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McLaren und Red Bull haben die Wiedereinsetzung von Pierre Gasly auf das Podium des Großen Preises von Monaco vor das FIA-Berufungsgericht gebracht. Das höchste juristische Gremium des Automobil-Weltverbandes hörte am Dienstag in Paris die Argumente beider Teams an.
Da die Anhörung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, bleiben die Details der Argumentation vertraulich. Eine Entscheidung wird erst in zwei bis drei Wochen erwartet. Im Kern des Falls steht die Entscheidung der Rennkommissare, die gegen Gasly verhängte Fünf-Sekunden-Zeitstrafe aufzuheben und ihm damit seinen dritten Platz aus dem Rennen im Fürstentum zurückzugeben.
Der Einspruch folgt auf einen komplizierten Streit um die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Boxengasse. Gasly und fünf weitere Fahrer, darunter Oscar Piastri, wurden für eine Überschreitung des Tempolimits mit identischen Fünf-Sekunden-Strafen belegt. Während die anderen Fahrer ihre Sanktionen während des Rennens absaßen, ließ Alpine Gasly auf der Strecke, wodurch die Strafe auf seine finale Rennzeit addiert wurde.
Infolgedessen wurde der Franzose – der das Rennen auf der Strecke als Dritter beendet hatte – zunächst vom Podium gestrichen. Alpine war jedoch das einzige Team, das offiziell Protest einlegen konnte, da Gaslys Strafe nicht während des Rennens verbüßt worden war.
Alpines Position wurde durch das Eingeständnis der FIA gestärkt, dass eine fehlerhafte Zeitschleife auch bei den anderen Fahrern zu falschen Messwerten geführt hatte. Die Rennkommissare hoben daraufhin Gaslys Strafe auf und setzten ihn wieder auf das Podium – eine Entscheidung, die nun von McLaren und Red Bull angefochten wird.
Die Vertraulichkeit des Verfahrens hat die öffentlichen Informationen über die vorgebrachten Argumente begrenzt. Laut Planet F1 war ein zentraler Punkt der Eingabe, dass die Rennkommissare ihre Befugnisse überschritten hätten, indem sie das Rennergebnis nachträglich änderten, um Gasly wieder auf das Podium zu heben.
Sollte diese Darstellung zutreffen, könnte sie für die Kläger entscheidend sein. Das Berufungsgericht hat sich bereits in der Vergangenheit mit den Befugnissen der Rennkommissare und des Tribunals selbst befasst, etwa in einem Fall, der Optimum Motorsport in der International GT Open Championship betraf.
Der Streit folgt zudem auf einen früheren Bericht, McLaren und Red Bull ziehen gegen Gaslys Monaco-Strafe vor FIA-Gericht, in dem die Anfechtung der Entscheidung der Rennkommissare bereits detailliert beleuchtet wurde.
McLaren-Teamchef Andrea Stella erklärte, das Team verfolge mit dem Einspruch sowohl sportliche als auch übergeordnete Ziele.
„Das erste Ziel ist allgemeinerer Natur als nur das Interesse von McLaren“, sagte Stella gegenüber Medienvertretern, darunter Motorsport Week, in Zandvoort. „Für mich geht es auf einer übergeordneten Ebene vor allem um Fairness und das Prinzip, das geklärt und möglicherweise wiederhergestellt werden muss.“
Er fügte hinzu, dass McLaren auch ein materielles Interesse im Hinblick auf die Meisterschaft habe. Sollte Alpine den Fall verlieren, hat das Team keine weiteren Möglichkeiten mehr, die Entscheidung anzufechten.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.