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Kimi Antonelli setzte im Qualifying zum Großen Preis von Japan 2026 ein Ausrufezeichen und sicherte sich mit einer dominanten Runde in Suzuka seine zweite Pole-Position in Folge. Der Mercedes-Rookie führte die Zeitenliste mit einer 1:28,778 an und lag damit fast drei Zehntel vor Teamkollege George Russell – in einer Session, die sowohl die Stärke von Mercedes als auch die wachsenden Sorgen bei Red Bull deutlich machte.
Suzuka ist eine Strecke, die Präzision, Rhythmus und Mut belohnt. Antonelli zeigte alle drei Qualitäten.
Seine erste Q3-Runde – eine 1:28,778 auf frischen C3-Softreifen – blieb unerreicht. Während andere auf ihren letzten Versuchen patzten, bewahrte der Italiener die Nerven. Selbst ein Verbremser in der Haarnadel auf seinem finalen Anlauf konnte ihn nicht stoppen.
„Ich bin super glücklich mit der Session, es war eine gute, eine saubere Runde“, sagte Antonelli nach dem Aussteigen.
Dieses Wort – sauber – ist zu einem Leitmotiv seiner Saison 2026 geworden. Nachdem er in Shanghai die Pole in einen Sieg ummünzte, reist er nun mit reichlich Rückenwind in den Sonntag von Suzuka.

Auf dem Papier klingt eine Mercedes-Doppelspitze nach Harmonie. Die Realität ist komplizierter.
Russell klagte im gesamten Qualifying über Instabilität am Heck, und Teamchef Toto Wolff bestätigte später, dass eine Setup-Änderung nicht den gewünschten Effekt brachte – eine Anpassung, die unter Parc-fermé-Bedingungen nicht rückgängig gemacht werden kann.
Russell steigerte sich auf seinem letzten Q3-Versuch, blieb mit einer 1:29,076 jedoch 0,298 Sekunden hinter der Pole-Zeit.
„Wir waren das ganze Wochenende schnell, aber zu Beginn des Qualifyings waren wir nirgendwo“, räumte Russell ein. „Aber das Rennen ist morgen – es ist also noch alles drin.“
Mercedes scheint insbesondere in freier Fahrt einen Vorteil im Renntrimm zu haben. Die Frage ist, ob Russell Ferrari und McLaren schnell genug hinter sich lassen kann, um Antonelli anzugreifen – oder ob sich nach seinen kostspieligen Duellen in China die Geschichte wiederholt.

Oscar Piastri setzte McLarens Aufwärtstrend mit Platz drei fort, nur 0,354 Sekunden hinter der Pole-Zeit. Die amtierenden Weltmeister präsentieren sich in Suzuka deutlich konkurrenzfähiger als in den Auftaktrennen.
„An diesem Wochenende sahen wir gut aus und haben sauber gearbeitet. Uns fehlt noch etwas Pace und Grip, um Mercedes herauszufordern, aber wir kommen näher“, erklärte Piastri.
Lando Norris bestätigte die starke Teamleistung mit Rang fünf – trotz eines erneut durchwachsenen Wochenendes mit Zuverlässigkeitsproblemen im Training.
Ferrari war ebenfalls mitten im Geschehen, doch das letzte Quäntchen fehlte. Charles Leclerc startet von Platz vier nach einem unruhigen letzten Sektor auf seiner entscheidenden Runde, während Lewis Hamilton Sechster wurde. Der siebenmalige Weltmeister wurde in Q2 wegen einer Delta-Zeit-Überschreitung notiert und erhielt in Q3 eine Schwarz-Weiße Flagge wegen unnötig langsamer Fahrt in der Boxenausfahrt, weitere Maßnahmen blieben jedoch aus.

Die größte Schlagzeile des Qualifyings wurde in Q2 geschrieben.
Max Verstappen – der sich das ganze Wochenende über lautstark über die Balance seines RB22 beschwert hatte – verpasste den Einzug in Q3 und startet nur von Platz elf. Er wurde vom Racing-Bulls-Rookie Arvid Lindblad verdrängt, der unter Druck eine starke Runde ablieferte, sich Rang zehn sicherte und den Niederländer eliminierte.
Isack Hadjar rettete mit Platz acht in Q3 etwas die Ehre für Red Bull, doch der Rückstand war deutlich: 1,2 Sekunden auf Antonellis Bestzeit.
Für ein Team, das in Suzuka traditionell um die Pole kämpft, ist das ein besorgniserregender Rückschlag.

Pierre Gasly setzte Alpines starke Form mit Platz sieben fort und unterstrich seinen Status als einer der führenden Fahrer im Mittelfeld. Gabriel Bortoleto überzeugte erneut für Audi mit Rang neun, während Lindblad eine bemerkenswerte Session mit Platz zehn krönte – trotz verpasster Trainingszeit zu Beginn des Wochenendes.
Weiter hinten fielen bereits in Q1 mehrere prominente Namen raus, darunter Fernando Alonso, Lance Stroll, Sergio Perez und Valtteri Bottas. Oliver Bearman gehörte nach einem folgenschweren Fehler in den Esses ebenfalls zu den Überraschungsopfern.

Die Streckenposition ist in Suzuka traditionell entscheidend, und mit der neuen Fahrzeuggeneration bleibt das Überholen weiterhin eine Unbekannte. Der Start am Sonntag könnte daher das Rennen maßgeblich prägen.
Antonelli startet zum zweiten Mal in Folge von der Pole. Russell steht unter Zugzwang. Piastri wittert seine Chance. Und Verstappen muss von Platz elf zur Aufholjagd ansetzen.
Wenn die ersten Runden nur annähernd so intensiv werden wie das Qualifying, verspricht der Große Preis von Japan 2026 ein echtes Feuerwerk.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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