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Die „Grüne Hölle“ wurde einmal mehr dominiert. Mit einer Leistung, die im Fahrerlager der Langstreckenszene für Aufsehen sorgte, sicherte sich Max Verstappen heute einen souveränen Sieg beim 58. ADAC Barbarossapreis (NLS2) auf dem Nürburgring. Für sein eigenes Team, das Mercedes-AMG Team Verstappen Racing, startend, bewies der viermalige Formel-1-Weltmeister eindrucksvoll, dass sein Talent weit über eine Disziplin hinausreicht – mit fast einer Minute Vorsprung auf die direkte Konkurrenz.
Gemeinsam mit den GT3-Schwergewichten Daniel Juncadella und Jules Gounon pilotierte Verstappen den Mercedes-AMG GT3 EVO mit der Startnummer 3 zu einem Erfolg, der als klares Ausrufezeichen im Hinblick auf das 24h-Rennen am Nürburgring im kommenden Mai gewertet werden darf.
Den Ton für den Tag setzte eine hektische Qualifying-Session am Morgen. Trotz einer 45-minütigen Rotphase und zahlreicher „Code-60“-Zonen fand Verstappen eine freie Runde und brannte eine Zeit in den Asphalt, die Zuschauer wie Rivalen gleichermaßen staunen ließ.
Mit 7:51,751 Minuten stoppte er die Uhr – und lag damit unglaubliche 1,974 Sekunden vor Nordschleifen-Routinier Christopher Haase. In einer Serie, in der die Top Ten üblicherweise nur durch wenige Sekunden getrennt sind, war dieser Vorsprung eine echte Ausnahmeerscheinung. Während der Niederländer den Abstand bescheiden mit „reinem Glück“ im Verkehr erklärte, zeigten die Telemetriedaten einen Fahrer, der den Mercedes vor allem in den Highspeed-Passagen Kesselchen und Mutkurve am absoluten Limit bewegte – auf eine Weise, wie man es in einem GT3-Fahrzeug nur selten sieht.
Auch wenn das Endergebnis nach einem souveränen Start-Ziel-Sieg aussieht, hatte es die erste Rennstunde in sich. Max Verstappen lieferte sich einen packenden Schlagabtausch mit Christopher Haase im Audi mit der Startnummer 16 von Scherer Sport PHX. Haase, eine feste Größe in der Eifel mit jahrzehntelanger Erfahrung auf dem Kurs, nutzte seine Streckenkenntnis, um sich früh in Führung zu setzen.
In den folgenden 45 Minuten trennten die beiden meist weniger als eine halbe Sekunde. Der Höhepunkt des Duells folgte in Runde 7: Mit enormem Windschatten auf der rund zwei Kilometer langen Döttinger Höhe zog Verstappen bei Geschwindigkeiten von über 270 km/h neben Haase. Beim Anbremsen der letzten Schikane berührten sich die Fahrzeuge sogar – Rad an Rad – ehe Verstappen noch vor dem ersten Boxenstoppfenster die Führung zurückeroberte.
Haase sprach später von einem der härtesten und zugleich schönsten Duelle seiner Karriere und lobte insbesondere Verstappens Fähigkeit, sich an die besonderen Bodenwellen und Kurvenneigungen der Nordschleife anzupassen – das sei „einfach beeindruckend“.
Der Sieg gewinnt zusätzlich an Bedeutung durch die Schwierigkeiten hinter den Kulissen. Das Wochenende begann alles andere als ideal: Vermutete Probleme an der Aufhängung schränkten die Einsatzzeit im Freitagstraining erheblich ein. Die Crew von Winward Racing, die den Verstappen-Racing-Einsatz betreut, arbeitete bis tief in die Nacht, um das Fahrzeug für den Samstag vorzubereiten.
Auch optisch war der Bolide ein Publikumsmagnet: In einer auffälligen Red-Bull-Lackierung, die kürzlich im Rahmen eines spektakulären B.A.S.E.-Jump-Stunts vorgestellt wurde, zog der Mercedes-AMG alle Blicke auf sich. Trotz der Technik aus Affalterbach unterstreicht das Branding Verstappens besondere, plattformübergreifende Partnerschaft mit der Langstrecken-Sparte von Red Bull.
Nachdem sich das intensive Duell mit dem Audi gelegt hatte, agierte das Trio von Verstappen Racing mit klinischer Präzision. Daniel Juncadella und Jules Gounon hielten in den Mittelstints ein konstant hohes Tempo und bauten den Vorsprung auf den BMW mit der Startnummer 99 von ROWE Racing, gefahren von Dan Harper und Sheldon van der Linde, kontinuierlich aus.
Für den Schlussteil kehrte Verstappen selbst ins Cockpit zurück und verwaltete den Vorsprung im dichten Verkehr, ehe er mit 59,524 Sekunden Vorsprung die Zielflagge sah. Das Podium komplettierte der Porsche mit der Startnummer 44 von Falken Motorsports, der etwas mehr als eine Minute hinter den Siegern ins Ziel kam.
Mit zwei Siegen bei zwei ernsthaften Einsätzen auf der Nordschleife hat Verstappen den Status des „F1-Gasts“ endgültig hinter sich gelassen und gilt nun als Favorit für das 24h-Rennen am Nürburgring (14.–17. Mai). Beim Saisonhöhepunkt wird er von Lucas Auer unterstützt – ein Duo, das viele bereits als Langstrecken-„Superteam“ bezeichnen. Sollte die heutige Vorstellung nur eine Generalprobe gewesen sein, hat die restliche GT3-Welt allen Grund zur Sorge.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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