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Kimi Antonelli setzte in Suzuka ein Ausrufezeichen und verwandelte seine Pole-Position in einen dominanten Sieg beim Großen Preis von Japan 2026. Damit übernahm er zugleich die Führung in der Weltmeisterschaft. Der dritte Lauf der Saison bot alles: einen chaotischen Start, strategische Dramatik rund um ein perfekt getimtes Safety Car, teaminterne Ferrari-Duelle und einen späten Kampf ums Podium. Doch als sich der Staub gelegt hatte, stand der 19-jährige Mercedes-Pilot ganz oben.
Trotz Pole verlief Antonellis Rennen zunächst alles andere als optimal. Beim Erlöschen der Startampel kam er schlecht weg und wurde von Oscar Piastri, Charles Leclerc und Lando Norris überrumpelt. Am Ende der ersten Runde war er auf Rang sechs zurückgefallen.

Von da an begann die Aufholjagd.
Ruhig und abgeklärt arbeitete sich Antonelli durch das Feld, überholte Norris mit einem entschlossenen Manöver in der Schikane und lieferte sich anschließend ein packendes Duell mit Leclerc. Der Schlüsselmoment folgte jedoch in Runde 22.

George Russell kam von der Spitze an die Box, just als Oliver Bearman in Spoon heftig verunfallte und das Safety Car auslöste. Antonelli, der eine Runde länger draußen geblieben war, bog in die Box ab und übernahm nach der Neuordnung des Feldes die effektive Führung.

Von diesem Moment an war er nicht mehr zu schlagen.
Auf frischen harten Reifen kontrollierte Antonelli den Neustart souverän und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Selbst wiederholte Funkanweisungen, er solle es „nach Hause bringen“, hielten ihn nicht davon ab, die schnellste Rennrunde zu fahren. In Runde 50 betrug sein Vorsprung bereits mehr als 13 Sekunden.
Mit 13,7 Sekunden Vorsprung auf Piastri überquerte er die Ziellinie und feierte seinen zweiten Sieg in Folge – und wurde damit zum jüngsten WM-Führenden in der Geschichte der Formel 1.

Für Oscar Piastri war Rang zwei zugleich Wiedergutmachung und verpasste Chance. Nachdem er die ersten beiden Grands Prix der Saison nicht hatte starten können, war allein das Erreichen der Zielflagge ein Erfolg. In der Anfangsphase führte er das Rennen mit starkem Tempo an und schien durchaus um den Sieg kämpfen zu können.
Doch das Timing des Safety Cars kostete ihn die entscheidende Streckenposition.
„Wenn wir ins Rennen gehen, sind wir ziemlich gut!“, scherzte er nach dem Rennen, während sich sein Renningenieur für die unglückliche strategische Wendung entschuldigte. Dennoch räumte Piastri ein, dass es angesichts der überlegenen Pace des Mercedes im letzten Stint äußerst schwierig geworden wäre, Antonelli hinter sich zu halten.
Hinter dem Führungsduo sorgte der Kampf um Platz drei für späte Dramatik.
Leclerc und Russell lieferten sich in den Schlussrunden ein packendes Duell. Russell setzte sich in Runde 51 in der Schikane durch – doch Leclerc konterte eindrucksvoll außen herum in Kurve 1 und holte sich die Position zurück.
Ein herausragendes Stück Rennkunst, das Ferrari letztlich den Podiumsplatz sicherte. Russell musste sich mit Rang vier begnügen, nur eine halbe Sekunde dahinter.
Lewis Hamilton, der dank des Safety Cars zwischenzeitlich bis auf Platz zwei vorgerückt war, fiel in der Schlussphase aufgrund von Reifenproblemen sowie einer notierten, aber nicht geahndeten Überschreitung der Streckenlimits zurück. Er wurde Sechster hinter Norris, der sich in den letzten Runden schließlich vorbeikämpfte.

Pierre Gasly setzte Alpines starken Saisonstart 2026 fort und wehrte den intensiven Druck von Max Verstappen ab, um Platz sieben zu sichern. Verstappen, der am Samstag bereits im Q2 ausgeschieden war, kam nicht über Rang acht hinaus – ein weiteres Zeichen für die anhaltenden Leistungsprobleme bei Red Bull.
Liam Lawson holte mit Rang neun solide Punkte für Racing Bulls, während Esteban Ocon die Top Ten für Haas komplettierte – in einem Rennen, das vom schweren Unfall seines Teamkollegen Bearman überschattet wurde. Glücklicherweise bestätigte Haas, dass Bearman bei Bewusstsein und ansprechbar war. Später wurde eine Prellung am rechten Knie diagnostiziert, jedoch keine Frakturen.

Auch wenn das Safety Car ihm in die Karten spielte, war Antonellis Vorstellung nahezu makellos. Sein 31 Runden langer Stint auf den harten Reifen war von beeindruckender Konstanz geprägt, mit Rundenzeiten konstant im Bereich von 1:32 Minuten – deutlich schneller als die Konkurrenz. Das Reifenmanagement von Mercedes und der Vorteil auf den Geraden waren klar erkennbar, insbesondere im letzten Sektor.
Russells früher Boxenstopp erwies sich als kostspielig, doch selbst ohne dieses Pech deutete Antonellis Tempo darauf hin, dass er die Nase vorn gehabt hätte.
Suzuka belohnt häufig die Pole-Position, doch dies war kein einfacher Start-Ziel-Sieg. Es war eine Aufholjagd, eine strategische Meisterleistung und ein mentaler Durchbruch in einem.
Nach drei Rennen hat die Formel-1-Saison 2026 einen neuen WM-Führenden – und sein Name ist Kimi Antonelli.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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