Norris meistert ersten WEC-Hypercar-Test im McLaren MCL-HY

Der amtierende Formel-1-Weltmeister Lando Norris hat am Montag in Portimão seinen ersten vollständigen Test im Le-Mans-Hypercar MCL-HY von McLaren absolviert. Damit ergänzte er seine laufende F1-Saison um einen intensiven Vorbereitungstag auf der Langstrecke.
Der Brite reiste direkt nach dem Großen Preis von Spanien auf dem neuen Madring-Kurs in Madrid nach Portugal, wo ihm ein unglücklich getimtes Virtual Safety Car den Sieg gekostet hatte. Sein jüngster Test fand kurz nach McLarens erster öffentlicher Präsentation des Fahrzeugs statt und folgte auf Norris’ erste Ausfahrt im MCL-HY beim Goodwood Festival of Speed. Die Hintergründe des Rückschlags beim Spanien-GP beleuchtet unsere Rennanalyse zu Norris' verpasstem Madrid-Triumph nach dem VSC.

Norris drehte auf dem Autódromo Internacional do Algarve insgesamt 38 Runden und spulte rund 285 Kilometer im V6-getriebenen Prototypen ab. Laut McLaren lag der Fokus des Programms auf diversen Entwicklungsbausteinen, wobei Norris vor allem auf sein umfangreiches Formel-1-Know-how zurückgriff.
Wertvolles Feedback für McLarens WEC-Projekt 2027
Norris teilte sich das Cockpit bei den Testfahrten mit Mikkel Jensen und Laurens Vanthoor, den Werksfahrern für das Jahr 2027. Beide setzten die Entwicklungsarbeit im Hinblick auf das werksseitige WEC-Debüt der Traditionsmarke in der Saison 2027 fort.
„Zunächst einmal ein riesiges Dankeschön an das McLaren-Hypercar-Team, dass ich den MCL-HY fahren durfte“, sagte Norris. „Es war großartig, dass sie mir die Gelegenheit gegeben haben, etwas Neues auszuprobieren und Spaß zu haben – besonders mitten in ihren intensiven Vorbereitungen auf das nächste Jahr.“
Der Brite betonte zudem, dass das Team wertvolle Daten gesammelt habe und er hoffe, dass seine „etwas anderen Fahreindrücke, Kommentare und Blickwinkel“ dem Projekt in dieser wichtigen Testphase weiterhelfen.
Für Norris hatte der Ausflug auch eine persönliche Note. Er erklärte, seit Jahren keinen echten Test mehr außerhalb eines Formel-1-Boliden gefahren zu sein. Die Chance, einen anderen McLaren zu steuern und gleichzeitig Teil derselben Rennsportfamilie zu bleiben, sei „etwas ganz Besonderes“.
Le-Mans-Startchancen bleiben intakt
McLaren-Racing-CEO Zak Brown hatte bereits in der Vergangenheit großes Interesse daran signalisiert, Norris und Oscar Piastri beim legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans an den Start zu bringen. Ein solcher Einsatz könnte jedoch den Einsatz eines zusätzlichen dritten Autos erfordern. Norris’ Teilnahme hinge zudem davon ab, ob es terminliche Überschneidungen mit seinem Engagement in der Formel 1 gibt.

Der WEC-Kalender für 2027 terminiert die 24 Stunden von Le Mans bereits auf den 12. und 13. Juni, während der Formel-1-Rennkalender für die kommende Saison noch aussteht. McLaren-Hypercar-Teamchef James Barclay äußerte sich zwar nicht konkret zu einem Renneinsatz, ließ die Tür für eine Rückkehr von Norris ins Langstreckenprogramm jedoch weit offen.
„Lando brannte darauf, den MCL-HY nach seinem Auftritt am Goodwood Hill richtig auf der Rundstrecke zu testen. Deshalb haben wir ihn zu unserem privaten Test nach Portimão eingeladen“, so Barclay. „Er hat sich extrem schnell angepasst, sich nahtlos ins Team eingefügt und wertvolles Feedback geliefert, um die Entwicklung des Autos voranzubringen.“
