Wird geladen

McLarens Technikchef Neil Houldey hat eingeräumt, dass das Team das Potenzial des Konzepts eines drehbaren Heckflügels nicht so schnell wie Ferrari erkannt habe. Ferrari hatte die Konstruktion beim Wintertest 2026 erstmals eingesetzt.
Das Konzept entwickelte sich rasch zu einer der auffälligsten technischen Neuerungen in der Ära des neuen Reglements. Ferraris Heckflügel drehte sich zwischen dem Kurven- und dem Geradeausmodus um 180 Grad. Daraufhin untersuchten die Konkurrenten, ob sich mit diesem Ansatz der Luftwiderstand verringern und die aerodynamische Effizienz steigern lässt. Red Bull Racing brachte eine eigene Interpretation an die Strecke, musste sie nach zwei Vorfällen mit Max Verstappen in Österreich und Silverstone jedoch überarbeiten.
McLaren zog mit einem anderen Mechanismus aus drei Verbindungselementen nach, doch der Weg zu einer rennreifen Lösung verlief nicht ohne Schwierigkeiten. Einen geplanten Trainingstest in Österreich sagte das Team ab, nachdem in der Garage ein Problem entdeckt worden war. Anschließend wurde die Konstruktion im Werk weiterentwickelt und in Ungarn erfolgreich als Testteil erprobt. Das Renndebüt wird nach der Sommerpause erwartet.
Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Entwicklungsoffensive in Woking. Gleichzeitig arbeitet das Team daran, mehr Leistung aus seinem aktuellen Paket herauszuholen. McLaren hat außerdem ein eigenes Team für die Performance der Antriebseinheit aufgebaut, während das übergeordnete Entwicklungsprogramm für 2026 weiterläuft.
Auf Ferraris frühen Vorsprung angesprochen, sagte Houldey, McLaren habe die Chance fast sofort erkannt, sie aber zunächst nicht zum wichtigsten Projekt des Teams gemacht.
„Wir waren enttäuscht, dass wir das nicht so schnell wie Ferrari und anschließend Red Bull erkannt haben“, sagte Houldey. „Sobald wir es gesehen hatten, erkannten wir, dass sich dort eine Chance bot, und beschäftigten uns eine Weile damit.“
Er erklärte, dass McLaren zunächst andere große Leistungsverbesserungen priorisiert habe, während die Arbeit am drehbaren Flügel im Hintergrund weiterging. Das Team führte zunächst Tests im Labor durch, bevor es die Konstruktion nach Österreich brachte. Dort zwang das Problem in der Garage McLaren jedoch zur Rückkehr ins Werk.
„Wir glauben, jetzt ein funktionierendes Konzept gefunden und eine zuverlässige Lösung entwickelt zu haben“, sagte Houldey. Zugleich räumte er ein, dass McLaren die damit verbundenen aerodynamischen Risiken verstanden habe.
Red Bulls Probleme machten deutlich, wie riskant ein fehlerhafter Aktivierungsprozess sein kann. Verstappens Dreher wurden damit in Verbindung gebracht, dass sich die erste Version des Flügels langsamer als erwartet schloss. Dadurch kehrte der erwartete Abtrieb verspätet zurück.
Houldey zufolge bestand die größte Sorge in der Zeit, die für die Aktivierung benötigt wird, sowie in der Dauer, bis bei einer erneuten Aktivierung wieder aerodynamische Last anliegt. McLaren konzentriert sich deshalb nicht nur auf den möglichen Leistungsvorteil, sondern auch auf ein zuverlässiges Gesamtpaket.
Der aktuelle Plan des Teams sieht vor, das Konzept in die nächste Generation des Heckflügels zu integrieren. Das Upgrade soll in den kommenden Rennen am Rennwagen zum Einsatz kommen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare
Seien Sie der Erste, der Ihre Gedanken teilt!
Beiträge werden geladen...