Stella setzt auf Piastri-Comeback: McLaren verstärkt die Hilfe

Andrea Stella glaubt, dass Oscar Piastri eine Wende wie einst Lando Norris schaffen kann, sobald McLarens jüngste Maßnahmen Wirkung zeigen. Anlass für diese Erwartung ist ein weiteres schwieriges Wochenende Piastris beim Spanien-Grand-Prix: Ein beschädigter Frontflügel nach der ersten Runde trug zu seinem achten Platz bei.
Das Ergebnis vergrößerte den Abstand zwischen den beiden McLaren-Piloten. Norris wurde nach einer herausragenden Pole-Position Zweiter, während Piastri aus der vierten Startreihe ins Rennen ging. Inzwischen wurde er in neun der vergangenen elf Rennen von seinem Teamkollegen im Qualifying geschlagen und liegt in der Gesamtwertung 66 Punkte hinter Norris.
Der Kontrast fällt besonders deutlich aus, weil die beiden die vergangene Saison mit nur 13 Punkten Unterschied beendet hatten. Stella sieht Piastris aktuelle Schwächephase jedoch nicht als Zeichen eines verlorenen Potenzials. Stattdessen erklärt der McLaren-Teamchef, Norris habe eine deutliche Entwicklung gemacht, während sich Piastri noch an die Anforderungen des Autos anpasse.
Wie bereits Piastris Madrid-Rennen durch Startschaden und VSC-Timing ausgebremst wurde, zeigte auch dieses Ergebnis, wie schwierig eine Aufholjagd ist, wenn ein Fahrer nach einem schwachen Qualifying und Zwischenfällen in der ersten Runde früh ins Hintertreffen gerät.

Stella: Norris hat sein Niveau angehoben
Im Gespräch mit Channel 4 nach dem Rennen beschrieb Stella Norris’ Fortschritte als schrittweise Leistungssteigerung und nicht als plötzliche Verwandlung.
„Einerseits glaube ich, dass Lando einen Schritt nach vorn gemacht hat“, sagte Stella. „Wir nennen es einen Schritt nach vorn, aber tatsächlich handelt es sich um eine allmähliche Steigerung seiner Leistung, seines Vertrauens in das Auto und seiner Fähigkeit, sein volles Potenzial abzurufen. Letztlich wird er von Rennen zu Rennen immer besser.“
Die Herausforderung für Piastri ist laut Stella grundlegender. Er bekräftigte, dass Piastri die Autos des Jahrgangs 2026 noch nicht instinktiv fahren könne und seine Renninstinkte beinahe neu ausrichten müsse. Die Fahrzeuge rutschen stark, während der Fahrer ständig einschätzen muss, ob das Limit an der Vorder- oder an der Hinterachse erreicht wird.
„Aus technischer Sicht ist es weiterhin anspruchsvoll für Oscar, die volle Leistung aus diesen Autos herauszuholen, die stark rutschen. Man weiß nie, ob die Vorder- oder die Hinterräder blockieren. Das verlangt von ihm, beim Fahren ständig mitzudenken“, erklärte Stella.

McLaren setzt erneut auf seine Unterstützungsstrategie
McLaren stellt nun auf Piastris Seite der Garage zusätzliche Entwicklungsressourcen bereit und orientiert sich damit an dem Ansatz, der zum Einsatz kam, als Norris in der ersten Hälfte der vergangenen Saison Probleme hatte. Damals wurden Ressourcen zu Norris verlagert – anschließend gewann er fünf Rennen, während Piastri zwei Siege holte.
Stella erwartet, dass derselbe Prozess bei Piastri eine ähnliche Reaktion auslösen kann, sofern das Team ihm dabei hilft, ein besseres Gefühl für den MCL40 zu entwickeln und sein Können wieder instinktiv abzurufen.
„Wie ich Oscar immer sage: ‚Gehen wir die Sache mit Gelassenheit an.‘ Ich erwarte genau dieselben Ergebnisse“, sagte er.
Die Maßnahmen könnten McLaren außerdem im Kampf um Ferrari in der Konstrukteurswertung helfen. Das Team prüft, ob ähnliche Änderungen am Auto Piastris Leistung freisetzen können.
