Mekies erklärt Red-Bull-Order an Verstappen in Madrid

Laurent Mekies hat die Entscheidung von Red Bull verteidigt, Max Verstappen nach dessen Startkollision mit Lewis Hamilton beim Großen Preis von Spanien in Madrid zur Rückgabe der Positionen aufzufordern.
Verstappen ging von Platz drei ins Rennen und geriet unmittelbar nach dem Erlöschen der Startampel mit Hamilton aneinander. Obwohl sich der Ferrari-Pilot bereits vorbeigeschoben hatte, behauptete Verstappen seinen Platz nur, indem er die erste Kurve abkürzte. Am Boxenfunk schimpfte er, Hamilton habe ihn „fast abgeschossen“, und sträubte sich zunächst gegen die Aufforderung, die Position wieder herzugeben – zumal er kurz darauf Kimi Antonelli im Kampf um Rang zwei überholt hatte.
Schließlich wies Red Bull Verstappen an, sowohl Antonelli als auch Hamilton passieren zu lassen. Durch dieses Manöver fiel der Niederländer kurzzeitig zurück, fand sich jedoch bald wieder in den Top 3 wieder, nachdem Hamilton mit einem Bremsdefekt aufgeben musste. Später profitierte Verstappen vom optimalen Timing eines Virtual Safety Cars bei seinem Boxenstopp und belegte am Ende Rang zwei hinter Antonelli.
Im ersten Moment schien die Entscheidung zwar schmerzhaft, doch Mekies betonte, Red Bull habe das Vermeiden einer potenziell noch härteren Strafe klar priorisiert. Im Gespräch mit F1 TV erklärte der Teamchef, man habe im Auto keine „Dankes-E-Mail von Max“ erwartet, sei sich aber sicher gewesen, dass es klüger sei, den Verlust sofort zu akzeptieren und auf der Strecke zurückzuschlagen.
„Es ist besser, den Schmerz in diesem Moment hinzunehmen und danach anzugreifen, als abzuwarten und eine noch größere Strafe zu riskieren“, erläuterte Mekies.

Mekies: Zuwarten hätte Red Bull teurer zu stehen kommen können
Der Red-Bull-Verantwortliche verwies darauf, dass Verstappen andernfalls eine Fünf- oder Zehn-Sekunden-Strafe gedroht hätte, die ganz im Ermessen der Rennkommissare gelegen hätte. Eine Safety-Car-Phase oder andere Rennzwischenfälle hätten die Folgen eines solchen Zeitzuschlags weit über die in der ersten Runde verlorenen Positionen hinaus vergrößern können.
„Wir wären schlichtweg nach ihrem Ermessen mit fünf oder zehn Sekunden bestraft worden“, so Mekies. „Wenn man sich dann Rennszenarien mit einem Safety Car oder anderen Zwischenfällen vorstellt, kann einen das deutlich mehr kosten als nur ein oder zwei Plätze.“
Zudem unterstrich Mekies sein Vertrauen in Verstappens Comeback-Qualitäten und lobte dessen weitere Vorstellung auf dem Kurs. Verstappen meinte später selbst, die Kollision sei der Streckencharakteristik geschuldet gewesen – und sobald das Team die Anweisung gegeben habe, habe er sich voll auf das Fahren konzentriert.
Für Mekies stellte das Resultat unter diesen Vorzeichen das Optimum für Red Bull dar. Mit Rang zwei kletterte Verstappen mit 145 Punkten auf Platz sechs der Fahrerwertung, während Ersatz-Teamkollege Liam Lawson das Rennen als Neunter beendete. In der Konstrukteurs-WM reist Red Bull somit als Vierter zur nächsten Station nach Baku. Weitere Hintergründe zum Renngeschehen in Madrid beleuchtet die Spanien-GP Rennstrategie-Analyse.
