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Yuki Tsunoda verdient eine weitere Chance, dauerhaft in der Formel 1 zu fahren, ist Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies überzeugt – obwohl der Japaner am Ende der vergangenen Saison sein Cockpit verlor.
Der österreichische Rennstall versetzte Tsunoda nach einer schwierigen Saison 2025 in die Rolle des Ersatzfahrers. In 22 Grands Prix sammelte er lediglich 30 Punkte und beendete die Meisterschaft auf Rang 17 – ein deutlicher Kontrast zu Teamkollege Max Verstappen, der sich den zweiten Gesamtrang sicherte.
Tsunoda wurde daraufhin durch Isack Hadjar ersetzt, der in seiner Rookie-Saison beim Schwesterteam Racing Bulls überzeugt hatte, unter anderem mit einem Podiumsplatz in Zandvoort.
Dennoch ist Mekies überzeugt, dass Tsunoda genügend Qualität gezeigt hat, um eine weitere Chance im Starterfeld zu verdienen – und verweist dabei sowohl auf frühere Leistungen als auch auf seinen aktuellen Beitrag hinter den Kulissen.
„Yuki macht bei uns einen großartigen Job – nicht nur als Ersatzfahrer, sondern auch als Simulatorfahrer“, sagte Mekies im Podcast Beyond the Grid.
„Es ist enorm wertvoll, jemanden zu haben, der so viel aktuelle und tiefgehende Erfahrung mit dem Auto mitbringt und uns im Hintergrund unterstützen kann. Natürlich wünschen wir uns für ihn, dass sich bald eine Möglichkeit ergibt, denn Rennfahrer wollen Rennen fahren. Und genau das wünschen wir Yuki.“

Mekies räumte ein, dass Red Bull in den vergangenen Jahren nicht die erhoffte Performance aus dem zweiten Auto herausholen konnte – ein Thema, an dem das Team intensiv arbeitet.
„Uns ist bewusst, dass wir bei Red Bull Racing mit dem zweiten Auto in der Vergangenheit nicht so stark waren, wie wir es uns gewünscht hätten. Wir ziehen unsere Lehren daraus und arbeiten Tag für Tag daran, uns zu verbessern“, erklärte er.
In diesem Zusammenhang betonte Mekies erneut Tsunodas Grundspeed.
„Es ist fair zu sagen, dass Yuki in der Vergangenheit eine beachtliche Geschwindigkeit gezeigt hat, und wir wünschen uns für ihn, dass sich eine weitere Chance ergibt.“
Auch wenn Mekies’ Aussagen klare Unterstützung signalisieren, erscheint eine Rückkehr in ein Red-Bull-Stammcockpit kurzfristig eher unwahrscheinlich.

Isack Hadjar hat in seinen ersten drei Grands Prix an der Seite von Verstappen sofort Eindruck hinterlassen – trotz dessen, was Mekies als schwierigen RB22 beschrieb.
Der Höhepunkt kam in Melbourne, wo sich Hadjar bei seinem Debüt Startplatz drei sicherte. Anschließend sammelte er in China Punkte und qualifizierte sich in Suzuka bemerkenswerterweise vor seinem Weltmeister-Teamkollegen – etwas, das Tsunoda während seiner Zeit bei Red Bull nicht gelungen war.
„Isack ist aktuell in einer sehr guten Verfassung“, sagte Mekies vor dem Großen Preis von Japan. „Ich denke, er hat alles getan, was möglich war, um seine Integration ins Team zu maximieren.“
Mekies schilderte die Intensität von Hadjars Vorbereitung: vom Umzug nach London Anfang Januar bis hin zu zahlreichen Tagen im Werk und im Simulator.
„Er ist Anfang Januar nach London gezogen. Er ist jeden zweiten Tag im Werk. Er verbringt so viel Zeit wie möglich im Simulator und versucht, alle technischen Aspekte rund um das Auto zu verstehen. Mehr Einsatz geht kaum.“

Er ergänzte, dass Hadjar zwischen den Vorsaisontests in Bahrain sogar zurückgereist sei, um weiter im Simulator zu arbeiten – ein Zeichen für seine totale Hingabe.
„Aber in Wahrheit empfindet er es nicht als Anstrengung, sondern als das, was er liebt. Er hat lange von diesem Moment gelebt und geträumt – für ihn ist es die Erfüllung eines Traums.“
Laut Mekies spiegeln die frühen Ergebnisse genau diese Einstellung wider.
„Er konnte seine Geschwindigkeit sofort zeigen. Sein erstes Qualifying mit uns mit Platz drei in Melbourne wird ihm sicher in Erinnerung bleiben. Es ist eine lange Saison mit Höhen und Tiefen.“
„Wir sind überzeugt, dass Fahrer sich weiterentwickeln, und wir erwarten in diesem Jahr Fortschritte von Isack. Wir glauben, dass er das nötige Talent und die richtige Herangehensweise hat, um diese Schritte zu machen.“
Für Tsunoda muss der Weg zurück in ein Stammcockpit womöglich nicht zwangsläufig über Red Bull führen. Doch innerhalb der Teamführung herrscht weiterhin die klare Überzeugung, dass seine Geschichte in der Formel 1 noch nicht zu Ende geschrieben ist.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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