weiterhin im Raum, doch in Shanghai scheint das reine Tempo das größere Problem zu sein. Verstappen war zu keinem Zeitpunkt ein Kandidat für die ersten beiden Startreihen, der Rückstand auf Mercedes fiel deutlich aus.
Pierre Gasly überzeugte mit Rang sieben für Alpine und qualifizierte sich vor seinem ehemaligen Teamkollegen Verstappen. Oliver Bearman setzte mit Platz neun den starken Saisonstart von Haas fort und holte erneut das Maximum aus seinem Paket heraus.

Das Sprint-Qualifying begann mit einer ersten Wendung: Sergio Perez konnte aufgrund eines Problems im Kraftstoffsystem an seinem Cadillac nicht teilnehmen und wurde damit automatisch Letzter.
In SQ1 schieden beide Williams, beide Aston Martin sowie Valtteri Bottas gemeinsam mit Perez aus. In SQ2 verpasste Nico Hülkenberg den Einzug in SQ3 um lediglich 0,015 Sekunden gegenüber Hadjar – ein besonders enger Schlagabtausch im Mittelfeld.

Mehrere Zwischenfälle wurden von den Rennkommissaren untersucht, darunter eine mögliche Behinderung zwischen Antonelli und Norris sowie eine separate Szene zwischen Gasly und Verstappen. Die meisten Delta-Zeit-Vergehen blieben jedoch nachträglich ohne weitere Konsequenzen.
Da es im 19 Runden langen Sprint am Samstag keine Boxenstopps gibt, wird die Streckenposition entscheidend sein. Wie Russell selbst betonte, könnte jedoch bereits der Start den Ausschlag geben.
Mercedes hat die erste Startreihe komplett in Beschlag genommen, doch McLaren und Ferrari sind nah genug dran, um jeden Fehler auszunutzen. Mit Überholhilfen wie dem „Overtake Mode“ und „Boost“ könnte sich an der Spitze ein taktisches Schachspiel entwickeln.
Vorerst ist die Lage jedoch eindeutig: Russell und Mercedes sind 2026 das Maß der Dinge. Und in Shanghai hat die Konkurrenz noch einiges an Arbeit vor sich.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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