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Jake Dennis muss im Saisonfinale der Formel E am Sonntag in London einen Rückstand von fünf Punkten auf Pascal Wehrlein aufholen, wenn er zum zweiten Mal Formel-E-Weltmeister werden will.
Der Andretti-Pilot war mit einem Vorsprung von zwei Punkten in den entscheidenden Londoner Doppel-Lauf gestartet. Das Samstagsrennen veränderte jedoch die Ausgangslage im Titelkampf. Dennis kämpfte sich von Startplatz fünf auf Rang zwei vor, während Porsche-Fahrer Wehrlein den Sieg holte und bei noch einem ausstehenden Rennen die Führung in der Meisterschaft übernahm.
Damit braucht Dennis im Finale eine entschlossene Leistung – und nach eigener Einschätzung auch ein unvorhersehbares Rennen. Seine Titelhoffnungen treffen nun auf einen von Wehrlein angeführten Kampf, in dem sich das Kräfteverhältnis bereits deutlich verschoben hat. Der wachsende Druck im Titelrennen zeigte sich auch in Wehrleins wichtigem Ergebnis in der ersten Startreihe beim London E-Prix.
Ein Sieg war für Dennis am Samstag nie wirklich in Reichweite, nachdem Porsches Nico Müller das Feld schon in der Anfangsphase kontrolliert hatte. Seine defensive Fahrweise nahm den Verfolgern viele Überholmöglichkeiten. Auch Jaguars Mitch Evans steckte in derselben Gruppe fest.
Dennis erkannte das Problem fast sofort.
„Schon in Kurve 3 der ersten Runde wusste ich, dass sie taktische Spielchen trieben. Deshalb war mir klar: Wenn Mitch nicht überholen konnte, würde es eigentlich niemand schaffen“, sagte Dennis gegenüber RacingNews365.
Er ergänzte, dass Müller auf dem Kurs besonders schwer zu überholen gewesen sei: „Für Nico ist es hier sehr einfach, sich zu verteidigen. Also ja, es war schwierig, während ich einfach auf Platz fünf meine Runden drehte. Aber aus dieser Position konnte ich eben nur begrenzt etwas ausrichten.“
Eine Full-Course-Yellow-Phase spielte Dennis in die Karten. Der Andretti-Pilot erklärte außerdem, dass er erst während der Pit-Boost-Phase sein Tempo wirklich zeigen konnte.
Das Saisonfinale dürfte für weiteres Chaos sorgen. Nicht zuletzt ist es das letzte Event der Gen3-Ära und findet im Londoner ExCeL Centre statt. Für Dennis könnte genau diese Ungewissheit die benötigte Chance eröffnen.
„Auf jeden Fall. Ich brauche etwas Drama. Es muss etwas passieren, damit ich dieses Ding natürlich noch gewinnen kann“, sagte er.
Dennis rechnet nicht damit, dass die Spitzenfahrer absichtlich riskante Zwischenfälle heraufbeschwören, und betont, dass alle Beteiligten Weltklassepiloten seien. Stattdessen erwartet er taktische Spielchen, während die Titelanwärter um Positionen kämpfen.
„Es wird also ganz sicher einige taktische Manöver geben, um das Ding letztlich zu gewinnen“, schloss er.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.