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Lando Norris gibt zu, dass es ihn „schmerzt“, zu sagen, dass er 2026 besser fährt als in seiner Titel-Saison 2025. Schließlich spiegeln die Ergebnisse diesen Fortschritt nur selten wider.
Der amtierende Formel-1-Weltmeister feierte beim Großen Preis von Ungarn endlich seinen ersten Saisonsieg. Von der Poleposition aus führte Norris jede Runde an und überquerte die Ziellinie mehr als 15 Sekunden vor Max Verstappen. Seine dominante Vorstellung stand in starkem Kontrast zu seiner Position in der Meisterschaft.
Nach elf Rennwochenenden liegt Norris mit 128 Punkten auf Rang fünf der Fahrerwertung – 91 Zähler hinter Spitzenreiter Kimi Antonelli. Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr hatte er bereits 201 Punkte gesammelt und war fest in den Titelkampf eingebunden, den er später mit zwei Punkten Vorsprung auf Verstappen für sich entschied.
„Ehrlich gesagt schmerzt es mich ein wenig, das zu sagen, weil es ja nicht bedeutet, dass man dadurch automatisch gewinnt. Aber ich habe das Gefühl, dass ich dieses Jahr besser arbeite als im vergangenen Jahr – und das schon seit einer Weile“, sagte Norris nach seinem Sieg in Budapest gegenüber den Medien. „Das sage ich schon seit Längerem. Es bedeutet nur eben nicht, dass man deshalb die Rennen gewinnt.“

Das Kernproblem ist nicht Norris’ mangelndes Vertrauen in seine Fahrkünste. Der MCL40 war im Allgemeinen das drittschnellste Auto im Feld und lag im Renntrimm pro Runde etwa drei bis vier Zehntelsekunden hinter dem dominanten Mercedes W17. Mercedes und Ferrari haben sich in der Hackordnung vor McLaren etabliert. Dadurch hat Norris weniger Möglichkeiten, starke Einzelleistungen regelmäßig in Siege umzumünzen.
Zwei Ausfälle in Kanada und Monaco sowie ein Nichtstart in China haben seine Punkteausbeute zusätzlich geschmälert. Das Ergebnis ist eine ungewöhnliche Saison für einen Titelverteidiger: Norris glaubt, seine Umsetzung verbessert zu haben, während die Meisterschaft für ihn immer weiter außer Reichweite gerät. Auch McLarens Entwicklungskurs steht zunehmend in der Kritik – etwa wegen der verpassten Chance beim drehbaren Heckflügel-Konzept von Ferrari.
Dennoch sind die vorliegenden Zahlen aussagekräftig. Norris holte aus acht gewerteten Rennen drei Podiumsplätze, darunter einen Sprint-Sieg. Der Große Preis von Ungarn war dabei die deutlichste Demonstration seines aktuellen Leistungsniveaus.

„Heute würde ich sagen, dass diese Leistung zu meinen besten gehört – gemessen daran, wie viel Leistung ich aus dem Auto herausgeholt habe und wie nah ich in jeder einzelnen Runde am Limit war“, erklärte er. Das Team bat ihn sogar, „ein wenig Tempo herauszunehmen“.
Norris führte das Ergebnis auf kontinuierliche Arbeit in mehreren Bereichen zurück – sowohl abseits der Strecke gemeinsam mit seinem Team als auch direkt an der Rennstrecke. „Viele kleine Unterschiede summieren sich, und dann sieht man das Ergebnis“, erklärte er.
Der Sieg in Ungarn verringerte den Punkterückstand zwar nicht, stärkte aber Norris’ Argument, dass nicht seine Fahrleistung der begrenzende Faktor in der Titelverteidigung ist.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.